Muss mir ständig die Nagelhaut abreizen,muss ich damit zum Arzt??

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7 Antworten

Hallo, Du solltest zu Deinem Arzt und ihn fragen, ob er eine psychotherapeutische Behandlung für notwendig erachtet. Was Du da machst, ist eine Form der Selbstzerstörung, ähnlich wie beim Ritzen. @waldmensch gebe ich hier recht, Du solltest offen mit Deinem Arzt über alle Deine Probleme sprechen. Ich gehe mal davon aus, dass Du welche hast, sonst würdest Du das nicht machen. Alles Gute. Gerda

Eine professionelle Hilfe ist sicher angebracht, damit Du lernst, mit Problemen und Belastungen auf andere Weise fertig zu werden!! Dein Hausarzt wird Dir sicher weiterhelfen. Frag ihn einfach mal danach! LG

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Ich hatte als junges Mädchen eine ähnliche Phase. Damals habe ich an der dünnen Haut an den Fingergelenken so lange herumgekaut, bis die Stellen blutig waren. Ich habe heute noch Narben an den beiden Fingern, die ich dafür "verwendet" habe.

Der Grund bei mir war tiefste Unsicherheit, wie sie in der Pubertät ja fast schon normal ist. Bei mir verging die Phase von selbst als ich älter und selbstbewusster wurde, ich weiß aber nicht, ob du darauf warten solltest. Eventuell solltest du dich wirklich jemandem anvertrauen (Eltern? gute Freundin?) oder vielleicht sogar mit deinem Hausarzt darüber sprechen (ich empfehle bei Mädchen/Frauen üblicherweise, zu einer Ärztin zu gehen - von Frau zu Frau spricht es sich leichter über solche Dinge, finde ich). Eventuell würde dir eine kurze Therapie tatsächlich helfen, ehe du deine Hände noch weiter "verstümmelst". Wie gesagt, meine Narben sind heute noch sichtbar - das muss ja bei dir nicht auch so sein :-)

Das problem hab ich auch. Bei mir liegt es daran, dass mich diese Hautzipfel stören und dann werden die abgepiddelt. allerdings kommen immer neue. Ich denke auch, dass dich vielleicht etwas innerlich aufwühlt. Ich muss das auch mal in den griff kriegen. das ist nervig.

Wie alt bist Du ???? Entweder bist Du gerade ein Mädchen in der Pupertät. Da kann es sein das man auch mal psychich in mItleidenschaft gezogen wird. Auf jedenfall habe ich das Gefühl das Du ernstere Probleme hast. Dein Hausarzt ist die erste Anlaufstelle und sei Bitte ehrlich zu ihm, wenn er Dich fragt wie Du Dich fühlst Wenn er gut ist wird er die Nachfolgenden Möglichkeiten mit Dir besprechen. Suche Dir bitte Hilfe, von alleine wird es kaum besser

Alles Gute

Waldmensch

Ich habe früher Nägel gekaut. Nägel kauen immer Leute, die unter einer inneren Anspannung leben, aber sie nicht rauslassen können. Wenn es Probleme gibt, wird ordentlich die Nägel abgekaut. jetzt hat sich das verlagert. Ich kaue nicht mehr, weil meine Prothese das nicht mit macht, ich knibble an meiner harten und trockenen Fingerhaut. Schäle richtig die Hautschichten runter, bis sie ins Fleisch gehen. Oft schneide ich mir die Nagelhaut weg, damit ich nicht knibbele. Dabei komme ich ganz tödliche Nagelbett-Entzündungen. Dann muss ich Bäder mit Kamille machen oder mit und dick Jod-Salben-Pflaster tragen. Durch das Wegschneiden reizt man aber die Nagelhaut zum Wuchern und der Teufelskreis geht los. Ich pansche auf meiner Arbeit ständig im Wasser, meine Hände sind tierisch ausgetrocknet, müssen immer eingecremt werden. Aber das herumknibbeln an den Händen, das überprüfen der Gesichtshaut auf Pickel und die Pickel wegkratzen, ist eine Marotte, die ich in meinem Alter von 60 nicht in den Griff bekommen. Angefangen hat es mit Nägel kauen. Meine Schwester hat sogar Fußnägel gekaut. und hat heute mit 60 das gleiche Problem mit der Knibbelei. Ihr Finger haben schon rechts und links an den Seiten eine richtig Hornhaut die rot entzündet ist. Beobachte mal an Dir, was Du in Stress-Situationen machst. Wenn Deine Mutter mit Dir schimpft, bei Spannungen auf Zensuren, beim angespanntem Zuhören, wenn ein Film mega-spannend wird, wenn Du angestrengt nachdenkst, wenn Du Probleme löst. Beobachte Dich in solchen Situationen und dann erzähle das einem Neurologen. Vielleicht kann man mal Medis ausprobieren, die helfen könnten. Oder sie verstärken noch die Sachen. Weil sie Spannungen unterdrücken und sie innerlich sich verstärken. Du musst schon Mut zum Risiko haben. Eine andere Sache ist. Kaufe Dir Baumwoll-Handschuhe für Neurodermitiker. Die Ziehst Du an, und brauchst nicht mehr die Haut wegreißen. Allergiker tragen solche weißen Handschuhe den ganzen Tag. Sehen aus wie Glazée-Handschuhe von einem Buttler. Viel Glück

Ich denke, es ist so ähnlich wie das Daumenlutschen bei Kleinkindern. Stehen sie vor einer Situation, der sie sich nicht gewachsen fühlen, verstecken sie sich hinter Mamas Rock und stecken den Daumen in den Mund (ziehen sich in sich selbst zurück und verschaffen sich so ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit) Aus dieser Sicheren Position können sie dann beobachten, Strategien entwickeln und lernen nach und nach, mit so etwas, und so etwas, und noch komplexeren Herausforderungen fertig zu werden.

Später macht man etwas anderes, um sich von einer Herausforderung zurückzuziehen. Man kratzt sich am Kopf, wenn man z.B. etwas nicht sofort versteht. Knabbert an den Fingernägeln, wenn man nicht so recht weiß, wie man eine Situation angehen soll. Da hat wohl jeder "sein eigenes Ding". Weil man nicht so recht weiß was man nun tun soll, tut man "wenigstens etwas". Kommt das hin und wieder vor, ist das wohl für jeden ganz normal. Es sind ja völlig sinnlose Bewegungen, die nichts bewirken, außer eben, dass man nicht völlig still sitzt.

Ich habe einmal jemand bei der Arbeit beobachtet, der in solchen Momenten, in denen er unschlüssig war, wie die vorliegende Aufgabe zu bewältigen ist: überall an seinem Zeug zupfen musste, alles mögliche auf dem Schreibtisch hin und her schob, und dies immer im Wechsel, und wenn er die Lösung für die vorliegende Aufgabe gefunden hatte, hörte er damit wieder auf, uns Schritt zur Tat. Auch eine Variante.

Ich spinn hier mal Beispiele hin:

Du hast Stress mit jemand, dem du unterlegen bist, entweder weil er einen höheren Rang/Status hat, oder dich verbal an die Wand spielen kann, was auch immer. Dem würdest du am liebsten was aufs Maul hauen, oder dem mal richtig den Marsch blasen... aber geht ja nicht, ist ja gesellschaftlich nicht akzeptabel, bzw. du würdest eine abschmetternde Antwort bekommen und dann der Blamierte sein... Eine andere Lösung findest du aber nicht.

Du hast dich total in jemand verknallt, weißt aber nicht, wie du ihn/sie herumkriegen sollst. Wenn du es so anfängst, bekommst du vielleicht einen Korb, stellst du es anders an, hält man dich vielleicht für einen Volltrottel... Grübel, grübel, wie soll ich das bloß angehen...

In beiden Fällen haben wir da ein hin und her gerissen sein zwischen handeln oder nicht handeln, angreifen oder sich zurückhalten, kalkulierbares Risiko eingehen oder gleich die Fahne streichen, Lösungsansätze und mögliche Konsequenzen, aber keinen Ausweg.

Das erscheint zunächst vielleicht weit hergeholt, aber spontan fallen mir dazu Begriffe wie Jaktation, Hospitalismus, Selbstverletzendes Verhalten und sogar das Weben bei Tieren in Gefangenschaft ein. In allen Fällen fängt es zunächst leicht an, steigert sich und verselbstständigt sich dann nach Kontrollverlust bis zum Exzess. Allen Fällen liegt zugrunde, dass der Betreffende oder auch das Tier, nicht die Möglichkeit hat seine Absichten sozialverträglich bzw. artgerecht auszuleben, oder vorhandene Konflikte lösen zu können.

So ein wenig Fingernägel knibbeln oder Daumenlutschen sind ja nicht schmerzhaft, führen noch zu keinen Verletzungen. Bei dir scheint sich da etwas verselbstständigt zu haben. Du macht das schon, bevor die "Unschlüssigkeit" oder ein "Konflikt" auftaucht, und/oder danach noch weiter. Der Tiger tigert im Käfig hin und her, weil er keine Ahnung hat, was er instinktiv eigentlich wollen/sollen müsste (ihm fehlt das Denken). Und du hast vergessen, vor welchem Konflikt du eigentlich stehst, welches Problem du eigentlich lösen wolltest, oder es sind zu viele geworden. Je mehr sich da aufgestaut haben, desto stärker deine Ausweichhandlung, eben bis es blutet, weh tut...

Es ist eigentlich nicht richtig, wenn du sagst, du tätest das bewusst. Richtiger wäre wohl zu sagen, du beobachtest dein sinnlose Tun, und kannst es nicht bewusst stoppen, weil du nicht (mehr) weißt, warum du es tust.

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