Mögliche Thrombose: wie schnell abklären und welche Gefahr droht?

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1 Antwort

Kann man nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist das Risiko für ein embolisches Ereignis (Lungenembolie) bei einer Thrombosierung einer oberflächigen Vene wie der Saphena magna um ein Vielfaches geringer als bei einer tiefen Beinvenenthrombose. Dennoch nimmt man auch eine oberflächige Thrombose ernst, da diese Venen mit dem tiefen Venensystem kommunizieren und sich somit bei weiterer Ausdehnung einer oberflächigen Thrombose das Risiko einer tiefen Venenthrombose ergeben kann. Man muss ganz individuell klären, wie lang der Thrombus ist und wie weit der Abstand zu einer Verbindungsvene/Crosse ist. Danach richtet sich auch das therapeutische Vorgehen.

Eigentlich ist die Saphena magna ein gut und leicht zu schallendes Gefäß und die Tatsache, dass das hier Schwierigkeiten macht und man sogar auf radiologische Verfahren zurückgreift, ist eher ungewöhnlich. Kann ich aus der Ferne nicht einordnen.

PS: ein Schlaganfall tritt in diesem Zusammenhang nur auf, wenn eine Öffnung im Bereich der Scheidewand zwischen beiden Vorhöfen des Herzens besteht und die Druckverhältnisse einen Übertritt des Gerinnsels von rechts nach links möglich machen. Diese Konstellation ist insgesamt sehr selten (sog. "paradoxe Embolie").

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Taigar 05.09.2016, 16:31

Hi Gerald,

Danke für Ihre Antwort, mich macht die Situation etwas nervös.

Ich war heute beim Radiologen zur Terminabsprache, dieser hat mir einen Termin für den 23.9 gegeben. Ich find das ein wenig lang da die möglichen Konsequenzen ja schon schwerwiegend sind. Obwohl es natürlich zweifelsfrei wichtigere Fälle gibt.

Eine kurze Frage bzgl. Ihres PS Absatzes:

Ich hatte im März eine EPU / PVI in der die Vorhofscheidewand durchstochen wurde (wie das ja üblich ist in den Fällen), bleibt die Öffnung bestehen? Falls ja heißt dies dass das Schlaganfall Risiko in Verbindung mit der möglichen Thrombose vorhanden ist?

Danke für Ihre Antwort

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GeraldF 06.09.2016, 09:14
@Taigar

Zu Ihrer Frage: Das ist insgesamt noch nicht gut untersucht. Bei ca 40% der Patienten, bei denen im Rahmen einer EPU oder bei der Mitra-Clip Implantation eine transseptale Vorhofseptumpunktion durchgeführt wurde, fand sich auch 12 Monate später noch ein Defekt in der Scheidewand. Ob das irgendeine klinische Bedeutung hat oder haben könnte, ist unklar. 

Für eine paradoxe Embolie brauchen Sie neben dem Loch auch eine Umkehr der Druckverhältnisse zwischen den Vorhöfen. Normalerweise ist der Druck im linken Vorhof deutlich höher als im rechten. Ist also ein Loch vorhanden, so strömt das Blut vom linken Vorhof in den rechten. Ein Gerinnsel (Embolus) aus den Beinvenen kommt im rechten Vorhof an und kann somit nicht gegen den Blutstrom in den linken Vorhof gelangen. Erst wenn der Druck im rechten Vorhof massiv ansteigt (z.B. als Folge einer massiven Lungenembolie), kann es zur Shuntumkehr kommen.

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Taigar 10.09.2016, 11:31
@GeraldF

Danke für Ihre ausführliche Antwort.

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