Magersucht - Fettsucht

1 Antwort

Bei 1,57 m 45 Kilo - was will sie denn abnehmen, den Busen, Po? Auch mit 50 Kilo wäre sie ja noch schlank.

Die Krankheit Magersucht wird nicht am Gewicht allein festgemacht. Das ist eine Störung der Selbstwahrnehmung. Das hast du auch schon selbst erkannt, deshalb wundert es dich auch, dass sie sich dick fühlt. Bei Wikipedia ist das gut beschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosa

Magersüchtige können noch so schlank sein, sie fühlen sich dick, sehen sich sogar im Spiegel als fett. Auch wenn da gar nichts mehr ist, finden sie eine Stelle, an der sie unbedingt noch abnehmen müssen. (schräg, nicht wahr?)

Anorexie (A für kein oder nicht und NOREXI für Verlangen) kann als Symptom bei fast allen schweren Infektionskrankheiten auftreten, aber auch bei Missbrauch psychoaktiver Substanzen. Das ist dann der Verlust des Appetits oder des Verlangens nach Nahrung wegen einer körperlichen Krankheit. Bei länger andauernder Anorexie lässt das Hungergefühl nach und es kommt zu schweren körperlichen Schäden.

Magersucht heißt deshalb zur Unterscheidung Anorexia nervosa und bedeutet so viel wie nervlich bedingte Appetitlosigkeit. Treffender würde aber wohl die Bezeichnung Anorexia mentalis sein, weil die Betreffenden ja willentlich ihren Appetit mit aller Macht unterdrücken. Sie nehmen nicht ab, weil sie schwache Nerven haben, im Stress sind, sondern weil "sie sich selbst und anderen nicht glauben können", dass sie schlank genug sind.

Was Magersüchtige mit ihrer Hungerei wirklich erreichen wollen, ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes. Im Grunde verbieten sie sich selbst immer wieder zu essen. Sie quälen sich und erlauben sich keinen Genuss. Wenn sie dann den ganzen Tag nur 600 Kcal. zu sich genommen haben, haben sie es geschafft, und sind mit sich zufrieden. Wiegen sie dann am nächsten Morgen 100 g mehr als gestern, erlauben sie sich heute nur 550 kcal. zu essen, und wehe von den 100 g ist abends noch was da, dann haben sie den Kampf gegen ihren Körper verloren und sind kreuzunglücklich. Sie fühlen sich sogar schuldig oder als Looser, wenn sie doch mehr gegessen haben, als sie sich vorgenommen hatten usw.

Ein Mensch braucht täglich so um die 2.400 kcal. um leistungsfähig zu sein, gesund zu bleiben und nicht abzubauen. Das ist Magersüchtigen aber ganz egal, weil das ja nicht ihr Ziel ist. Dass der Busen schrumpft, da kein Po mehr ist, die Knochen überall durchpieksen und nach einer Weile die Periode ausbleibt, nehmen sie alles in Kauf. Hauptsache schlanker als gestern, wenigstens nichts zugenommen, ihr Körper hat ihre "Pläne" nicht durchkreuzt.

Alle Gedanken drehen sich zuletzt um Essen bzw. nicht essen, jederzeit das Gewicht auf 50g genau wissen und den Body-Mass-Index auf drei Stellen hinter dem Komma genau berechnet. Zuletzt sind sie wie besessen davon, wiegen sich zig Mal am Tag, zählen bei jedem Bissen wie ein Uhrwerk die Kalorien mit, und falls sie einmal mehr gegessen haben, erbrechen sie es, oder nehmen Abführmittel, Entwässerungsmittel... Sie werden zu "Abnehmexperten", die alle Tricks kennen.

Es ist ihnen auch wichtig, ihr irrationales Verhalten vor anderen zu verheimlichen und vertuschen. Nicht "erwischt" zu werden ist für sie ein heimlicher Sieg über das Umfeld. Das gibt ihnen ein Überlegenheitsgefühl, weil sie wieder einmal von niemand kritisiert wurden, sie ihr Tun als richtig bestätigt sehen.

Sie erkennen nicht, dass sie damit einer ganz ungesunden fixen Idee nachjagen, ihren Körper selbst zerstören und daran sogar sterben können. Deshalb verstehen sie auch nicht, dass andere das nicht gutheißen.

Die meisten fangen mit so etwas in sehr jungen Jahren an. Sie haben irgend einen großen Frust erfahren. Unausgetragene verdeckte Spannungen in der Familie... Ihr "Traumboy" will partout nichts von ihr wissen... Die Noten reichen nicht für den Traumjob... (es gibt tausend solche Gründe). Es kann bei der Person einen aber auch mehrere Gründe geben, es wird aber immer etwas sein, das der Betreffende selbst nicht abändern kann, dem er ohnmächtig ausgeliefert zu sein glaubt.

Dann beginnt derjenige, an sich selbst zu zweifeln. Warum immer ich? was ist bloß verkehrt mit mir? Sie fragen sich nicht, was sie an der verqueren Situation ändern könnten, denn die ist ja so, wie sie ist. Da haben sie ja schon resigniert, haben das Problem als unlösbar eingestuft.

Mit ihnen selbst muss etwas verkehrt sein. Und allmählich kommen sie auf die Idee: Ja klar, ich bin zu dick! Das ist ja etwas, dass sie selbst in den Griff bekommen, und da kann auch keiner dreinreden. Und nun arbeiten sie ihren Frust an ihrem Körper ab. Das sie eigentlich ein reales Problem damit lösen wollten, wird völlig ausgeblendet.

Jetzt wird auf Teufel komm raus abgenommen, weil das etwas ist, dass sie vollständig unter ihre Kontrolle bringen können. Das Problem können sie lösen.

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... Im Mittelalter gab es immer wieder einmal Pestepidemien. Die kamen wie Naturkatastrophen über die Bevölkerung. Sie wussten nicht wo es her kam und was sie dagegen tun sollten und es traf wahllos jeden. Sie konnten das Problem nicht lösen. Überall starben Menschen wie die Fliegen und man konnte nichts tun, nicht einmal so viele Gräber schaufeln wie gebraucht wurden.

Dann "fanden" ein paar Leute den "Grund" für die Pest: Das ist die Strafe Gottes für unser sündiges Leben! Erst fingen ein paar Leute an sich auszupeitschen, dann machten immer mehr mit, und zuletzt liefen scharen von Flagelanten durch das Land. (auch schräg, nicht wahr?)

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