Macht ständiger Lärm beim Schlafen auf die Dauer krank?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gerade Strassenlärm, der ja an- und abschwillt, mal gar nicht zu hören ist und dann plötzlich wieder sehr laut, weil irgendjemand unter Deinem Fenster Vollgas gibt, ist einem wirklich hilfreichen Schlaf nicht sehr zuträglich.

Ein gleichmässiger Lärmpegel dagegen, ohne Spitzenwerte, wird zu Gewohnheit und stört längst nicht so sehr, wie ich aus eigener Erfahrung weiss.

Am besten ist aber ohne Zweifel eine wirklich ruhige Schlafumgebung.

hi also ich wohne direkt an einer hauptstrasse und bin seitdem ich hier wohne immer total gestresst... ich habe mich bis heute nicht dran gewöhnt.. schlafe auch kaum noch durch.. denke schon das es krank macht!!!! mfg

Hallo! Ja! Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein ständiger Lärmpegel in der Nacht durchaus schädlich für den Körper und die Gesundheit sein kann.

So kann es z.B. durch den Lärm zu Schlafstörungen kommen, die dann z.B. zu Herz-Kreislauf-Problemen und Bluthochdruck führen können.

Außerdem kann es zu Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Leistungsstörungen kommen. Damit steigt dann auch ggf. die Gefahr für Unfälle durch die Unausgeruhtheit und die Konzentrationsstörungen, insbesondere morgens bei der Fahrt zur Arbeit.

Ich habe dazu auch eine ganz informative Seite gefunden, da kannst du z.B. folgendes lesen:

Der Mensch verschläft ein Drittel seines Lebens, nahezu 3.000 von den 8.760 Stunden eines Jahres, rund 24 Jahre im Durchschnitt eines menschlichen Daseins. Doch Schlafstörungen nehmen zu. Man spricht inzwischen von 15 bis 25 % in der westlichen Welt. Davon mehr als die Hälfte so schwerwiegend, dass eine Behandlung unabdingbar sein sollte, denn die Konsequenzen für den nächsten Tag werden immer folgenschwerer (Einzelheiten siehe das entsprechende Kapitel: Schlafstörungen sind nicht gleich Schlafstörungen).

Für die sogenannten Insomnien gibt es viele Ursachen, seelische wie körperliche, vor allem aber psychosoziale. Und hier steht der Lärm an vorderster Stelle.

Die Stresswirkung von Lärm ist nachts um ein Vielfaches stärker als am Tage. Deshalb werden bei vielen Anwohnern lauter Straßen nachts erhöhte Werte des Stresshormons Cortisol im Blut gemessen. Auf welche Art der Schlaf gestört wird, hängt zum einen ab vom Alter und vom körperlichen und seelischen Zustand, einschließlich der Einstellung gegenüber der Lärmquelle, zum anderen von der Art des Lärms: Lautstärke, Dauer, Häufigkeit, Tonhöhe und auch der Information, die der Lärm übermittelt.

Ein entscheidender Aspekt ist auch der Zeitpunkt oder genauer die Schlaf-Phase, in der das Lärmereignis belastet. Dazu einige Erkenntnisse aus der Forschung:

  • Lärm bringt den natürlichen Ablauf des Schlafes und seiner verschiedenen Phasen durcheinander (Einzelheiten siehe obiges Kapitel über den Schlaf).

  • Lärm hindert vor allem am Einschlafen (während Durchschlafen und Früherwachen weniger betroffen sind).

  • Lärm weckt auf, besonders bei geringer Schlaftiefe, und die nimmt in der zweiten Nachthälfte im Rahmen der einzelnen Schlafzyklen ohnehin ab.

  • Lärm verhindert das Wiedereinschlafen. Denn wir wachen mehrfach pro Nacht auf, können uns aber in der Regel nicht daran erinnern – es sei denn, das Wiedereinschlafen verzögert sich.

  • Nicht nur Geräusche mit hoher subjektiver Bedeutung (wenn der eigene Name gerufen wird oder wenn das Kind unruhig schläft), sondern auch ungewohnte Geräusche können schon bei geringer Lautstärke aufwecken.

  • Auf plötzliche Geräusche reagiert der Schläfer stärker als auf kontinuierliche.

  • Müde Menschen reagieren zwar schwächer auf Lärm, Kranke dafür um so stärker.

  • Lärm verringert die Dauer von Tief- und Traumschlaf, die für die Erholung besonders bedeutsam sind (siehe oben).

Aus allen diesen Erkenntnissen resultieren dann wissenschaftliche Schlussfolgerungen wie:

  • Lärm während des Schlafes führt zu seelischer Unausgeglichenheit, zu einer Zunahme von Reizbarkeit und Aggressivität und der Abnahme jener Fähigkeiten, mit denen wir ansonsten seelisch belastende Situationen besser zu bewältigen pflegen.

  • Menschen, die unter lautem Verkehrslärm schlafen müssen, arbeiten vielleicht genauso schnell, machen aber morgens mehr Fehler. Möglicherweise schlägt sich das sogar auf das direkte Verkehrsgeschehen nieder, denn der „erste Arbeitsplatz am Morgen„ ist für viele die Fahrt ins Geschäft, und zwar am eigenen Lenkrad.

  • Schlafstörungen können – wie mehrfach erwähnt - Nervosität, Reizbarkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen und nervöse Magenleiden auslösen, wie beispielsweise in Wohngebieten mit nächtlichem Schwerlastverkehr vermehrt festgestellt wurde.

  • Nächtlicher Lärm bedroht insbesondere Menschen mit Herzinfarkt-Gefährdung, mit höherem Blutdruck, mit Stoffwechselstörungen und Magengeschwüren. Vor allem die durch Lärm verursachten oder verstärkten Stoffwechselstörungen können auch das menschliche Immunsystem und damit die Abwehrkräfte des Körpers untergraben. Die Folge ist eine verstärkte Infektanfälligkeit und Erkrankungshäufigkeit.

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/laerm.html

Viele Grüße!

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