Lymphknotenentfernung

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Heutzutage werden schon wesentlich schonende Operationsverfahren angeboten. Es wird erstmal der sogenannte "Wächterlymphknoten" entfernt. Er wird feinhistologisch untersucht und wenn man Krebszellen entdeckt, werden mehr Lymphknoten entfernt, wenn keine vorhanden sind, belässt man es bei der Entnahme des einen Lymphknotens. Durch die schonenden Verfahren muss sich nicht zwangsläufig ein Ödem bilden. Der Wächterlymphknoten ist der Knoten, der dem Tumor am nächsten war. Es führen aber viele Lymphgefässe in Knoten, sodass nur ein minimaler Bereich betroffen ist. Zu 90% wird die Lymphflüssigkeit über die Venen abtransportiert, 10% werden von den Lymphbahnen entsorgt. Durch Betätigung der Muskelpumpe kann man selbst etwas dafür tun, dass die Durchblutung angeregt wird und die Venen komprimiert werden. So findet ein besserer Rückfluss des Blutes und somit der Lymphflüssigkeit statt. Sollte trotz allem ein Lymphödem entstehen kann man sie mit manueller Lymphdrainage und Kompressionsbandagen und später Kompressionstrümpfen versorgen lassen.

Der Körper bildet neue Lymphbahnen. Ein Oedem lässt sich nur schwer verhindern, nach Krebs-OPn mit Entfernung von Lympfknoten sollte die betroffene Extremität geschont werden. Die Lymphdrainage ist hilfreich. Ebenso kühlende Umschläge oder Wicklungen . Ägyptische Heilerde in Wasser auflösen, darin elastische Binden durchnässen, die nicht tropfend nasse Binde von unten nach oben um das Bein / den Arm wickeln, dann Bein / Arm leicht hoch lagern und ca. 45 Min wirken lassen.

Bei Schonung der betroffenen Extremität, wird eher ein Lymphstau provoziert. Ich selbst bin ML- Therapeutin und habe mit Patientinnen nach Brust-Op in Kompressionsbandagen gymnastische Übungen gemacht, um den venösen Rückfluss zu verbessern.

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@schanny

Selbstverständlich soll der betroffene Teil nicht still gelegt werden. Die Muskelkontraktion ist als Lymphpumpe kaum zu ersetzen. Mit schonen ist gemeint, dass die normale Arbeit, sofern sie körperlich belastet, vermieden werden soll. So hat z. B. meine Schwester nach einer Mama-OP mit der übl. Lymph.-Resektion in der Achselhöhle, nach einigen Wochen ihre Arbeit in einer Großküche wieder aufgenommen. Wer Ahnung hat, kann sich vorstellen wie der Arm bald aussah und wie groß die Begeisterung der Ärzte war.

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@Winherby

Das kann ich mir gut vorstellen, dass bei Deiner Schwester ein massives Lymphödem aufgetreten war. Viele verbinden aber mit schonen, gar nichts mehr machen und den Arm nur still halten. Der Ausdruck war etwas irreführend. Ich hoffe, Deiner Schwester geht es gut und sie ist rezidivfrei. L.G.

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Lymphödeme können verhindert werden, indem der entsprechende Körperteil nicht zu sehr belastet wird. Was nicht heißt, dass er 'stillgelegt' werden soll ! Am Beispiel Arm: Keine großen Stapel Teller in den Schrank wuchten, lieber mehrere kleine Mengen; an der betroffenen Seite keinen Schulterriemen tragen (z.B. Handtasche, Laptop-Tasche o.ä). Die BH-Träger sollten breit sein und nicht einschneiden. Evtl. können die Träger vorhandender BHs durch ein zu kaufendes Zusatzteil verbreitert werden. Dieses Teil wird nur aufgeschoben und kann abwechselnd für mehrere verwendet werden. Man sollte auch den Arzt fragen, bis zu welchem Gewicht der Arm belastet werden darf. Wie von schanny beschrieben, wird normalerweise zuerst der Wächterlymphknoten entfernt und nach Untersuchung evtl. weitere. In der Praxis kann es trotzdem vorkommen, dass weitere Lymphknoten entfernt werden, obwohl der Wächterknoten OK ist.

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