Lohnt sich eine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus?

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Hallo! Zu der Zeit als ich gesetzlich versichert war, da hatte ich eine private Zusatzversicherung abgeschlossen.

Ausschlaggebend für mich, eine Zusatzversicherung abzuschließen, war, dass man Anspruch auf ein 2-Bett-Zimmer (oder falls anders versichert 1-Bett-Zimmer) hat. Für mich war es eine Horrorvorstellung mit 4 oder noch mehr Leuten (habe schon 6-Bett-Zimmer) gesehen auf einem Zimmer zu liegen und bei allen kommen jeden Tag die Familienclans... Da hatte ich selbst im 2-Bett-Zimmer schon einmal schwere Zeiten, weil meine Zimmernachbarin von morgens bis Abends ständig Besuch hatte, der sich auch nicht gerade leise unterhalten hat. Und wenn das dann noch mehr sind - nein danke. Wenn es dir dann auch noch schlecht geht, und du einfach nur Ruhe haben möchtest, dann ist das eben in einem kleineren Zimmer deutlich einfacher und angenehmer. Du hast halt ein bißchen mehr Privatshäre.

Normalerweise sollten natürlich alle Patienten, egal ob gesetzlich oder privat versichert, gleich und gleich gut behandlet werden. Leider ist dies aber oft nur in der Theorie der Fall. Manche Kliniken machen da teilweise sehr große Unterschiede, manche Krankenhäuser gar nicht.

Das kommt natürlich auch immer auf die jeweilige Klinik an und wie das da gehandhabt wird. Ich habe als Privatpatient im Krankenhaus - auch als gesetzlich versicherter mit privater Zusatzversicherung - schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht.

In der Regel ist es auch so, dass du als P-Patient vom Chefarzt behandelt wirst, als gesetzlich versicherter vom Stationsarzt und der Chef guckt einmal in der Woche bei der Chefvisite kurz vorbei. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein, oft ist es aber doch so, dass Chefärzte ein wenig höher qualifiziert sind. Allerdings sind Stationsärzte oftmals näher am Patienten. Aber das kommt natürlich auf den jeweiligen Arzt an. In einem Krankenhaus fand ich den Stationsarzt sogar besser als den Chefarzt.

Es kann auch sein, dass du als Privatpatient sofort irgendwelche Untersuchungen bekommst, mit denen bei gesetzlich versicherten erstmal gewartet wird, ob die tatsächlich notwendig sind. So wurde bei meiner Oma mit Verdacht auf Schlaganfall z.B. erst nach 4 Tagen auf unser Drängen ein CT oder MRT (weiß nicht mehr genau) gemacht und nicht sofort wie es wichtig gewesen wäre!

Bei manchen Kliniken, und je nach Aufnahme- und Behandlungsgrund, bekommst du als Privatversicherter evtl. auch schneller einen Termin, als ein gesetzlich versicherter. Insbesondere bei planbaren KH-Aufenthalten oder Operationen.

Ich selber habe es erlebt, dass ich in einer Spezialklinik schon in der darauffolgenden Woche ein Bett bekommen habe, eine Mitpatientin, die ich dort kennengelernt hatte, war gesetzlich versichert und hatte über 3 Monate auf ein Bett gewartet!

In manchen Krankenhäusern bekommst du als P-Patient außerdem eine Tageszeitung, kostenloses Mineralwasser und auch eine größere Essensauswahl, wobei das natürlich eigentlich eher Nebensächlichkeiten sind.

In oben genannter Spezialklinik (für manuelle Therapie) habe ich es ganz krass erlebt: Privatpatienten bekamen Bademäntel und Handtücher gestellt, Handtücher wurden 2x/woche gewechselt. Gesetzlich versicherte mussten alles selber mitbringen. Aber die Mindestaufenthaltsdauer war 3 Wochen! Es gab kostenlos Mineralwasser so viel man wollte und die Zimmer wurden alle 2 Tage geputzt. Gesetzlich versicherte mussten sich Wasser kaufen und die Zimmer wurden nur 1x/Woche gereinigt. Und es waren eben teilweise 6-Bett-Zimmer!

Beim Essen (das fand im Speisesaal statt), gab es für die Privaten mehr Auswahl z.B. bei Frühstück und Abendessen mehr Aufschnitt oder mehr Käsesorten und zu mittag sogar größere Portionen und noch zusätzliche Menüs. Da war es manchesmal schon fast peinlich privat versichert zu sein.

Natürlich ist mein Beispiel sehr extrem, und es gibt auch genug Kliniken, wo nicht so gravierende Unterschiede gemacht werden, aber ich war eigentlich an allen Krankenhäusern sehr froh, dass ich so eine Zusatzversicherung hatte!

Viele Grüße

Mit einer Krankenhauszusatzversicherung hat ein gesetzlich Versicherter Anspruch auf 1. Ein- oder Zweibettzimmer, 2. Chefarztbehandlung und 3. freie Klinikwahl. 1) ist eine persönliche Entscheidung. 2)ist sachlich und fachlich nicht immer notwendig, denn Oberärzte haben oft die gleiche oder bessere Qualität 3) hängt vom Fall ab, der eintritt. Die Stiftung Warentes hat die Leistungen von Zusatzversicherungen bereits getestet.

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