Lispeln in der 2. Klasse - Logopäde notwendig?

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Es ist auf jeden Fall sinnvoll und nicht übertrieben und sehr gut gemeint von der Lehrerin. Suche mit Deinem Sohn erst einen Kieferorthopäden auf und im Anschluss geh mit ihm zum Logopäden. Denk auch mal dran, dass Dein Sohn wegen dem Lispeln gehänselt werden könnte. Sind die zweiten Zähne denn schon alle komplett vorhanden? Wenn nicht, kann es auch mit dem Zahnwechsel zusammenhängen. Solange die Zähne nicht komplett vorhanden sind, kann man auch als Logopäde nicht viel machen. Denn wenn eine Zahnlücke der vorderen SChneidezähne besteht, rutscht die Zunge beim Artikulieren von s und sch in die Lücke. L.G.

Kommt drauf an, ob das übertrieben ist. Es gibt die Meinung, dass Kinder mit dem Schuleintritt regelgerecht artikulieren können sollten. Das halte ich für übertrieben. Gerade /s/ und /sch/ lernen viele Kinder in den ersten Schuljahren ohne fremde / therapeutische Hilfe.

Der Zahnwechsel, der in anderen Antworten immer wieder erwähnt wird, spielt eine sehr geringe Rolle. Für die Bildung des /s/ werden die unteren Schneidezähne sowie nicht gebraucht und auch fehlende obere Schneidezähne werden von den meisten Kindern so gut kompensiert, dass sie ein (fast) scharfes /s/ sprechen.

Um eine Prognose zu stellen, ob das scharfe /s/ "von selbst kommt", kann man auch als Laie dem Kind das /s/ vormachen und es auffordern, das /s/ ohne Druck (!) genauso scharf zu machen. [Das ist für das Kind eine Aufgabe, die dem Pfeifen auf den Fingern ähnlich ist.] Gelingt das, ist die Prognose eher gut, wenn nicht, eher schlecht.

Therapeutische Hilfe ist dann angezeigt, wenn eine Zahnfehlstellung (das wissen Eltern meist) oder eine myofunktionelle Störung (Unterspannung der Mund- und Rachenmuskulatur, das wissen Eltern meist nicht) vorliegt.

Im Übrigen: Eine Vorstellung bei einer Logopädin schadet (in der Regel) nicht. Wenn diese sauber arbeitet, wird sie nichts machen, was (jetzt) nicht nötig ist.

Die "Reparatur" ist im übrigen noch im Erwachsenenalter möglich, wird aber mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Das 8. bis 10. Lebensjahr ist schon eine gute Zeit, die Sache anzugehen.

Um dem Kind zu ermöglichen ohne Sprachstörungen, die je älter das Kind ist umso schlechter geheilt, bzw. therapiert werden können, sollte ein Logopäde besucht werden. Es fällt dem Kind auch leichter, in der Gruppe zu sprechen, wenn es keine Angst haben muß, von den Mitschülern ausgelacht zu werden.

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