Lendenwirbelbeschwerden nach Hüft-TEP?

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3 Antworten

Mir stellte sich beim Lesen Deiner Frage eine weitere Fragen: 

Hast Du diese Schmerzen im Bett nur daheim im Bett?

Oder hattest Du diese Bettschmerzen in der Klinik auch?

Waren diese Bettschmerzen auch vor der OP (daheim)?

Mir fallen nämlich zwei mögliche Varianten als Ursache ein:

Die erste Variante ist ganz einfach ein Kompensationsschmerz. Soll heissen, spätestens durch die TEP-OP hat Dein Körper eine (Hüft-) Schonhaltung angenommen, die die Hüfte entlastet, aber die Muskulatur des Rückens hoch belastet und hat diese nun verkrampfen lassen. Dann hättest Du nun "einfach" Muskelverkrampfungsbeschwerden. Das kann aber auch in der schmerzhaften Zeit vor der OP bereits entstanden sein.

Ich habe einfach in Anführung geschrieben, weil ich weiss, dass diese Schmerzen immens sein können. Dennoch gilt einfach, denn bei dieser Variante ist die Lösung einfach. Du brauchst eine Art Ergotherapie, bzw. Gangschule, in der Du lernst, die anerworbene Schonhaltung Dir wieder abzugewöhnen. Parallel begleitend werden einige Fangopackungen und Massagen Deine Rückenmuskeln entspannen, danach ist ein Muskelaufbautraining wichtig. Wichtig ist auch diese exakte Reihenfolge. Lass Dich nicht vom Arzt abwimmeln und ohne Fg+Mass. nach Hause schicken.

Die zweite Variante nimmt an, dass Dein Bett daheim nicht (mehr) zu Deinem Körper, zu Deiner physischen Konstitution passt. Soll heissen, die Matratze und der Lattenrost sollten mal überprüft werden, denn entweder ist diese Kombination auf "zu hart" oder auf "zu weich" eingestellt, - beides kann fatale Folgen nach sich ziehen.

Die Überprüfung kannst Du mit Hilfe einer zweiten Person selbst durchführen. Dieser Helfer markiert als erstes die Dornfortsätze Deiner Wirbelsäule mit einem Edding mit gut sichtbaren Punkten. Dann legst Du Dich seitlich ins Bett - auch dann, wenn die Seitlage nicht Deine typ. Schlafhaltung sein sollte. Lieg entspannt und der Helfer überprüft optisch, ob sich die zuvor markierten Punkte in einer stockgeraden Reihe darstellen. Ist dies der Fall, ist alles OK, ist die Punktelinie nach unten durchgebogen, dann ist die Bettanlage zu weich,  ist die Linie wellig, dann ist die Bettanlage zu hart, es muss in jedem dieser Fälle etwas geändert werden. Optimal ist es, wenn der Helfer dann diese nicht gerade Punktelinie mit einem Kontroll-Bild dokumentiert.  

Nun solltes Ihr den Lattenrost entweder auf härter oder weicher einstellen, je nachdem, wie die Einstellung bisher war. Dann die Prozedur wiederholen. Stellt sich die Punktereihe nun schön gerade dar, dann ist es gut, wenn nicht, dann muss wohl ein neues Bett (Lattenrost+Matratze) her. Dann geh in ein Fachgeschäft und zeigt die o.  g.  Bilder, dann sollte der Verkäufer wissen was Du brauchst.

In Sachen Knie solltest Du mMn erst mal abwarten, was die Überprüfung / Verbesserung der Matratze ergibt, oft wirkt sich das auch auf andere Gelenke positiv aus, wenn die Schlafhaltung optimiert wurde. Zweitens würde ich auch deshalb warten, weil die Ergotherapie/Gangschule erst mal Wirkung für den Rücken zeigen muss, meist verbessern sich dann auch solche Kompensationsbeschwerden.

Tja, soviel in Kürze, ich hoffe es ist für Dich umsetzbar und hilft, lG

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Kommentar von elli57b
18.07.2016, 17:10

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Also, eine Schonhaltung habe ich nicht mehr, seit ich operiert wurde. Allerdings hatte ich auch schon vor der OP Beschwerden im Lendenwirbelbereich und auch im Knie. In der Rehaklinik meinte die Ärztin, man sieht, dass Arthrose in meinem Knie ist. Deshalb sei diese wohl auch nur noch zu lindern, aber nicht mehr zu beseitigen. Und genau aus diesem Grund riet sie mir zur Abklärung eine Röntgenaufnahme machen zu lassen. Unsere Matratzen sind noch relativ neu. Wir haben sie erst vor 1 Jahr gekauft.

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Hallo,

nach der TEP OP justiert sich in der Regel der ganze Körper neu. Es kann zu Rücken, Knie & auch Fußschmerzen im Gelenk kommen. Hatte ich auch alles, so wie in der Reihenfolge beschrieben. Durch gezieltes Training kann man da viel machen. Am besten mal mit Ihrem Physiotherapeuten sprechen. Das Knie würde ich erstmal hintenan stellen. Falls die Arthroseschmerzen schlimmer werden ,würde ich erst nach ca 6 -12 Monaten was unternehmen. Müssen am Ende allerdings natürlich Sie entscheiden, weil keiner weiss, wie die Schmerzen bze die Schmerztoleranz ist... Da eigentlich fast jeder ziemlich lange mit der TEP OP wartet, haben sich Fehl und Schonhaltung entwickelt, welche durch die OP nicht über Nacht verschwinden. Vieles ist automatisch und vom Gehirn dann "abgespeichert" & das wurde uns ja - zum Glück ! - nicht operiert ;))

Grüße  Bea

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Der Orthopäde muss doch irgendwas gesagt oder gemacht haben. Wenn er sich wirklich in Schweigen gehüllt hat, frag' Deinen Hausarzt, was Du tun sollst.

Was die Lendenwirbel angeht würde ich mal einen Arzt fragen, ob das daran liegen kann, dass der Lendenwirbelbereich durch den vorangegangen Hüftschaden so geschädigt sein kann, dass Du jetzt Probleme in der Normalstellung hast.

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Kommentar von elli57b
18.07.2016, 17:06

Mein Orthopäde hat gar nichts dazu gesagt. Offenbar ist ihm mein Knie momentan egal. Und mein Hausarzt hält sich daraus. Er überlässt solche Entscheidungen dem Facharzt.

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