Laserablation am Vorhof

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Hallo Jupp,

die Ablation der Pulmonalvenenostien bei anfallsartigem Vorhofflimmern ist mittlerweile eine der häufigsten Ablationen, die in Deutschland durchgeführt wird. Es gibt verschiedene Verfahren (Laser, Hochfrequenzstrom, Cryoablation). Die Erfolgsquote liegt so an die 80% bei der ersten Sitzung.

Es gibt mittlerweise mehrere seriöse Untersuchungen, die nachgewiesen haben, dass das Abladieren von Vorhofflimmern keinen Überlebensvorteil mit sich bringt. Um zu beurteilen, ob der Eingriff für einen selbst sinnvoll ist, muss man also den eigenen Leidensdruck gegen das Risiko des Verfahrens abwägen. So wie ich Dich verstehe, hast Du es gelegentlich, dann aber nur sehr kurze Episoden. Das scheint mir nicht dramatisch. Die Erfahrungen mit den Methoden sind mittlerweile in den entsprechenden Zentren hoch, dennoch ist das Risiko für Komplikationen nicht gleich null. Du solltest Dich also zu den Risiken des Eingriffs beraten lassen, am besten von einem Kardiologen, der das selbst macht.

Hallo dannischu, danke, daß Du so schnell reagiert hast. Habe am 20.03. einen Termin im Herzentrum München. Da werde ich mich ausführlich beraten lassen. Wenn man den Anfall hat, denkt man, daß das letzte Stündlein geschlagen hat. Ich weiß auch, daß bei mir vieles psychisch bedingt ist. Das merkwürdige ist ja, daß es nicht bei körperlicher Belastung auftritt. Na ja, werde sehen was dabei rauskommt. Danke nochmal jupp

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@camp49

Hallo Jupp,

Du kannst Dir erklären lassen, wie es zu einem "Anfall" kommt. Das hat tasächlich nichts mit Belastung zu tun. Da sind ein paar versprengte Herzmuskelzellen in den Pulmonalvenen, die "denken, sie müssten hier mal mitmachen ". Und das tun sie dann auch und feuern ein paar Impulse in den Vorhof und der Mist geht los.

Ich kenne das Herzzentrum in München nicht, bin aber sicher, dass da die Experten sitzen. Wenn Du Ihnen klarmachst, dass Du Dich damit beschäftigt hast dann werden sie das bestimmt dfferenziert mit Dir besprechen. Viel Erfolg !

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@dannischu

Hi dannischu, war heute im Herzzentrum. Nach ausführlichem Gespräch und einer vorausgegangenen, gründlichen Untersuchung, erklärte mir der Arzt, daß es im wesentlichen auf den "Leidensdruck" , die Häufigkeit und die jeweilige Dauer der Anfälle ankomme. Er stellte es in mein Ermessen, ob und wann ich eine Ablation machen lasse. Er sagte weiter, daß bei häufigem Vorhofflimmern die Gefahr von Blutgerinseln besteht, die wiederum einen Schlaganfall begünstigen können. Danke für Dein Interesse Jupp

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@camp49

Ja. Klingt vernünftig. Die Entscheidung ist gar nicht einfach.

Das Risiko mit den Schlaganfällen bedarf einer differenzierten Betrachtung. Da spielen mehrere Faktoren mit rein, u.a. Dein Alter und ob zusätzliche Risikofaktoren bestehen (Diabetes, Hypertonie, Herzschwäche, Schlaganfall). Das Risiko der Schlaganfälle ist aber weitgehend beherrschbar (in einigen Fällen durch die Einnahme eines Blutgerinnungshemmers) und hilft daher bei der grundsätzlichen Entscheidung nicht. Die Entscheidung drängt nicht.

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