L-Thyroxin und totale SD-Entfernung

1 Antwort

Sie scheinen wirklich nicht sehr gut betreut zu werden. Die Hormone der Schilddrüse sind für die Steuerung des gesamten Stoffwechsels verantwortlich, und der wieder ist für den ganzen Körper entscheidend. Eigentlich sollten Sie nicht selbst auf die Suche nach dem Was und Wie für Ihren Fall gehen müssen. Das sollte nicht sein. Ihre Idee eines Tagebuches ist sehr gut.

Oft hört man ja, die Ärzte nähmen sich nie genug Zeit für die Patienten. Das Gesundheitssystem sei nur für die Ärzte da. Heutzutage wird man da nur durchs System geschleust und steht am Ende mit irgendwelchen Pillen da, aber Fragen werden nicht beantwortet.

Beim Arzt in der Praxis oder in einer Fachklinik erwartet jeder eine gründliche Untersuchung, umfasende Auskünfte, eine passende Diagnose die verstehbar erklärt wird. Jeder wünscht sich eine Behandlung, die die vorliegenden Beschwerden rundum bessert und dazu eine Beratung für seine Situation.

Oft ist es aber so, dass man beim hinausgehen schon merkt, dass man etwas wichtiges vergessen hat zu fragen, etwas gar nicht verstanden hat. Schlimmstenfalls hat man das Gefühl nicht ernst genommen und am Ende mit irgendwelchen Pillen und lapidaren Ratschlägen abgespeist worden zu sein.

Man muss sich einmal vor Augen halten, dass eine Praxis oder Klinik ein Betrieb ist, bei dem es um Effizienz geht. Sie sind nicht der einzige Patient, der nächste möchte auch noch heute drankommen. Jeder Patient ist individuell, kommt aber als ganz unbekannter Mensch zur Tür herein. Nun soll ein Arzt sich ein ganzes Patientenleben anhören.

Kaum ein Arzt ist erfreut, wenn ein Patient mit einer "selbstgebastelten Diagnose", also einer mutmaßlichen Erkrankung kommt, von der er einmal irgendwo gehört hat, auf die zwei seiner Symptome vage passen könnten. Es ist auch für jeden anstrengend, in einem Gespräch einer großen Anzahl von ungeordneten und nicht zusammenhängenden Symptomen zu lauschen, und diese auch noch nur vage geschildert zu bekommen.

Der Arzt soll ja alles im Kopf mal auf die Schnelle einordnen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Gerade denkt er, der Patient ist fertig, alles wichtige ist beisammen, dann kommt: "Ach ja, da fällt mir ein, vor acht Wochen..." In einem Informationswust kann sich niemand zurechtfinden.

Sie als Patient müssen da schon selbst etwas Vorarbeit leisten. Machen Sie es dem Arzt nicht all zu schwer, er soll ja herausfinden, was mit Ihnen los ist. Bereiten Sie sich selbst auf ein kommendes Arztgespräch oder einen Untersuchungstermin in einer Klinik vor. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie die Eckdaten Ihrer Krankengeschichte auf.

Fangen Sie nicht bei Adam und Eva an, aber lassen Sie nichts aus, das wichtig werden könnte. Überlegen Sie schon, wie Sie Ihre ganzen Symptome treffend schildern können, wann und wie es anfing, den ungefähren Verlauf welche Mittel in welscher Dosis Sie bekamen, ob und wie die geholfen haben, oder nicht. Stellen Sie sinnvolle Fragen.

Dann schreiben Sie sich auch noch auf, wann etwa welche Untersuchungen gemacht worden sind, und was die Ergebnisse waren. Außerdem halten Sie auch noch fest, welche Medikamente Sie seit wann ungefähr und in welcher Dosis einnehmen, damit Neben- und Wechselwirkungen gleich abgeklärt werden können.

Mit dem Arzt oder Klinikpersonal sprechen Sie dann über nichts anderes, als die Dinge, die auf Ihrer vollständigen Liste sind. Das machen Sie ohne Jammern und Stöhnen, und ohne irgendwelche Vermutungen und Spekulationen über mögliche Ursachen. Sie wollen ja ein sachliches Gespräch.

Wer so vorbereitet zu einer Untersuchung kommen, ist der ideale Patient. Geben Sie nur nüchterne Daten und Fakten an und lassen Sie Emotionen aus dem Spiel. Lamentieren Sie nicht über frühere Fehler anderer Ärzte, fehlerhafte frühere Diagnosen oder falsche Behandlungen.

Dort wo Sie dann sind, kann niemand etwas dafür, wenn Sie vorher woanders nicht richtig behandelt oder beraten worden sind.

Und beim nächsten Arzttermin machen Sie alles besser!

Was möchtest Du wissen?