Kur: Wie lange?

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Meines Wissens nach bezahlt die Krankenkasse nur noch 3 Wochen Kur, Verlängerung auf Antrag. Von daher wären die drei Wochen doch genau die richtige Zeit. Wobei drei Wochen eventuell nicht genug sind, um eingefahrene Lebensweisen, besonders die ungesunden, zu ändern. Das dauert deutlich länger. Ich könnte mir vorstellen, dass in diesem Fall eine anschließende Selbsthilfegruppe hilfreich sein könnte, besonders was die ungesunde Ernährung betrifft. Aber da gibt es in der Kur bestimmt Adressenangebote, die du warnehme könntest.

Eine Kur allein ist auch kein Allheilmittel, aber sie kann dir Impulse geben und dir helfen Methoden zu erlernen, die für ein gesundes Leben nützlich sind. Die Dauer der Kur ist nicht entscheidend, sondern wie du die Erkenntnisse in dein Leben einbaust und danach lebst. Wichtig ist immer die Regelmäßigkeit, Hauruck Aktionen bringen dich nicht weiter. Wichtig ist eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung, bei Stress das Anwenden von Entspannungstechniken und eine gesunde Mischung von An- und Entspannung.

Meine Antwort wird Dich jetzt vielleicht überraschen, aber: Du brauchst keine Kur, Du solltest dauerhaft einiges in Deinem Leben ändern!

Immerhin ist Dir bereits bewußt, daß Du mit Deiner Gesundheit nicht achtsam umgehst. Die Schäden, die dadurch entstehen, kannst Du nicht eben mal in zwei, drei oder auch fünf Wochen beseitigen! Du bist schließlich kein Auto, welches in der Werkstatt repariert wird. Wobei ich vermute, daß Du Dein Auto besser behandelst als Dich: Du tankst nicht ständig ungeeignetes Benzin, Du fährst nicht nur mit Vollgas um die Kurven... ;o)

Du solltest Dir überlegen, wie Du Dich trotz des beruflichen Stresses gesund ernähren kannst. Du könntest zum Beispiel eine halbe Stunde früher aufstehen und in Ruhe frühstücken. Du könntest Dir gesunde Snacks mitnehmen (Joghurt, Obst, ...) und zwischendurch essen. Du könntest auf Kantinenessen verzichten und Dir abends selbst etwas Leichtes, aber Nahrhaftes zubereiten.

Ich weiß nicht, wie bewegungsfreudig Du bist. Was würde Dir denn Spaß machen, so daß Du dabei bliebest? In Gesellschaft joggen, tanzen, Bowling, ...? Radfahren, Jazzdance, Bauchtanz, ...? Auch abends noch eine halbe Stunde "um den Block" spazieren und die Gedanken auspendeln lassen, wäre ein guter Anfang.

Jetzt sagst Du sicherlich: Ich bin abends viel zu erschossen, um noch irgendeine Aktivität zu entwickeln! Das ist aber nur Dein Schweinehund, der Dich umschmeichelt. Da mußt Du Dich durchsetzen! :o)

Um nun doch noch konkret auf Deine Frage einzugehen: das Schlechteste, was Du tun kannst, ist "nur so" daheim zu bleiben. Du wirst den Alltag nicht los! Besser ist, irgendwohin zu fahren, wo Du aktiv und passiv etwas für Dich tun kannst. Zwei wochen sind zu wenig, drei Wochen knapp, jede Woche mehr ist besser. Aber Du wirst sehen: der "Erholungseffekt" ist nach spätestens zwei Wochen Arbeit in alle Winde zerstoben, wenn Du nicht Grundlegendes in Bezug auf Ernährung und Bewegung änderst.

Eine sogenannte krankenkassenfinanzierte "Kompaktkur" dauert typischerweise drei Wochen - das ist auch sinnvoll. Da bekommst du auch gute Impulse für gesunde Ernährung und Sport. Ansonsten empfehle ich als Yogalehrer auch eine Yoga Kur oder Yoga Ferienwoche (über Google Suche findest du da viele Infos). Da kannst du auch in 2 bzw. 1 Woche gut aufladen und erhältst Anregungen für anschließend zuhause.

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