Künstliche Ernährung - zustimmen oder nicht?

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Lieber Archibald, nach all dem, was Du hier bereits zu Deiner Frau geschrieben hast, mag sie nicht mehr leben. Organische Gründe für eine Nahrungsverweigerung (Schmerzen, Schwierigkeiten beim Schlucken, etc.) sind doch gewiss längst im Vorfeld ausgeschlossen worden? Nahrungsverweigerung "aus freien Stücken" ist im Grunde die einzige Willenserklärung, die ein schwerstpflegebedürftiger Mensch noch abgeben kann, und eine künstliche Ernährung durch PEG-Sonde o. a. ist in meinen Augen dann nichts als respektlose Körperverletzung.

Wie francis1505 ganz richtig feststellt, hat der Verzicht auf künstliche Ernährung nichts mit "Verhungernlassen" zu tun. Wenn Du Dich näher damit befassen willst, empfehle ich Dir das Buch Chabot/Walther, "Ausweg am Lebensende, Selbstbestimmtes Sterben durch freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken".

Ein weiteres sehr informatives Buch ist "Sterben dürfen" von Putz/Gloor. In diesem geht es um den jahrelangen Kampf von Angehörigen für einen würdigen Tod der Mutter. Zum Schluss hatten sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die auch eventuell auf Dich zukommen könnten, wenn Du die künstliche Ernährung verweigerst.

Es ist nämlich möglich, dass das Pflegeheim sich weigert, aus "ethischen Gründen", die künstliche Ernährung zu unterlassen bzw. einzustellen. Vielleicht klärst Du im Gespräch mit der Pflegedienstleitung vorab, wie man dort generell vorgeht, wenn Angehörige diese verweigern. In dem (authentischen) o. g. Fall wurde die Patientin zunächst zwangsernährt und später der Pflegeplatz gekündigt.

Die Entscheidung kann und wird Dir niemand abnehmen. Vielleicht hilft Dir dieser Text bei der Entscheidungsfindung:

http://www.praxis-drfritz.de/gesundheitstipps-patienteninformationen/nahrungsverweigerung-bei-chronisch-komplex-kranken/

Alles Gute für Dich und Deine Frau!

Ich finde, man kann aus der Entfernung nicht sagen, ob jemand nicht isst, weil er sterben will, oder weil beispielsweise eine Depression besteht, die ebenso zu Nahrungsverweigerung führen kann. Hilfreich kann die Entscheidungshilfe der AOK sein: Es ist eine Broschüre und ein Arbeitsbogen, mit dem Angehörige, Ärzte, Betreuer und auch Pflegekräfte umfassende Informationen über das Für und Wider der künstlichen Ernährung erhalten. In der Broschüre werden Gründe für eine Mangelernährung erklärt und die Möglichkeiten, was man dagegen tun kann. Die Informationen sind gut verständlich.

Der Arbeitsbogen, fasst das Wissen aus der Broschüre und die Kenntnisse über den Betroffenen zusammen. Er umfasst 2 Seiten. Link: http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/kuenstliche-ernaehrung-im-alter-176155.php

Port läuft schlecht

Hallo!

Seit 9 Tagen habe ich jetzt meinen Port, letzten Donnerstag wurde er das erste mal angestochen. Morgen ist ein Wechsel der Portnadel geplant.

Dennoch muss ich hier heute nochmal eine Frage stellen, in der Hoffnung, dass sich vielleicht jemand damit auskennt.

Und zwar ist es so, dass in der letzten Nacht die Ernährungslösung nur sehr langsam gelaufen ist, obwohl der Tropfenzähler relativ schnell eingestellt war (200 ml/h). Heute morgen war nach 12 Stunden noch nicht mal die Hälfte durchgelaufen (ich habe 1000 ml-Beutel). Die Schwester vom Pflegedienst heute morgen meinte, dass ich vielleicht im Schlaf etwas den Schlauch abgeknickt habe, das könne schonmal vorkommen.

Jetzt bin ich auch wieder seit 1 Std, angeschlossen und es läuft wieder nur sehr langsam. Jetzt habe ich gerade festgestellt, dass ich die Laufgeschwindigkeit etwas mit meiner Körperhaltung beeinflussen kann. Sprich, setze ich mich kerzengerade aufrecht (mit leicht durchgedrücktem Rücken) hin, dann läuft es schneller, als wenn ich z.B. gemütlich auf der Couch sitze. Lege ich mich auf die Seite läuft es mit anderer Geschwindigkeit als wenn ich auf dem Rücken liege. Das Spülen vor Anlage der Nahrungslösung ging ganz normal (da habe ich normal auf einem Stuhl gesessen)

Hat das was zu sagen? Muss ich mir da Gedanken machen?

Jetzt ist ja leider niemand mehr zu erreichen, den ich sonst fragen könnte. Ich kann ja alle (Arzt bzw. Pflegedienst) erst morgen früh wieder erreichen.

Kennt sich jemand von euch damit aus?

Viele Grüße und Danke! Lexi

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