Krankengymnastik soll nicht mehr bezahlt werden. Würde ein Widerspruch Sinn machen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Hallo Lexi, ja, leg unbedingt Widerspruch ein. Mach denen klar, dass es durchaus unterschiedliche Anwendungen in den KG-Leistungen gibt. So muss denen doch klar sein, dass es sowohl passive -, als auch aktive KG-Anwendungen gibt. Die passiven Übungen kann keiner daheim selbst machen.

Was war denn das für ein Gutachter, der nach Aktenlage begutachtet? Der singt doch nur das Lied der Hand, die ihn füttert.

Die aktiven Übungen machst Du ja tgl. daheim, und für die passiven ist der Krankengymnast nötig. Da kann es doch überhaupt keine Diskussion geben!  Dies sollte auch der Arzt unterstützend nochmals nachdrücklich erklären.

Wenn das dann auch nicht fruchtet, dann hilft nur noch ein Schreiben vom Anwalt.

Was ist denn mit der Beihilfestelle? Die wird ja wohl ihren Anteil zahlen. Kann die denn nicht zu Deinen Gunsten Stellung nehmen? Ich würde da mal nachfragen. Viel Erfolg, Winherby

Lexi77 16.08.2016, 15:39

Danke für deine Antwort! Die PKV hatte ein "unabhängiges Gutachteninstitut" beauftragt. Ich fand die Vorgehensweise schon komisch, aber mir blieb ja nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. 

Mein Arzt  (Orthopäde) hatte mir ja schon einen sehr guten Bericht geschrieben, dass eine physiotherapeutische Dauertherapie medizinisch indiziert sei, u.a. auch damit "die Berufstätigkeit und Teilnahme am Leben in der Gesellschaft" weiterhin möglich sei. Er hat auch geschrieben "Eine positive Prognose besteht aus meiner Sicht ohne Therapie nicht. Die Therapie muss daher aus medizinischen Gründen... auch weiter fortgesetzt werden."

Eigentlich lag dem Gutachter auch nur dieser Bericht vor...

Ich habe jetzt nochmal einen Termin beim Arzt gemacht und werde das weitere Vorgehen mit diesem besprechen. Und dann werde ich sicher noch Widerspruch einlegen. 

Meine Physio unterstützt mich da auch. 

Die Beihilfe zahlt ihre 70%. Bzw. nicht ganz, da sie nach der letzten Preiserhöhung nicht mehr alles zahlen. 

Nochmal Danke! 

1
Winherby 16.08.2016, 18:33
@Lexi77

Wie unabhängig ein Gutachter ist, hängt primär davon ab, wer ihn für seine Begutachtung bezahlt. Und wenn dieses Institut nur dieser Arztbericht vorlag und dann so urteilt, dann erkennt wohl jeder, wie "unabhängig" dieses Institut in Wahrheit ist.

Einen W I R K L I C H unabhängigen Gutachter wird nur das Sozialgericht beauftragen, also lass es drauf ankommen, die PKV hofft schließlich darauf, dass sich keiner wehrt. LG

2
Lexi77 24.08.2016, 21:59
@Winherby

so, ich war jetzt am Montag beim Orthopäden und der sagt auch ganz klar, dass ich Widerspruch einlegen soll um das Bestmögliche herauszuholen. Er wird mir auch nochmal eine entsprechende Stellungnahme schreiben.

Auch meine Physio wird mir was dazu schreiben (wenn ihr der neue Bericht des Orthopäden vorliegt). Sie will dann auch weitere Faktoren mit einfließen lassen, z.B., dass durch den Port ja auch Verspannungen in der Brustmuskulatur entstehen und ich den Arm weniger bewegen kann, was ja auch entsprechende Auswirkungen hat und so auch die Beweglichkeit eingeschränkt wird. Auch dass wir zwischendurch immer mal Atemtherapie und Zwerchfellbehandlung machen. Sie hat sich schon einiges überlegt, will aber trotzdem erst den Brief vom Doc lesen, damit es dann auch überein stimmt.

Ich bin mal gespannt... Ehrlich gesagt, habe ich keine Lust da auch noch einen Anwalt einzuschalten. Ich habe immer noch genug Stress wegen meines Unfall-Verfahrens.

1
Winherby 24.08.2016, 23:15
@Lexi77

Dank für den Stern und viel Erfolg für Dich. 

1

Ich würde in jedem Fall Widerspruch einlegen, aber gleichzeitig auch noch mal mit dem Arzt und dem Physio reden. Das Argument "Übungen in Eigenregie" ist ein wahrer Klassiker unter den Totschlagargumenten von Seiten der Krankenkasse. Dem entgegensetzen kannst Du meiner Meinung nach nur eine Stellungnahme von Deinem Orthopäden und Deinem Therapeuten, dass Du den aktiven Part (z.B. stabilisierende Übungen) in Eigenregie zuhause durchführst, der passive Part (Mobilisierung von Gelenkblockaden, detonisierende Maßnahmen, etc.) aber nur im Rahmen der therapeutischen Behandlung abzudecken ist.

Idealerweise "decken" sich die ärztliche und die physiotherapeutische Meinung und zeigen auch mögliche Kostensteigerungs-Szenarien bei der Verweigerung weiterer Verordnungen auf.

Lexi77 17.08.2016, 12:07

Danke! Einen Termin beim Orthopäden habe ich für Montag bekommen, damit ich die Thematik mit ihm besprechen kann. Und meine Physio steht da sowieso voll hinter mir. Sie sagte auch, dass es nicht verständlich sei, da ich ja schon seit Jahren meine Übungen machen würde, aber dass eben auch passive Techniken notwendig wären. 

1

Hallo,

für PKV-Versicherte ist immer der Vertrag inklusive aller Anlagen maßgebend. Wenn es dort keine genaue Aussage gibt (fast immer steht dort nur allgemein "Leistungen dürfen das Maß des Notwendigen nicht übersteigen"), kann es sinnvoll sein, den PKV-Ombudsmann einzuschalten.

Sonst bleibt nur die Klage vor dem Amts- bzw. Landgericht übrig (abhängig vom Streitwert). Die Erfolgsaussichten sind - wie immer vor Gericht - unsicher.

Gruß

RHW



Moin Lexi 77,

Widerspruch einlegen macht immer Sinn.

Als chronisch Kranker hättest Du nach meinen dafür halten einen Anspruch auf eine Dauerbehandlung. 

Gehe mal zum Sozialverband und lasse Dich beraten.

Viele Grüße

Waldmensch

Lexi77 16.08.2016, 15:40

Danke. Ich spreche nächste Woche nochmal mit meinem Arzt und dann werde ich das mit dem Widerspruch sicher versuchen. 

0

Vermutlich hat die Krankenversicherung ihre "Hausgutachter", die arbeiten nach dem Motto "Des Brot ich fress des Lied ich sing".

Früher habe ich gern die UPD empfohlen, die inzwischen aber gesetzeswidrig nicht mehr unabhängig ist - dazu die Verbraucherzentrale Hamburg:

http://www.vzhh.de/gesundheit/405212/abhaengige-patientenberatung.aspx

Wie hier schon die anderen schreiben: Widerspruch einlegen ist besser als nix tun.

Was möchtest Du wissen?