Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel. Ursache?

3 Antworten

Hallo pwin, schon seit vielen Jahren ist in Zusammenhang von bestimmten Lebensmitteln und Kopschmerzen bekannt. so z. B. Käse (vor allen Dingen weicher,Camembert etwa), Nüsse und auch Schokolade. de dunkler desto schlimmer.

Genauso gut bewirken starke Schmerzmittel wie z. B. Morphine zu einem nicht geringen Teil wiederum Kopfschmerzen, ein Paradoxon, wenn man bedenkt, dass sie ja eigentlich schmerzstillen sollen. Auch Nikotin kann Auslöser sein.

Grundsätzlich ist es immer SEHR vernünftig, auf sein Gefühl zu hören, allerdings sind viele Menschen der Meinung, das Internet könne alle Fragen 100%ig richtig beantworten und Dr. Google ist der sicher meistgelesene Arzt. Gerade auf diesen Plattformen gibt es viele Möchtegern-Wisser, aber alle, so auch ich, können nur auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen, denn uns Medizinern ist so eine Beratung auf diesen Seiten nicht gestattet. Da ich aber leider auch selbst betroffen war oder bin, erzähle ich Ihnen meine Sicht der Dinge, die aber einen Arztbesuch nach sich ziehen sollten und nicht als Diagnose zu sehen sind.

Seitdem ich 11 Jahre alt war, hatte ich Migräne, und alle, die sie haben, verstehen die Probleme. Hänseleien in der Schule (Altweiberkrankheit, Jugendliche sind nur faul, nicht krank), ich kenne alles. Das war auch ein Grund für mein Medizinstudium, denn ich wollte diejenige sein, die unbedingt etwas dagegen finden wollte. Statt Schul-und Freizeitbücher zu haben, standen in meinem Regal medizinische Fachbücher zur diesem Thema. Besuch bei Verwandten wurde zum Gräuel, denn regelmäßig kamen Brechattacken dazu, und ich blieb Zuhause. Meine Kinder sind damit aufgewachsen, eine Migränikerin zur Muttter zu haben, im Anfall durchs Haus zu schleichen und eher mit Oma etwas zu unternehmen, denn Mama "ist ja krank".

Der Vater eines Kollegen, selbst Herzspezialist, war einer der besten Narkoseärzte uropas und war bei der 1. Herztransplantation dabei, kannte mich auch nur so und erzählte mir jedes Mal etwas davon, dass nach meiner ersten Magen-oder Darm-OP mein Problem gelöst sei, denn diese Verdauungsorgane seien der Grund für diese Schmerzen. Ich hatte ja sehr früh schon alles durch, und habe mich scheckig gelacht. Mein Kopf oben, Magen/Darm etwas weit weg oder? Mein Freund sagte immer nur, Papa habe immer Recht. Und ich habe es nicht geglaubt.

Bei der 1. Schwangerschaft hatte ich 9 Monate keine Migräne, bei der 2. 9 Monate lang, also auch zunächst angenommene Hormone fielen als Grund weg. Einige kleine Magen-und Zwölffingerdarm-Geschwüre, auch diesen Heliobacter Pylori habe ich ausgesessen, bin aber bei Letzerem der Meinung, vieles würde auf diesen geschoben, weil die Ärzte nicht weiter wissen. Schließlich bekam ich 2006 Morbus Crohn, eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, deren Ursachenforschung immer noch in den Kinderschuhen steckt und von einem Zusammenhang zwischen Kopf und Darm so gut wie nichts gehört hatten, mich schließlich auslachten und vermutlich im Geheimen den Stempel Eingebildete Kranke gaben. So etwas darf man einem Kollegen nicht sagen!

2010 ging ich auch Anraten meines Gastro-Arztes in die Uniklinik nach Kiel, die dort eine spezielle Behandlung für chronisch entzündliche Darmerkrankungen haben, weil mein Dickdarm, der entzündet war, operieren und die Verengungen herausnehmen zu lassen. Am Tag vor der OP kam ich mir Wahnsinnskopfschmerzen auf die Station, am folgenden Tag bin ich it einem Brecheimer!! in den OP gebracht worden und habe gebettelt, man möge mich doch ndlich in Narkose legen, damit ich einmal keine Kopfschmerzen mehr hätte. Das hat man auch gemacht, und als ich aufgewacht bin, waren meine Kopfschmerzen weg und sind auch nicht zurück gekommen. So etwas glaubt mir niemand oder nur wenige, und wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich mir auch nicht glauben. Natürlich habe ich auch gelegentlich noch das eine oder andere Kopfschmerzbißchen, vor allen Dingen dann, wenn das Wetter von gut auf schlecht umschlägt. Dann helfen mir 2 Aspirin und es ist erledigt. Nach über 8 Jahren praktischer Schmerzlosigkeit in diesem Bereich fühle ich mich wenigstens in dieser Hinsicht wie ein neuer Mensch.

Um näher an Ihre richtige Diagnose zu kommen, mußt Du vernünftige Ärzte haben, die organische Ursachen ausschließen. Das ist nicht leicht, denn es gibt viele Weißkittel, aber nicht jeder ist gut. Da solltest Du suchen und immer wieder vorstellig werden, auch nicht zu zögern, gelegentlich den Arzt zu wechseln. Aber kein Arzt der Welt kann jemandem, der nichts hat, eine Krankheit bescheinigen. Fang an, ein Schmerztagebuch zu führen. Immer GANZ GENAU aufzuschreiben, wie Dein Tagesablauf aussieht, WANN Du WAS isst oder trinkst. Je genauer dieer Plan ist, desto eher wird man ein Muster erkennen können, und es einem Kollegen leichter machen, die Ursachen zu finden.

In der 2. Hälfte ds. Jahres soll es eine Impfung geben, die es Migränikern einfacher macht. Auch so etwas wird nicht allen Kopfschmerzpatienten helfen können, denn das kann kein Mittel. Wiederum die Uni Kiel ist da federführend, denn sie haben ein eine spezielle Schmerzklinik. Und ein vernünftiger, niedergelassener Schmerztherapeut (Adressen bei der Krankenkasse) wäre auch noch eine Alternative für Dich. Da die Schmerzforschung auch noch sehr jung ist, sind viele dieser Therapeuten in größeren Städten auch an den Krankenhäusern tätig, vielleicht findest Du so jemanden.

Fast fertig: Bitte tue mir noch einen Gefallen. Du hast jetzt meinen halben Roman gelesen, aber bevor Du Liste beginnst, frage Dich, ob Du wirklich so starke Schmerzen hast, oder nicht doch eine psychologische Sache dahintersteckt. Ich muss das einfach anmerken. Wenn Du auf dieser dämlichen Schmerzstärkeliste von 1-10 nicht mindestens 15 Punkte und mehr fühlst, dann brauchst Du zwar auch eine Liste, weil es eben einfacher ist, aber kein Ärztehopping nötig macht, denn dann nimmst Du den Leuten, die wirklich einen Arzt brauchen, etwas von der Zeit weg, in der sie sich beraten lassen könnten.

Melde Dich bei Rückfragen, ansonsten wünsche ich Dir gute Besserung.

Ich warne vor blinder "Arzt - Gläubigkeit" .Die meisten "doktern" erfahrungsgemäß buchstäblich nur an einem rum ...

Ich würde mal einem guten Heilpraktiker eine Chance geben denn diese Menschen betrachten einen eben ganzheitlich. und versuchen sich nicht nur an den Symptomen. Nur kostet das eben aus der eigenen Tasche o.k. nicht bei Privatversicherten und das scheut man verständlicherweise....

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Ich würde an deiner Stelle diese Lebensmittel einfach einmal meiden und ein paar Tests durchführen lassen!

Könnte eine Art Unverträglichkeit oder auch eine Allergie sein.

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