Kommt die Krankheit 'Cholesteatom' oft?

1 Antwort

Um Deine dringendste Frage zuerst zu beantworten: ja, ein Cholesteatom kann sich neu bilden, und es muß dann erneut operiert werden. Aber es muß nicht.

Schau Dir doch bitte mal die Zeichnungen an und lies den Text: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=7791

Kurz gesagt, sind Cholesteatome wuchernde Hautzellen, die dort nicht hingehören und die zwar an sich harmlos sind, aber durch ihr Wuchern trotzdem allerlei Unheil anrichten können.

Das Wichtigste und Dringendste ist daher eine Operation am Ohr, die heutzutage gar nichts Schlimmes mehr ist (mir wurde vor über 50 Jahren dafür noch "das Ohr aufgemeißelt" - so hieß das wirklich!). Das Cholesteatom muß restlos (!) entfernt werden, gleichzeitig wird meist ein neues Trommelfell eingesetzt.

Mach Dir bitte nicht so viele Gedanken. Deine Cousine ist "ganz am Anfang" und wird das prima wegstecken. Die anschließenden Hörtests werden höchstwahrscheinlich zeigen, daß die Hörfähigkeit sich, wenn überhaupt, nur geringfügig geändert hat. Ehe ein Mensch "taub" ist, müssen noch ganz andere Dinge passieren, glaubs mir.

Nach der OP muß regelmäßig kontrolliert werden, ob sich nicht ein neues Cholesteatom bildet. Wenn ja, gilt es erneut, den Anfängen zu wehren. Auch Kind und Eltern müssen aufpassen: sowie ein Ohr erneut "feucht" wird, nichts wie hin zum Ohrenarzt - auch außer der Reihe!

Ich wiederhole noch einmal: je schneller ein Cholesteatom entdeckt und operiert wird, desto besser und desto geringer die zu beseitigenden Schäden. Ob eine Hörminderung dadurch entsteht, richtet sich danach, wo das Cholesteatom war und wie groß es schon war. Also bitte erst einmal keine Panik und alles Gute für Euch!

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