Komisches Verhalten, weshalb (Psyche)?

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4 Antworten

Ich glaube deine Selbstfindung hat gerade erst begonnen. Bei einigen deinen Beschreibungen finde ich mich mit 17 auch wieder. Da waren auch alle Stimmungen vorhanden.

Was mir sehr gut geholfen hat, war Tagebuchschreiben. Ich habe das mit 15 begonnen und habe es dann sehr ausgeweitet und habe 3 Tagebücher vollgeschrieben und da konnte ich alles hineinschreiben, was mich bewegt hat oder auch nicht. Es war sozusagen mein 2. Ich.

Wenn man was in Worte fassen muss, dann wird einem schnell klar, was ein richtiges Problem ist und was nicht. Selbst bei Problemen findet man schneller eine Lösung, wenn man sie mal ausformuliert hat.

Für mich war das eine sehr gute Therapie und ich habe gelernt mich selbst kennenzulernen und meine Problem selbst zu lösen oder mir entsprechende Hilfe zu suchen, wenn ich es allein nicht konnte.

Wenn ich heute mal wieder meine Tagebücher zur Hand nehme, dann schüttle ich manchmal mit den Kopf und manchmal denke ich, du hast aber schon sehr zeitig reale Gedanken gehabt und gewusst, was du wolltest, nur mit der Umsetzung hat es oft nicht so geklappt, aber du hast deinen Weg gefunden und heute erreicht, was du mit 17 wolltest.

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Warum kann ich "mich" nicht beschreiben?

Ich finde, Du beschreibst Dich außerordentlich gut... so ausführlich, dass man annehmen möchte, Du beschäftigst Dich ausschließlich mit Dir und Deinen Befindlichkeiten. Spielen andere Menschen (Familie, Freunde) bei Dir überhaupt noch irgendeine Rolle? Interessierst Du Dich überhaupt noch für andere Menschen? Vermutlich nicht.

Zwar ist ein Großteil Deiner "Beschwerden" tatsächlich typisch für die Pubertät, aber aus der solltest Du eigentlich schon raus sein. Auch Deine Schreibweise deutet nicht mehr auf Pubertätsprobleme, sondern teilweise bereits auf eine Persönlichkeitsstörung.

Als Laie würde ich sagen: Du bist eine launische Egozentrikerin (und vermutlich ein Gräuel für Deine Mitmenschen um Dich herum) - reiß Dich mal ein bisschen zusammen! Aber wenn Du wirklich bereits eine Persönlichkeitsstörung hast, tue ich Dir damit Unrecht.

Ich nehme an, da Du Dich an eine Ratgebercommunity gewandt hast, erwartest Du auch einen Rat in irgendeiner Form. Mein ganz laienhafter Rat (dafür aber aus der Praxis) lautet:

  • Vergiss mal für eine Weile Dein ICH (einfach nicht weiter beobachten und analysieren!) und wende Dich dem DU zu.
  • Nimm andere Menschen bewusst wahr, interessiere Dich für sie.
  • Lerne Empathie und wende sie an.
  • Schau Dich um, wo Deine Hilfe gebraucht wird.
  • Sei für andere da.

Es gibt so viel Leid und Not in Deiner Umgebung - man muss es nur sehen wollen. Da sind Deine hier geschilderten "Probleme" selbstgemachte Luxusprobleme dagegen! Hör auf, "auf hohem Niveau zu jammern", wende Dich Deinen Mitmenschen zu und werde aktiv. Dann wirst Du bald auch eine "Persönlichkeit" entwickeln und spüren.

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Immortal 23.03.2016, 13:20

Hallo,

danke für deine Antwort. Gut, dass  ich mich gut beschrieben habe. Nur weiß ich nicht, ob das alles auch wirklich auf mich zutrifft.

Das mit "mehr auf die anderen achten"

Naja, ich habe eben genau das satt. Die anderen interessieren mich 0 Nicht weil ich sie hasse, nein, ich finde ihre Art  leben/sich zu geben, so unheimlich oberflächlich. Wie eine langweilige, kahle, flache, Weide. Immer dasselbe "Jaha, Party bei XY" "M. Ist ja soooo süß!" "Heute saufeeen" "Leute, ich bin depri. Hier mein Arm, das kommt von dem" "Mein Hamster is tot" "L. Schreibt mir nicht zurück" "Ich bin sooooooo dick" "Ich esse sooooooo viel" "Schaut mal, meine Karotte. Ab heute ernähre ich mich gesund"

Immer hock ich daneben und muss mir das gejammere über (für mich) belanglose Dinge anhören. Das nervt mich eben gewaltig, trotzdem versuche ich den "Fehler" an mir zu finden. Da es ja dem Großteil "anders" als mir geht. Und _das_ ist es, was mich nervt. Auch wenn sich mal nicht alles um das Leid meines Konversationspartners dreht, ist eine Unterhaltung total anstrengend. Weil ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll. Weil ich einfach nichts zu sagen habe. Auch wenn mir die Person sympathisch ist.

Eigentlich bin ich das Gegenteil von egoistisch. Gebe meinen "Schulfreunden" Hotspot, Blätter, Stifte, Geld, Essen...(aber ohne sich ausnutzen zu lassen. Sobald ich darauf einen Verdacht schöpfe, bekommt dieser, eine schöne frostige Abfuhr)Alles, wenn ich sehe dass ihnen etwas fehlt. Ich bin sehr mitfühlend und habe schnell ein schlechtes Gewissen. Das weiß ich mit Sicherheit über mich.

Nur habe ich eine andere Denkweise als andere und "fühle" mich auch anders. Deshalb komme ich nicht klar, mit nichts. Umarmungen, Komplimente, Zuneigung. Alles unausstehlich für mich, auch innerhalb der Familie. Meine Oma meinte auch schon seit quasi immer, ich hätte eine sehr vernünftige und erwachsene Denkweise, erwachsener als die meiner Stiefmutter. 

Jetzt kann man sagen, dass das doch toll sei. Aber das ist  es nicht. Im Bezug  auf die Schule, macht sich das negativ aus. Mein desinteresse und die Unfähigkeit zu lernen. Im Bezug auf zwischenmenschlichen Aktivitäten, dazu muss ich nichts mehr sagen. Und der Job, die Arbeit. Es gibt aber viele Orte, an denen ich mich (arbeiten) vorstellen kann. Ich allein, in einem schwarzen Gewand in einer alten, privaten Bibliothek die in alten Gemäuern eingerichtet ist. Fernab der Zivilisation, im grünen. Eigentlich überall wo es nicht modern ist, wo es warm ist, wo ich alleine bin, wo Natur ist. 

So ein Schwachsinn aber auch. Damit kann ich mal so gar keinen Job finden, das hasse ich wieder an mir. Jeder hat realistische Job Wünsche in meinem Alter. Außer mal wieder ich, war ja klar.

und _das_ ist es nochmal ganz genau erläutert, was mir zu schaffen macht. Das alles.

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evistie 23.03.2016, 16:41
@Immortal

Mag ja sein, dass Du schon immer "erwachsener" warst, als es Deinem Alter entspricht. Aber muss das denn gleich in Verachtung für jeden, der "kindischer" ist als Du, ausarten?

Okay, ich könnte mit Deinen Schulkameraden auch nicht allzu viel anfangen. Sie mögen oberflächlich sein, aber ehrlich gesagt, so richtigen "Tiefgang" kann ich bei Dir auch nicht entdecken. Eigentlich möchtest Du nur in Ruhe gelassen werden, stimmt's?

Was war denn vor vor zwei, drei Jahren noch anders - z. B. in Deiner Familie? Gab es da für Dich einschneidende Erlebnisse, die Dich verändert haben? Du schreibst etwas von einer "Stiefmutter" - wie stehst Du zu ihr? Könnte Deine Familiensituation der Grund sein, warum Du Dich derart abkapselst?

Du bist ein intelligentes Mädchen, wie mir scheint. Deshalb erscheint mir der Vorschlag von @dinska, Tagebuch zu führen, sinnvoll. Vielleicht versuchst Du es tatsächlich mal?

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Hey,

ich kenne dein Gefühl zu gut. Ich weiß manchmal auch nicht, wo mir der Kopf steht, aber ich denke mal, das liegt an unserem Alter. Außerdem haben wir überall irgendwelche Probleme, das ist bei mir jedenfalls so. Mit jedem hat man irgendwie Stress, und vor allem mit Typen.

Auch wenn es einen manchmal ziemlich fertig machen kann, denke ich positiv und bin davon überzeugt, dass es irgendwann vorbei geht;) Genieße dein junges Alter und wir sollten beide nicht immer zu sehr nachdenken :D

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Pupertät würde ich meinen, da bist du drüber hinweg. Ich würde Evistie mit ihrer Einschätzung zustimmen.

Was mir noch zu denken gibt, ist Dein Eisenmangel, der im Dez. 2015 festgestellt wurde. Wenn dieser nicht behoben ist, dann könnte das ebenfalls zu Deinen Stimmungsschwankungen beitragen. Lass das mal überprüfen.

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