Körper entgiften nach Zahnsanierung?

2 Antworten

da ich selbst betroffen war, d.h. mir in Tests eine allergische Reaktion auf Amalgam, Palladium, Quecksilber & Co. nachgewieswwen wurde, lies ich alles sanieren und im Anschluß mit DMPS entgiften. Ich erholte mich langsam, doch dass dieses NICHT ausreichend war haben mir die Schmerzen 2 Jahre später gezeigt: beide obere Schneidezähne Wurzelspitzenresektion! Der Zahnarzt hatte keinen Kofferdam benutzt! Ich weiss nicht welche Methode zum Entgiften am besten ist, aber eine die Du zu hause durchführen kannst: das Öl-Schlurfen, oder ÖL-ziehen. http://www.kombu.de/oelsaug.htm es lohnt sich wirklich was zu tun!! Gute Besserung ,LG Scully

Was vom Ölziehen zu halten ist, steht z. B. hier: http://redir.ec/YMXA

"Wer einen kritischen Blick auf das sich verfärbende Öl wirft und ein wenig nachdenkt, kommt zu dem Schluss, dass die Konsistenz- und Farbänderung im Mund sich allein durch die enzymatische Aktivität des Speichels zurückführen lässt. Je wärmer ein Öl wird (und im Mund ist es ca. 37 Grad Celsius warm), desto leichtflüssiger wird es. Da sich im Speichel auch fettspaltende Enzyme befinden, wird das Öl bereits angedaut, bevor es in den Magen-Darm-Trakt gelangt. Durch eifriges Spülen und Saugen wird der Prozess beschleunigt.

Die Behauptung, das Öl entziehe dem Organismus Gifte oder Schlacken, entspringt der mittelalterlichen Denkwelt der Galen'schen Humoralpathologie (bzw. Säftepathologie) und ist auf dem Niveau der Urintherapie oder des Hexenglaubens anzusiedeln. Schlacken gibt es im Organismus nicht und 'Gifte' werden nicht durch die Mundschleimhaut oder die Zähne, sondern primär durch die Nieren in den Harn oder über die Leber in Form konjugierter Gallensäuren in den Stuhl entsorgt. Deshalb ist es erheiternd, wenn die Quacksalberszene behauptet, man dürfte das gespülte Öl auf keinen Fall schlucken, da es hochgiftig sei. Wer solchen Kinderkram glauben will, mag dies tun. Wer es nicht glauben möchte, sollte sich den Spaß machen und das angeblich so hoch giftige Speichel-Öl-Gemisch in einem Speziallabor untersuchen lassen. Die Enttäuschung wird groß sein, denn 'Gifte' wird man nicht finden.

Im Strukturvertriebssektor wird das Märchen des Ölziehens vielfach als Filterinstrument eingesetzt. Es scheint das Motto vorzuherrschen, dass derjenige, der diesen Unfug unkritisch glaubt, auch mit anderen Produkten abgeledert werden kann. So verschicken MLM-Mitglieder, die Produkte des aus den Niederlanden heraus agierenden Matthias Rath (Megavitaminprodukte) z.B. Informationen über die Ölkur unaufgefordert an Dritte."

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Ölziehen: ein drittklassiger Marketing-Gag

Wer einen kritischen Blick auf das sich verfärbende Öl wirft und ein wenig nachdenkt, kommt zu dem Schluss, dass die Konsistenz- und Farbänderung im Mund sich allein durch die enzymatische Aktivität des Speichels zurückführen lässt. Je wärmer ein Öl wird (und im Mund ist es ca. 37 Grad Celsius warm), desto leichtflüssiger wird es. Da sich im Speichel auch fettspaltende Enzyme befinden, wird das Öl bereits angedaut, bevor es in den Magen-Darm-Trakt gelangt. Durch eifriges Spülen und Saugen wird der Prozess beschleunigt.

Die Behauptung, das Öl entziehe dem Organismus Gifte oder Schlacken, entspringt der mittelalterlichen Denkwelt der Galen'schen Humoralpathologie (bzw. Säftepathologie) und ist auf dem Niveau der Urintherapie oder des Hexenglaubens anzusiedeln.

Schlacken gibt es im Organismus nicht und 'Gifte' werden nicht durch die Mundschleimhaut oder die Zähne, sondern primär durch die Nieren in den Harn oder über die Leber in Form konjugierter Gallensäuren in den Stuhl entsorgt.

Deshalb ist es erheiternd, wenn die Quacksalberszene behauptet, man dürfte das gespülte Öl auf keinen Fall schlucken, da es hochgiftig sei. Wer solchen Kinderkram glauben will, mag dies tun.

Wer es nicht glauben möchte, sollte sich den Spaß machen und das angeblich so hoch giftige Speichel-Öl-Gemisch in einem Speziallabor untersuchen lassen. Die Enttäuschung wird groß sein, denn 'Gifte' wird man nicht finden.

(http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=%C3%96lziehen)

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"Entgiften" und "Entschlacken" stehe ich ohnehin mehr als skeptisch gegenüber. Deine Frage habe ich zum Anlass genommen, mal so ein bißchen herumzugoogeln. Ich war erstaunt, wieviele Zahnärzte mir für gutes Geld meine Amalgamplomben entfernen wollten und wieviele andere "dienstbare Geister" (Qualifikationen waren allermeistens nicht zu erkennen) mir eilfertig - für genauso gutes Geld - eine anschließende Entgiftung andienten (es sind dieselben Leute, die mich für einen Ofen halten, der total "verschlackt" ist). Aber das nur nebenbei.

Gefunden habe ich diesen interessanten Bericht:

Amalgam raus oder mehr Entspannungsübungen? Von Claus Fritzsche | 19.Februar 2009

Im Journal Club der Forschenden Komplementärmedizin 2008;15 kommentierte Prof. Harald Walach eine Studie von Melchart et al., in der ein möglicher Zusammenhang zwischen unspezifischen Krankheitssymptomen und dem Vorhandensein von Amalgam in den Zähnen untersucht wurde:

Melchart D, Vogt S, Köhler W, Streng A, Weidenhammer W, Kremers L, Hickel R, Felgenhauer N, Zilker T, Wühr E, Halbach S: Treatment of health complaints attributed to amalgam. J Dent Res 2008;87:349-353

Hintergrund: Viele Menschen leiden an unspezifischen Symptomen wie Hautausschlägen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, wissen nicht warum und machen Amalgam in den Zähnen dafür verantwortlich.

Ziel: Diese Studie untersuchte, ob die Entfernung von Amalgam aus den Zähnen von Patienten mit Symptomen, zusammen mit einer »Entgiftungstherapie« bzw. die Entfernung ohne Entgiftung oder eine Kontrolltherapie mit Gesundheitserziehung die Symptombelastung reduzieren kann.

Design: randomisierte, dreiarmige Studie

Patienten: Insgesamt 91 Patienten wurden eingeschlossen und auf drei Gruppen randomisiert. [...]

Schlussfolgerung: Alle drei Behandlungsarten verringerten die ursprünglichen Beschwerden klinisch relevant. Ein Unterschied zwischen den drei Optionen konnte nicht belegt werden.

http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=4818

Nun ja, ein Blogeintrag... wenn auch mit nachgewiesenen Quellen. Ich suchte daher weiter, und ich fand auch noch eine weitere interessante Veröffentlichung über die Gefahren des Amalgams als Zahnfüllung. Die erspare ich Dir hier im Text, da Du Dich ja bereits entschieden hast. Falls sie Dich aber doch interessiert - sie ist immerhin von Bedeutung für eine etwaige "Entgiftung" - , benutze bitte den Link, den ich Dir im Kommentar gebe.

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