Knorpelschaden mit körpereigenem Knorpel behandeln?

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Die autologe Chondrozyten-Transplation (kurz: ACT) wird derzeit nur bei isolierten Defekten eingesetzt, da sich das transplantierte Gewebe bei Erkrankung des gesamten Gelenks, etwa einer Arthrose, zu schnell abnutzt und der Körper nicht zur eigenen Knorpelproduktion angeregt werden kann. Lokale arthrotische Knorpeldefekte konnten jedoch bereits erfolgreich behandelt und damit eine Endoprothese vermieden werden. Wann dies auch bei einer chronischen Arthrose möglich sein wird, hängt maßgeblich von den Erfolgen der verschiedenen Studien ab. Man muss aber von mehreren Jahren bis Jahrzehnten ausgehen.

Der operative Verlauf

Bei der ACT wird im Wesentlichen gesundes Knorpelgewebe entnommen, im Labor vermehrt und anschließend in den Defekt transplantiert.

Der erste Eingriff erfolgt im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) bei der Gewebeproben aus nicht belasteten Knorpelbereichen abgesaugt werden. In diesen Proben befinden sich nur sehr wenige Knorpelzellen. Diese werden im Labor isoliert und über etwa zwei Wochen kultiviert. Die vervielfältigten Knorpelzellen werden anschließend per Zellsuspension in Spritzen gefüllt und dem Patienten in einem zweiten, diesmal offenen Eingriff transplantiert. Um die Zellen platzieren zu können, wird zuvor aus dem Schienbeinbereich ein Knochenhautstück (Periost) entnommen, das in den Defekt eingenäht wird. Die kultivierten Knorpelzellen werden unter diese Knochenhaut gespritzt, wo sie neue Gelenkknorpel bilden sollen.

Eine Variante dieses Verfahrens stellt die Matrix assoziierte autologe Chondrozyten-Transplantation (kurz: MACT) dar. Auch hier werden dem Patienten gesunde Knorpelzellen entnommen. Bei dieser Methode werden die Zellen jedoch auf einem dreidimensionalen Gitter (Matrix), einem gelartigen Gewebevlies, gezüchtet. Dieses Vlies wird anschließend in den Defekt eingenäht und vom Körper innerhalb weniger Wochen abgebaut. Damit beginnt die Produktion neuer Knorpelmasse. Eine Deckelung mit Knochenhaut ist bei diesem Verfahren nicht notwendig, was die OP wesentlich erleichtert.

Ausschlusskriterien

Die ACT/MACT wird bei großen Knorpelverletzungen (mit einer Größe von zwei bis16 cm²) im Kniegelenk, nach Verletzungen und im Rahmen einer Osteochondrosis dissecans („Knorpelsterben“ oder „Gelenkmaus“) eingesetzt. Angewendet werden kann die Chondrozyten-Transplantation nur bei Patienten im Alter von 16 bis 50 Jahren mit intakten Menisken, intakten Knochenbändern und einer maximalen Beinachsenabweichung von fünf Grad. Ziel der Transplantation ist es, den Knorpel vollständig zu regenerieren, eine Vollbelastung schon nach drei Monaten zu ermöglichen und eine spätere Arthrose abzuwenden.

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Joggen nach Meniskus-und Knorpelschaden?

Hatte am 30.11.17 eine Meniskus-OP bei der eine Teilentfernung mit anschließender Glättung des linken Innenmeniskus vorgenommen wurde. Bei der Arthroskopie wurde auch ein Knorpelschaden mit bestehender Athrose festgestellt. Da die OP sehr gut verlaufen ist und ich schon am zweiten Tag (nach dem Drainage ziehen) das operierte Knie normal, ohne Krücken, belasten konnte und ich mich sonst fast gänzlich beschwerdefrei bewegte, fing ich nach 6 Wochen wieder mit dem Lauftraining an. Da ich keinerlei Schmerzen hatte fing ich langsam an das Pensum zu steigern und konnte wieder problemlos alle zwei Tage meine 10 km-Runde absolvieren. Das ging drei Wochen sehr gut, bis ich plötzlich beim Laufen (31.01.2018) einen stechenden Schmerz an der operierten Stelle verspürte und das Lauftraining darauhinf abbrach. Unser ortsansässige Orthopäde, den ich daraufhin aufsuchte, verschrieb mir schmerz-bzw. entzündungshemmede Tabletten, da er nur von einer Reizung einer Vernarbung (hoffe ich habe es richtig verstanden) ausging. Da sich aber keine Besserung einstellte, habe ich endlich, 3 Wochen später einen Termin bei dem Orthopäde der mich operiert hat, bekommen.Dieser sagte mir, das speziell die Schädigung des Knorpels so stark sei, das ich meine "Laufkarrierre" beenden sollte und ich mir, nach dem nachlassen der Schmerzen, eine andere Sportart (z.B. Radfahren) suchen sollte. Auch sollte ich damit rechen, daß mir das Knie immer wieder Probleme machen könnte, da der Knorpelschaden irreperabel sei. Er verordnete mir auch Ruhe und verschrieb mir ebenfalls Tabletten. Meine zwei Fragen wären nun: Ist es normal, daß man bis zu 9 Wochen nach solch einer OP, bei der man in dieser Zeit überhaupt keine Schmerzen hatte und auch den gewohnten Sport ausüben konnte, plötzlich wieder starke Schmerzen bekommt? Und ist es für mich wirklich unmöglich meinen Laufsport mit dem Knorpelschaden weiter auszuüben oder gibt es andere Behandlungsmethoden, die mir das Laufen weiterhin möglich machen? Hoffe hier hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir weiterhelfen. Sorry, ist ein bißchen lang geworden.


l.g.


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