Kniebandage bei Verdacht auf Arthrose sinnvoll - Erfahrung mit Kniespiegelung?

6 Antworten

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Hallo Sonne123,

ich kann help4you weitgehend zustimmen.

Ich rate Deinem Mann, eine unterstützende Bandage, auch und besonders nachts,  zu tragen. Aber bitte nicht so ein Billigstteil vom Discounter. Es gibt richtig gut wirksame, die werden im Sanitätshaus angepasst. Kostet natürlich mehr, dafür hilft´s dann auch. 

Bei Verdacht auf Arthrose sollte ein MRT gemacht werden. Das ist ohne spätere Nebenwirkungen und der Radiologe sieht genau was kapuut ist im Knie.

Hat der Chirurg sein Rohr zum Nachschauen im Knie erstmal platziert, ja dann schnibbelt er auch, denn irgendwas findet sich da immer beim alten Knie. Zumal es sich beim Abrechnen auch besser macht. 

 Dass es Deinem Mann danach besser geht, musst Du und er nicht glauben. Zuerst kommt eine Serie schmerzhafter Physiotherapie. Meist zuwenig wg. der Budgetierung. Daher wird er eine längere Zeit mit Schmerzen rumhumpeln und sich mit Bandagen, Sälbchen, Übungen und sonstigem über die Runden helfen, aber mehr oder weniger Schmerzen wird er immer haben.

Da empfehle ich eher die Bandage, Muskeltraining für´s Bein, bei Schwellungen die Lymphdrainage, Wärme ist sehr oft hilfreich, manchmal aber auch sanfte! Kälte, (mal testen) auch die Traumeel-Tropfen und -Salbe, sowie knorpelaufbauende, einfache aber echte Gelantine aus Knochen. 

Natürlich wird er auch damit die Arthrose nicht endgültig aufhalten können, aber die Verschlimmerung wird gut spürbar gebremst. 

Ich hatte auch heftige Verschleissprobleme in meinen Knien, habe die Arbeit gewechselt, sodass das Knie weniger belastet wurde.Musste damals eine zeitlang im knien oder hockend arbeiten.  Die Schmerzen und die Schwellungen gingen peu-a-peu zurück, bis heute kein Problem mehr. 

Auch wer lange Auto fährt, also ich meine jetzt am Stück, - über hunderte von Kilometern am Tag-, kann je nach Sitzhaltung im Auto sein Knie sehr ungünstig belasten. Habe das damals auf längeren Touren auch bemerkt. Ich habe beim nächsten anstehenden Fahrzeugwechsel einen Van gekauft, denn da sitzt man deutlich aufrechter drin, als im normalen Auto, auch das Ein-/Aussteigen fällt deulich leichter. Aber es musss unbedingt ein VAN sein, bitte nicht mit SUV verwechseln, denn im SUV sitzt es sich ähnlich flach wie im normalen PKW, nur der Einstieg ist so hoch wie im VAN.

Im Bett, wie bereits gesagt, sollte er es mit der Bandage ausprobieren. Es kann aber auch mit einem Kissen zwischen, oder unter den Knien besser werden. In Rückenlage hilft eine zusammengerollte Decke unter den Knien. Bei einer Kniebeugung von ca. 30° ist im Knie am meisten "Platz", dabei sind die Gelenke am geringsten belastet.

Lange Rede kurzer Sinn: Eine OP verspricht meist mehr, als sie halten kann, denn das Altern geht weiter, - leider. Erfolg versprechender sind konservative Maßnahmen und auch die Ursachenforschung woher die Schmerzen kommen. Denn die meisten Menschen über 30 Jahren haben Verschleiss am Knie (oder Bandscheiben), aber noch längst nicht allle haben deshalb Schmerzen. daher steht die Frag im Raum, was hat die Schmerzen jetzt konkret ausgelöst?  Diese Ursache finden und natürlich dann auch abstellen, das ist noch am ehesten Erfolg versprechend.

Sollte das MRT allerdings einen großflächig zerstörten Gelenkknorpel zeigen, sollten freie Knorpelteilchen im Gelenk herumschwirren (Gelenkmaus), sollten die Menisken gerissen oder gespalten sein, ja dann, aber auch nur dann, würde ich einer Arthroskopie zustimmen.

P.S.:

Noch was Lustiges (finde ich) am Rande: Es geht um den Placeboeffekt. Ein Beispiel ist die oft zitierte Arthroskopie-Studie von Bruce Moseley. Seine Bilanz damals, die seither in der Welt steht:

Nur angedeutete Kniegelenksoperationen führten zum gleichen Erfolg, wie korrekt durchgeführte Operationen. Dr. Mosley hatte einige Arthroskopien durchgeführt, bei acht der Patienten allerdings nur einen Schnitt gesetzt, damit die Narbe zur Täuschung beiträgt. Sechs Monate später waren sowohl die Scheinoperierten, als auch die korrekt Operierten, gleich zufrieden/unzufrieden mit dem Ergebnis. Ist das nicht der Hammer? Ein sehr vergleichbares Ergebnis gab es übrigens auch bei Schein-Akupunkturen. 

Liebe Grüße, Winherby

Danke an alle für die guten und hilfreichen Antworten. Es hat sich ein Meniskusschaden sowie eine Veränderung am Knorpel heraus gestellt und wird in zwei Wochen per Arthroskopie operiert. Liebe Grüße und ein schönes WE 

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@sonne123

Dir danke für den Stern und Deinem Mann alles Gute, LG

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Hallo Sonne, eine Kniebandage kann sinnvoll sein. Denke aber bitte auch daran, dass bei Arthrose trotzdem auch Bewegung hilfreich ist. Nachts würde ich empfehlen das Knie durch eine Auflage zu stabilisieren und vielleicht Auflage und Knie zu verbinden, aber eher locker, nur so dass es hält. Denn immer wenn das Knie durchgedrückt wird, dann kommt es zu Schmerzen. Ich kenne das auch und schlafe deshalb immer mit abgewinkeltem Knie, über dem anderen Bein, das langgestreckt ist. So kann ich meine Knie schmerzfrei halten.

Liebe Grüße!


Hallo Sonne,

die fragen sind nicht ganz leicht zu beantworten, ich kann dir nur MEINER Sicht ein paar "Denkanstöße" geben.

Bandage sinnvoll?

-ja eine sog. Orthese wird bei Arthrose verwendet, dies ist nicht mit einer normalen bandage zu verwechseln. Sie verschafft Linderung durch vermindern der Belastung

Kniespiegelung.

-mittlerweile ist man sogar der Ansicht (geteilte Meinungen vorbehalten) das dass rein gar nichts bringt.ausserdem bringt dieser eingriff noch evtl Entzündungen und Schädigungen mit sich. Normalerweise wird dieser eingriff vorgenommen wenn ein Verdacht auf eine MeniskusVerletzung oder andere schäden besteht zB.Kreuzband oder gelenkkörperschäden.

Alternativen

Nicht nur per röntgen lässt sich eine Arthrose feststellen auch mit:

-Blutuntersuchung

-MRT

-Gelenkflüssigkeitsanalyse


Verlauf

Je nach Stadiums der Erkrankung, op-ablauf und Komplikationen verläuft es sehr unterschiedlich, viele jedoch berichten von starken schmerzen eingeschränktheit und wochenlange arbeitsunfähigkeit.

Alternative Heilmethoden

-orthesen

-Wassergymnastik und Krafttraining 

-ggf. Gewichtsreduzierung

-physiotherapie


Fazit für mich persönlich, ich würde mir eine zweite + zweite Diagnose via MRT zB. Einholen. Bestätigt sich der Verdacht kann man mit verschiedenen Methoden LINDERUNG verschaffen, ob man damit leben kann oder nicht muss jeder selbst entscheiden, denn eine vollständige Heilung erziehlt man da mit nicht.letzte Option op hier kann man natürlich auch nichts versprechen oder mit Sicherheit sagen es ist besser, bei vielen wurde es auch schlimmer.


Sooo palaber palaber;)

Ich hoffe es war ein kleinwenig nützlich für dich und ich wünsche euch egal wie oder was passiert alles gute!

Achso was mir bei sowas auch in den Sinn kommt (selbst schon oft erlebt)

Das viele (ich betone nicht alle) aber viele auch einfach Geier sind, einige verfahren bringen mehr Kohle als andere, das ist bei manchen leider Priorität und nicht der Patient...

Ich weiss es zwar nicht kann ja aber sein das so eine Spiegelung zwar nix oder wenig bringt aber dafür gut schotter .

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@help4you

Ich habe schon einige Male ueber meine Arthrose im Linken Knie berichtet (selbstverschuldet, Kniebeugen mit 600 Pfund gemacht). Kann dir nur recht geben, dass es viele Geier (besonders Krankenhaeuser) gibt, und man sich UNBEDINGT eine zweite Meinung einholen sollte. So ist es mir ergangen. Auf Empfehlung ging ich mit meinen Kernspints in ein Krankenhaus, und ohne lange zu fackeln wollten sie mir ein kuenstliches Kniegelenk andrehen. Ein Sportarzt machte mir eine Arthroskopie und ich war anschliessend schmerzfrei und konnte auch wieder recht gut gehen, aber nicht mehr so wie frueher. Schliesslich ist auch eine Arthroskopie ein Engriff am Knorpel, Knochen und Meniskus und dadurch wird die Beweglichkeit des Knies schon eingeschraenkt. Mein Arzt hatte mir gleich von verschiedenen Heilmitteln und Medikamenten abgeraten, da diese alle nichts bringen wuerden, ausser dem Hersteller und Vertreiber. Ich bin zufrieden mit meinem Knie, habe keinen Schmerzen und kann gehen, wenn auch nicht so wie ein gesunder Mensch. Ich lebe nun in einem Land, wo es das ganze Jahr ueber warm ist (viel Sonne), und dies mag vielleicht auch ausschlaggebend sein.

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Heutzutage werden keine Kniearthroskopien mehr durchgeführt. Es hat sich herausgestellt, dass die Resultate gleich null sind. Auch eine Kniebandage ist kontraproduktiv, da es so zu einer Schonung der Muskulatur kommt. Die Muskulatur soll intensiv aufgebaut werden. Physiotherapie in Zusammenhang mit gezielten Gerätetraining dürfte hier sehr hilfreich sein.

Hallo ihr Lieben, 

sorry, der Text hat sich im nirgendwo verabschiedet, also nochmal alles :-((

Mein Mann hat seit einiger Zeit Schmerzen im rechten Knie und ist zur Zeit krank geschrieben. Vom Ha erhielt er eine Überweisung zum Chirurgen, da eine Behandlung beim Orthopäden zeitnah nicht möglich ist. Die Röntgenaufnahme in zwei Ebenen war soweit unauffällig, auch der Meniskus. Er soll für 7 Tage IBU 600 3xtäglich nehmen. Die Schmerzen sind mal mehr und dann wieder weniger. Vor allem Nachts, er kann nicht auf der Seite Schafen, sobald daß Knie eine bestimmte Stellung einnimmt. Könnte eine Bandage ohne ärztlicher Verordnung Erleichterung bringen? Aber dann habe ich Bedenken, das eventuell die Thrombose, allerdings im linken Bein dagegen sprechen könnte. Der Verdacht des Chirurgen läuft auf Arthrose hinaus, also degenerative und operative Klärung mittels Kniespiegelung,wenn es sich nicht bessert.

Hat jemand von euch Erfahrung mit einer Kniespiegelung? Gab es Komplikationen? Ambulant oder stationär, wenn letzteres wie lange war der Aufenthalt? Wann konntet ihr wieder normal laufen? Wie lange war die Arbeitsunfähigkeit? Gibt es nicht konservative Methoden zur Behandlung, die man erst einmal vorziehen könnte? 

Danke und liebe Grüße. Sorry für die kurze und knappe Frage, war nicht Absicht. 

"""Hat jemand von euch Erfahrung mit einer Kniespiegelung? Gab es Komplikationen? Ambulant oder stationär...."""

Ich habe vor Jahren eine Arthroskopie ambulant machen lassen. Der Erfolg war gleich Null. Ich habe mich dann noch ein paar Jahre mit Arthrose rumgeschlagen und seit ca. 6 Jahren ein neues Knie.

Zur Frage "ambulant oder stationär": Der erste Chirurg(Chefarzt), bei dem ich war, wollte mich stationär, wenn ich mich richtig erinnere, am offenen Knie, behandeln. Als ich ihn fragte, was für eine stationäre Behandlung spräche, antwortete er, dass ich das hinterher wüsste.Da er merkte, dass ich nicht ins KH wollte, haben wir das auch nicht weiter erörtert. Heute ahne ich, dass es mir nach einer OP besser gegangen wäre. Aber das ist nur eine Vermutung.

Die Arthroskopie gehört zu den Eingriffen, deretwegen heute so kritisch über Kniebehandlungen geschrieben wird. Gemeinhin gilt A. als "Geschäftemacherei". Über mich kann ich definitiv sagen, dass der Arzt gut verdient hat und dass ich das heute nich noch einmal machen ließe. Aaaaaaber! Ich habe schon von einigen (wenigen) Menschen gehört, bei denen es was gebracht hat. So wirklich helfen wird Euch aber keine der bisherigen Antworten. Es bleibt noch immer, dass Ihr selbst entscheiden müsst.

Was die Bandage angeht: Ich hatte nie eine einfache Bandage, sondern irgendwann eine richtige Orthese für die Zeiten, in denen ich draußen war. Der Versuch mit einer Bandage für nachts kann nicht schaden; aber ich würde sie mir verordnen lassen, weil die guten wahrscheinlich nicht billig sind.  Aus Deinem Beisatz über die Thrombose kann ich mir keinen Reim machen.

Gegen die Schmerzen und die Entzündung habe ich übrigens jahrelang Voltaren Resinat (magenvertäglichste Darreichungsform von Diclofenac) + Omeprazol genommen. Ibu wirkt zwar ähnlich; ich hätte es aber nicht bevorzugt.

Ansonsten ist das, was Du beschreibst, ein deutlicher Fall für eine "zweite Meinung". Alles Gute!

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Hallo, erst einmal vielen Lieben Dank für die zahlreichen Antworten. Es fällt mir schwer einen Stern zu vergeben. Wenn es ginge würde jeder von euch einen bekommen. Da es nicht besser wird, will er am Donnerstag wieder zum Chirurgen. Ich habe ihm nahe gelegt sich eine Überweisung zum Orthopäden geben zu lassen. Vielleicht haben wir Glück und wir kommen da noch am selben Tag dran, da einer im selben Haus praktiziert. Ich denke, das eine MRT Licht ins dunkle bringen würde. Er schläft jetzt schon Nachts stundenweise auf dem Sessel, dabei das Bein auf einem Würfel hochgelegt, nur so ist es auszuhalten. 

Nach 1,5 Wochen schon von einer Op zu sprechen, finde ich verfrüht. Vor allem wenn sich Komplikationen ergeben. Mein Mann denkt, das nach der Op alles besser wird.....kann sein, muß aber nicht und ich finde, das es wirklich nur eine letzte Option sein sollte.....liebe Grüße 

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@sonne123

Genau dies sollte eine OP sein, die letzte Option. Dein Mann soll sich klar machen, dass so ein Verschleiss (wenn es denn auch wirklich einer ist-das MRT steht ja noch aus, falls ich alles richtig verstehe) ist eine Verletzung am Gelenk, nur eben ohne äußere Einwirkung (der Nagezahn der Zeit). Durch eine OP, egal ob offen oder minimalinvasiv, kommen weitere zusätzliche Verletzungen hinzu. Und dies ohne Garantie auf Erfolg, dieser wird nur versprochen oder erwartet vom Arzt, -wenn überhaupt-, und vom Patient erhofft. LG


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