Kinder von Bauernhöfen haben weniger Allergien. Stimmt dass?

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5 Antworten

In unsere Gesellschaft ist es leider so, dass wir sehr auf Hygiene erpicht sind. Wir bringen den Kleinen von klein auf bei, das Dreck ekelig ist und wenn muss man sich gründlich die Hände waschen. Meine Oma hat früher immer gesagt "Dreck macht Speck", im Sinne von, Dreck härtet ab. Bei Kindern auf dem Bauernhof ist es normal, dass sie mit den Tieren und Mist usw, in Kontakt kommen. Dort ist das etwas völlig normales. Die Eltern rennen nicht gleich um ihren Kindern die Hände zu waschen, somit sind die Kinder abgehärteter als andere.

Ja, das ist in der Tat so. Es liegt allerdings weniger an den Bauernhöfen, sondern daran, dass diese Kinder im und mit Dreck gross werden. In unserer Gesellschaft hat sich die Meinung breit gemacht, dass alles blitzsauber bis steril sein muss. Hinter Kindern läuft man schon in jungen Jahren mit dem Waschlappen her, damit sie immer schön sauber und adrett sind und "nicht krank werden von Dreck". Und genau da liegt der Irrsinn. Der Organismus der Kinder lernt Schmutz nicht als etwas "normales" kennen sondern als etwas "gefährliches" und mobilisiert seine Abwehrkräfte: Eine Allergie wird geboren. Um gesund aufwachsen und leben zu können, muss der Körper lernen, was gut und was schlecht für ihn ist und dazu gehört auch, dass Kinder sich mal schmutzig machen dürfen. So lernt der Körper Abwehrkräfte zu bilden, die ihn stark machen, auch für den Kampf gegen Krankheiten.

Ist das Leben auf dem Land gesünder?

Interview mit Prof. Ulrich Wahn, Allergologe an der Berliner Charité, über abgehärtete Kinder und trainierte Immunsysteme

  • Familie&Co: Immer wieder liest man: „Landkinder haben weniger Allergien als Stadtkinder.“ Ist da etwas dran?

  • Ulrich Wahn: Wenn Kinder direkt auf einem Bauernhof leben, dann lautet die Antwort: ja.

Mehrere Studien ergaben, dass Bauernkinder erheblich seltener an Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis erkranken als andere. Diese Kinder haben von Geburt an mehr Kontakt zu dem Bakterienbestandteil Endotoxin. Dadurch scheint das Immunsystem besser trainiert zu sein und es kommt seltener zu allergischen Reaktionen.

Aus dieser Beobachtung wurde die so genannte „Hygiene-Hypothese“ entwickelt, die besagt, dass Allergien heute verstärkt auftreten, weil Menschen viel weniger mit Bakterien in Berührung kommen als früher.

Außerdem vermuten wir, dass die Bauernkinder mehr unbehandelte Nahrung wie zum Beispiel frische, nicht pasteurisierte Milch zu sich nehmen und dies sich ebenfalls positiv auf das kindliche Immunsystem auswirkt.

(http://www.familie.de/kind/gesundheit/artikel/stadt-oder-land-wo-sollen-wir-wohnen/weniger-allergien-bei-landkindern/)

Schön wär's - ich bin mit 6 Geschwistern auf dem Bauernhof aufgewachsen; 4 von uns 7 Kindern sind Allergiker (ich am kräftigsten). Sieht eher so aus, als ob die Veranlagung vererbt worden ist, in unserem Fall in der mütterlichen Linie.

Wir haben alle fleissig im und mit dem Dreck gespielt, und wir haben alle viel frische Kuhmilch getrunken.

Helmut Hullen

Das ist inzwischen nachgewiesen. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, im Dreck spielen, sich in den Ställen aufhalten, kommen tagtäglich mit vielen Bakterien in Kontakt, dadurch wird ihr Immunsystem gestärkt und Allergien haben weniger Nährboden.

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