Kann man irgendwie feststellen lassen, wie gut man mit Vitaminen versorgt ist?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich pfeife darauf, was andere sagen oder auf die Gesundheitssendungen, die die zusaetzliche Zufuhr von Multivitamin-Praeparaten ablehnen. Immer wieder heisst es: "Wenn man sich gesund ernaehrt, sind Nahrungsergaenzungsmittel nicht notwendig." Ja, wer ernaehrt sich denn schon gesund, und was ist eine gesunde Ernaehrung? Jeder will sich gesund ernaehren, und immer wieder liest man, dass es den meisten Deutschen an Kalzium, Magnesium, Eisen, Selen, Zink, Chrom sowie an den Vitaminen A, C, E und den meisten Vitaminen des B-Komplexes fehlt. Offensichtlich ernaehren sich also nur sehr wenige gesund. Ich nehme schon seit jahrzehnten ein Multivitamin-Supplement, bin kerngesund und mir fehlt nichts. Die Amerikaner wurden zuerst belaechelt, weil sie Vitamine fast wie Bonbons lutschten. Aber schaut Euch mal amerikanische Studien an, um wie viel Prozent so manche Krankheiten dadurch zurueckgegangen sind, besonders Krebs.

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Bis vor 200 Jahren war unsere Nahrung noch sehr gehaltvoll in Bezug auf Mikronährstoffe. Dann wurden Ackerbau und Viehzucht zunehmend "industrialisiert", der Kunstdünger ersetzte den Misthaufen, und alle Feldfrüchte wurden viel gezielter auf Ertrag gezüchtet. Heute bekommen wir Wassertomaten (in Europa fast nur aus Gewächshäusern), Wasserkarotten (ich frage mich, ob die überhaupt in Erde gewachsen sind oder schon in Nährlösung, so sauber und gleichmäßig wie sie heutzutage aussehen), Wasseräpfel (im normalen Haushalt kaum lagerfähig), Wasserfleisch beim Braten wird garantiert Schuhsohle daraus (die Tiere bekommen ja nichts besseres zu fressen als dieses Maschinellzuch-schnellreif-Grünzeug, und das auch noch fermentiert aus dem Silo)...

Zum letzten Mal wurde zwischen 1920 und 1930 getestet, wie viel Vitamine, Mineralien, Proteine und Spurenelemente in den Lebensmitteln sind. Hinzu kommt, dass dabei reife Früchte direkt nach der Ernte und frisches Fleisch und Fisch direkt nach Schlachtung bzw. Fang untersucht worden sind. Was heutzutage auf den Tisch kommt ist vor der Reife geerntet, dann unter Schutzatmosphäre gekühlt gelagert und wird nachgereift, kurz bevor es auf den Markt oder in den Supermarkt kommt.

Pflanzen bilden nur dann Vitamine, wenn sie bis zur Reife ausreichend UV-Licht bekommen. Im Gewächshaus kommt das aber gar nicht an, weil Glasscheiben es herausfiltern... Keine einzige Milchkuh steht auf einer Weide, weil sie bei ihrer Milchleistung gar nicht so viel fressen könnte, um satt zu werden. Im Stall bekommt sie kein UV-Licht, wie kann dann wohl z.B. Vitamin D in der Milch sein?

Um sich heutzutage ausgewogen zu ernähren müsste man wohl das dreifache dessen essen, was die Leute früher verputzt haben, um die entsprechenden Mikronährstoffe zu bekommen. Weil wir aber alle nur noch halb so schwer arbeiten wie die Menschen damals, würden wir dabei wohl aus allen Nähten platzen.

Es ist eine seit fast hundert Jahren kolportierte Behauptung, dass man bei ausgewogener Ernährung alles bekäme, was man braucht. Damit werden wir aber von vorn bis hinten belogen und betrogen.

Die empfohlene Menge an Vitamin C von 100 mg täglich reicht gerade noch aus, um einen Menschen vor Skorbut zu bewahren. Ab 500 mg täglich hätte man ein besser geschütztes Nervensystem, gesundere Blutkörperchen, einen besseren Eiweiß-Stoffwechsel, bessere Haut und Schleimhäute, ein stabileres Knochengerüst und belastbareren Knorpel, und natürlich eine viel bessere Immunabwehr.

Ständig werden wir vor den fettlöslichen Vitaminen gewarnt, weil die im Körper eingelagert werden können. Was als tägliche Menge empfohlen wird ist aber gerade das, was man so zum Leben braucht, und zwar ganz unten auf der Skala der Lebensqualität. Etwas mehr Vitamin A würde unsere Schleimhäute besser schützen, Nachtsehen verbessern, Blendempfindlichkeit ausschalten, Wundheilung verbessern...

Dass Vitamin D3 gebraucht wird, ist Medizinern klar, wir sollen keine Rachitis oder Osteoporose bekommen. Die empfohlene tägliche Menge ist aber gerade das, was wir bei einer viertel Stunde spazieren gehen im Sonnenschein selbst in der Haut produzieren. Mehr würde Kardiovaskuläre Erkrankungen, Allergien, Asthma und Autoimmunkrankheiten, Erkrankungen mit Häufung bei älteren Menschen, Krebs und weitere Erkrankungen gar nicht erst entstehen lassen.

Vitamin E wird ebenfalls stets und überall nur in Minimengen befürwortet. Dabei hilft es gegen trockene, faltige Haut, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit, schlecht heilende Wunden und beugt Arteriosklerose und organischer Fehlentwicklung vor.

Genau so sieht es bei den B-Vitamien aus. Nur nicht zu viel nehmen, wir wären ja sonst viel zu gesund. Nehmen wir Vitamin B1. Ein Mangel führt zu Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und Nervensystems, Reizbarkeit und Depressionen, Müdigkeit, Sehstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche, Muskelatrophie, Blutarmut, häufige Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Verwirrungszustände, Herzversagen, Ödeme, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Kurzatmigkeit, Verringerte Produktion von Antikörpern bei Infektionen, gestörte Energieproduktion, schwache Muskulatur (besonders der Wadenmuskulatur) Beriberi ist ja erst ein pathologischer Endzustand, bei dem man gar nicht mehr auf den Beinen stehen kann. Bei einem leichten Mangel ist man aber schon auf halbem Weg da hin.

Ich nehme regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel, und zwar in den Mengen und Zusammenstellungen, wie ich es für mich für richtig halte. Ich bin vielleicht alle fünf Jahre mal beim Arzt, wenn ich etwas einmal gar nicht allein hinbekomme. Bisher ist noch keinem Arzt bei einem Bluttest, auch nicht beim großen Bluttest aufgefallen, dass ich mehr Vitalstoffe im Blut habe, als der Durchschnitt.

Einem Arzt habe ich einmal erzählt, warum ich was in welchen Mengen nehme. Der schlug wegen der Dosierung die Hände über dem Kopf zusammen. Ich war ihm wohl zu gesund, keine sichere Einnahmequelle?

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@bethmannchen

Danke für deine ausführliche Antwort (bzw. Kommentar :-)). Das hat mir doch einigen Stoff zum Nachdenken gegeben. Allerdings kaufe ich (aus Überzeugung) schon seit vielen Jahren Bio - und hoffe doch, dass der Vitamingehalt da ein wenig höher ist als bei dem üblichen Massen-Zeugs.

Unabhängig davon habe ich keinerlei Berührungsängste, was Vitaminpräparate betrifft. Nicht alles, was "modern" ist, muss automatisch auch "schlecht" oder "minderwertig" sein :-). Ich denke, dass die Menschen früher auch ganz andere Mengen an z.B. Gemüse gegessen haben. Zudem haben sie sich körperlich mehr bewegt - und waren sicherlich auch im mittleren bis höheren Alter nicht unbedingt ein Ausbund an Gesundheit^^.

Heutzutage hat man doch ganz andere Möglichkeiten und ein völlig anderes Lebensumfeld und Lebensgewohnheiten. Ich arbeite nicht schwer auf dem Feld, brauche daher deutlich weniger Nahrung. Meine durchschnittliche Lebenserwartung ist sehr viel höher - und mein Wunsch, diese Mehr-Jahre möglichst gesund verbringen zu können, trägt ebenfalls dazu bei, dass ich dann auch gerne mal zu einem (hochwertigen) Vitaminpräparat greife.

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Wenn du dich Vitaminreich und gesund ernährst, wirst du kaum zu wenig Vitamine zu dir nehmen, weil du aber zu wenig oder gar kein Fleisch isst, würde ich dir zum Vitamin B-Komplex raten und jetzt im Winter ist auch Vitamin D hilfreich.

Eine Blutuntersuchung auf deinen Vitaminhaushalt wirst du wohl selber bezahlen müssen

Das haben die nur im Blut festgestellt bei mir! Alles andere "vom Fühlen her usw." sind letztendlich vage Vermutungen. Mit einem A-Z Präparat kann man nichts falsch machen aber im Blut einzelne Werte nachsehen ist natürlich genauer und besser - und wichtig, schade dass manche Mediziner das nicht machen (wollen) auf Krankenkassenkosten, solche Blutbilder. Von A-Z und Vitaminpräparaten raten die Medien ja oft ab bzw. die Gesundheitssendungen aber was soll man machen wenn es einem damit besser geht und der Arzt halt nicht genau im Blut nachschauen will.

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