Kann ein Opiatpflaster Ursache für eine Persönlichkeitsveränderung sein?

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3 Antworten

Meine Mutter hatte mit 95 einen Beckenbruch. Gegen die Schmerzen bekam sie ein morphinhaltiges Schmerzettel.  Sie sah Blüten und Schmetterlinge durch das Zimmer fliegen. Nach einer späteren Operation sah sie schwarze Männer im Zimmer und Luftgeister, die sich auf sie stürzten. Nach Absetzen der Schmerzmittel bzw. Abbau des Narkosemittels sind diese Nebenwirkungen wieder verschwunden. Nach meinen Erfahrungen sind solche Nebenwirkungen besonders bei älteren Patienten normal.

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Federico 03.11.2016, 12:18

Ja, so ähnlich ist es bei ihr auch. Dann wird es also daran liegen. Danke, das hilft uns sehr, wir dachten schon sie wird verrückt.

So etwas könnten einem die Ärzte aber auch mal sagen, tun sie aber nicht! Was läuft da falsch ??

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Tigerkater 23.11.2016, 15:59
@Federico

Es ist wenig glaubhaft was Du da schreibst. 

Jeder Arzt der Opiode verordnet oder Patienten gibt, kennt die Nebenwirkungen und genau was Du von Deiner Mutter beschreibst, sind die häufigsten Nebenwirkungen !!!!

Da sollten die Ärzte ratlos sein ?????

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Hallo Frederico,

ich kann mir schon vorstellen, dass das Opiadpflaster für die Verwirrtheit eine Ursache sein kann. Hat es zeitgleich angefangen?

 Ich denke, das es unter anderem auch unter Umständen vom Alter abhängig ist je Älter der Mensch desto eher können solche Nebenwirkung auftreten. 

Ist die Dosierung vielleicht zu hoch?

Leider kann ich dir da nicht mehr zu schreiben, nur Vermutungen,weil ich keine Ahnung habe. 

Alles Gute deiner Mutter und auch dir. Liebe Grüße

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Ja, das ist möglich. Vielleicht ist das Pflaster zu hoch dosiert, Deine Mutter kann den Wirkstoff nicht vertragen oder er verträgt sich nicht mit den anderen Medikamenten.

Die Ärzte sind ratlos? Das kann ich mir nicht vorstellen.

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Federico 03.11.2016, 11:14

Doch, die Ärzte sind ratlos. Sie suchen auch herum, haben einen niedrigen Natrium-Kalium-Spiegel gefunden, aber woher der kommt, wissen sie nicht.

Irgendwie ist da auch jedesmal ein anderer Arzt, es scheint als wüsste der eine nicht, was der andere gemacht hat.

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mariontheresa 03.11.2016, 12:00
@Federico

Die Ärzte kennen so etwas. Nur reagiert jeder Patient anders. Das bekommst du als Angehörigen aber nicht gesagt. Ist mir jedenfalls so ergangen. Auf der Station sind viele Ärzte, das wechselt immer wer grad Dienst hat. Und bei manchen  ( auch beim Pflegepersonal) scheint die Krankenakte  unbekannt zu sein. Müsste man ja mal durchlesen, bevor man mit Angehörigen redet. Wenn du wirklich kompetente Auskunft willst, mach einen Termin beim leitenden Stationsarzt. Hast du von deiner Mutter eine Vollmacht? Sonst dürfen dir Ärzte eigentlich keine Auskunft geben.

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Renate1903 06.11.2016, 15:13
@mariontheresa

Naja, Ärzte sind ja auch nur Menschen und können keine Wunder bewirken. Bis ein genaues Diagnosebild entsteht, braucht man oft viele kleine Bausteine, und selbst dann ist nicht immer sicher, ob dies 100%ig richtig ist.

Ich bin selbst Medizinerin, kenne also die Situation. Leider mußte ich meinen Beruf wegen schwerer Krankheit aufgeben, daher sitze ich jetzt vor anstatt hinter dem Schreibtisch und ärgere mich oft über die ignoranten Kollegen. Aber das ist doch in jedem Beruf so: Es gibt gute und es gibt schlechte, auch Ärzte kochen nur mit Wasser.

Da gibt es ganz eindeutige Anzeichen für eine Krankheit und eine andere kann man einfach nicht genau eingrenzen. So ist es z. B. bei Epilepsie: Es gibt viele Verlaufsformen, auch ein EEG ist da nicht immer hilfreich, manche Patienten krampfen, andere fallen einfach um. Dann sagt der eine Neurologe, es seien "nur" Krampfanfälle, der andere spricht von Epi, der 3. von einer Überdosierung, der 4. behauptet, der Medikamentenspiegel sei verkehrt.

Mir ist es z. B. ähnlich wie Deiner Mutter gegangen: Ich bekam Morphium. Das führte bei mir zu massiven Bewußtseinstrübungen, es ging sogar soweit, daß ich ANGEBLICH (ich weiß es nicht) nachts in unser Auto gestiegen bin, damit einen Unfall gebaut habe, und mich anschließend wieder ins Bett gelegt habe. Ich bin nachtblind, habe Probleme beim Laufen, war zu dem Zeitpunkt mehr als schlecht drauf, wäre also im normalen Zustand niemals auf so etwas gekommen. Ich weiß bis heute nicht, ob ich das wirklich war. Ich nehme inzwischen keine Morphine mehr, bin wesentlich wacher und orientierter. Aber auch Schlafmittel bewirken solche Aussetzer, damit ist wirklich nicht zu spaßen.

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Tigerkater 22.11.2016, 16:13
@Renate1903

Jeder der ein Opiat-Präparat einnehmen muss, sollte den Beipackzettel lesen ( wie übrigens bei jedem neuen anderen Präparat auch ). Dort steht ausführlich beschrieben zu welchen Nebenwirkungen es kommen kann So steht u.a. : Wahrnehmungsstörungen. Halluzinationen, Verwirrtheitszustände und vieles,vieles mehr.

Sie können mir glauben, diese Nebenwirkungen kennt jeder Arzt  der mit solchen Präparaten umgeht und die Aussagen des Fragestellers sind äußerst unglaubhaft !!

Sie sollten Ihren Frust über die Notwendigkeit Ihrer Berufsaufgabe nicht an der ganzen Ärzteschaft auslassen !!

Ein ehemaliger Kollege 

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Renate1903 22.11.2016, 16:52
@Tigerkater

Hallo Herr Kollege! Ich wollte das keinesfalls als Frust ausgelegt haben. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß es mir selbst so ergangen ist wie der Mutter des FS.

Aus dem täglichen Alltag als Mediziner sitzt man oft vor Patienten (das kennen Sie ja sicher auch), bei denen man erst nach langem Hin und Her sämtliche Symptome auf dem Tisch hat und dann erst eine wirkliche Behandlung einleiten kann. Manchmal erreicht man aber auch gar nichts oder liegt falsch. Wir alle irren uns ab und an, meinen Sie nicht auch?

Seitdem ich auf dieser Seite des Tisches sitze, sehe ich viele Dinge ganz anders, aber ich glaube, dennoch ziemlich klar zu sein (nehme schließlich keine Opiate mehr).

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Tigerkater 22.11.2016, 18:22
@Renate1903

Das sehne ich ganz genau so wie Sie.

Mir ging es nur " quer " wenn behauptet wird, Ärzte würden Nebenwirkungen eines verordneten Opioids nicht kennen !!

Es freut mich zudem, dass Sie kein Opioid mehr benötigen Ich habe es leider selbst lange Zein nehmen müssen.

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Renate1903 22.11.2016, 21:11
@Tigerkater

Ich habe nie behauptet, Ärzte würden die Nebenwirkungen nicht kennen. Vielmehr habe ich darauf hingewiesen, daß es bei jedem Menschen anders wirken kann. Es gibt immer Unverträglichkeiten, schließlich sind wir Menschen keine Maschinen, wo nur mal ein Schräubchen angezogen oder mit dem Ölkännchen gewedelt werden muß und alles wieder gut ist. Deshalb habe ich ja auch angemerkt, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß die Kollegen ratlos sind.

Wenn man selbst nicht betroffen ist, kann man sich die Auswirkungen oft gar nicht vorstellen. Bis ich selbst gemerkt habe, wie ich mich verändert habe, hat es eine ganze Weile gedauert. Leider bin ich aufgrund verschiedener Baustellen immer noch auf Schmerzmittel angewiesen, habe aber den Verbrauch sehr drastisch reduziert.

Leider gibt das Internet immer die schlauen Diagnosen vor. Ein patient kommt mit einer vorgefaßten Meinung und ist dann völlig enttäuscht, wenn es etwas völlig anderes ist. Viele bestehen dann auf der Dr. Google-Erklärung. So sehr ich Information und aufgeklärte Patienten schätze, so wenig begreife ich, daß solche Internet-Diagnosen den Arzt ersetzen.

Wenn Sie selbst von der Opioid-Einnahme betroffen waren, haben Sie sicher auch diese Nebenwirkungen bemerkt, oder ist es nicht so weit gekommen?

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Tigerkater 23.11.2016, 17:42
@Renate1903

Zunächst einmal ging es ja nicht um Ihre Antwort, sondern um die Angabe des Fragestellers : .... die Ärzte sind übrigens ratlos ..

Das wollte ich so nicht stehen lassen.

Ja, die Nebenwirkungen habe ich leider auch gespürt, und ich habe nach kürzest möglicher Zeit die Dosis reduziert (d.h.ausgeschlichen)  und dann abgesetzt undversuche mich seitdem mit Noavalgin und NSAR-Präparaten bei Bedarf zu behelfen.

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Renate1903 23.11.2016, 18:16
@Tigerkater

Gut, daß wir darüber gesprochen haben..... Das war nämlich auch genau der Punkt, der mich in der Frage geärgert hat. 

Und eigentlich geht es nicht nur in dieser sondern auch in vielen anderen Fragen immer darum, daß wir Mediziner keine Ahnung haben, nur die Patienten und das Internet. seitdem ich viel Zeit habe und das Medium benutze, fällt mir nahezu täglich auf, daß man zwar für jeden kleinen Pieps zum Arzt rennt, dann zum Spezialisten, weil der erste ja keine Ahnung hat, und wenn man dann 4 oder 5 Kollegen aufgesucht hat und immer noch kein Karzinom diagnostiziert wurde (obwohl Dr. Google etwas anderes sagt!!!), sind immer wir diejenigen, die keine Ahnung haben.

Ich kann mich gar nicht erinnern, daß wir früher auch bei dem allerkleinsten Wehwehchen per NAW mit Blaulicht in die Notaufnahme gefahren sind. Da wird nicht abgewartet oder mal nachgedacht, nein, da MUSS sofort ein Notarzt her. Daß Hypochondrie so weit verbreitet ist, finde ich schon sehr bedenklich.

Ich hoffe, daß Sie lange mit Ihren Mitteln zurecht kommen. Leider kann ich das eine nicht vertragen und darf das andere nicht nehmen. Ich brauche auch im Sommer eine Wärmflasche, die mir am besten hilft, und ab und an eine Pille. Ihnen alles Gute.

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Tigerkater 24.11.2016, 17:28
@Renate1903

Ich fühle so mit. Sie sprechen mir aus dem Herzen ! Ich habe manchmal so einen Hals vor Ärger über die angeprangerte Unfähigkeit der Ärzte, dass ich kaum schlucken kann.

Auch Ihnen alles Gute !!

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