Ist Schmerzfreiheit ein Ideal, was man nicht erreicht?

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4 Antworten

Das Problem ist ,an jedes Mittel, was du nimmst gewöhnt sich dein Körper, du musst also immer höhere Dosen einnehmen. Es gibt aber auch immer Nebenwirkungen, die wieder andere Krankheiten verursachen können und wenn die Ursachen für den Schmerz nicht bekämpft werden, dann gehen sie auch nicht restlos weg. Es ist also ein Irrglauben, dass mit Schmerzmitteln allein absolute Schmerzfreiheit möglich ist.

Hallo Monika85!

Es ist nicht immer möglich, völlige Schmerzfreiheit zu erreichen, da die Schmerzmittel alle auch heftige Nebenwirkungen haben - besonders bei Dauergebrauch. Trotzdem sollte man nicht nur auf Schmerztabletten setzen und bei chronischen Nervenschmerzen auf jeden fall eine spezialisierte Schmerzambulanz aufsuchen. Dort gibt es noch mehr Verfahren zur Schmerzlinderung. Wir haben da sehr gute Erfahrungen gemacht in der Schmerzambulanz der Uni Bonn (am Venusberg). Auch sollte genau nachgeforscht werden, woher die Nervenschmerzen kommen und ggf. die Ursache angehen. Bei meinem Mann war es eine knöcherne Verengung der Wirbelkanäle. Durch die OP konnten die Schmerzen auf ca. 15 % verringert werden, mit denen er jetzt ganz gut klarkommt. Hier können Sie den Erfahrungsbericht nachlesen:

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/bandscheiben-operation-ein-erfahrungsbericht

Alles Gute wünscht walesca

Hallo!

Warum kann ich bei leichten Schmerzen zb nicht einfach ganz starke Schmerzmittel schlucken, wo ist das Problem???

Man muss auch dabei auf die Verhältnismäßigkeit der Dinge achten. Kein Arzt würde dir bei leichten Schmerzen direkt ein Hammermedikament gegen starke oder stärkste Schmerzen verschreiben. Und das ist auch gut so! Denn diese starken Medikamente haben ja auch immer entsprechende Nebenwirkungen.

Grundsätzlich sollte man immer so wenig wie möglich nehmen, denn auch die "leichten" Schmerzmittel können massive Nebenwirkungen (insbesondere auf Magen, Niere, Leber) haben. Es wird eben immer versucht mit der geringst möglichen Dosierung auszukommen.

Wenn du chron. Schmerzen hast und du der Meinung bist, dass du trotzdem noch zu starke Schmerzen hast, dann musst du darüber mit deinem Arzt sprechen. Dann muss er die Dosierung erhöhen oder ein anderes Mittel verschreiben. Es ist aber insgesamt sehr schwierig, das geeignete Schmerzmittel für sich zu finden. Denn jeder Patient reagiert auf jedes Medikament anders. Aber dazu gehört eben auch, dass man dem Arzt Rückmeldungen gibt, wie stark die Schmerzen trotz der Medikation ggf. noch sind. Sagt man dem Arzt nichts, obwohl man noch Schmerzen hat, kann der das schließlich nicht wissen und eben auch nichts ändern.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Schmerzpatienten "nur" von ihrem Hausarzt behandelt werden. Dabei ist es gerade für chronische Schmerzpatienten wichtig, dass sie von einem Facharzt für spezielle Schmerztherapie behandelt werden. Diese Ärzte haben meist noch andere Ansätze und nehmen sich auch mehr Zeit für ihre Patienten (zumindest habe ich es so erlebt).

Wichtig ist natürlich auch, dass man bei solchen Schmerzen nicht einzig und allein auf Schmerzmittel setzt. Man muss auch andere Dinge einbeziehen, die die Schmerzen lindern können. Z.B. Akupunktur, Massagen, Krankengymnastik, Entspannungsverfahren oder auch psychotherapeutische Behandlung.

Ich selber habe auch chronische Schmerzen seit einem Unfall vor 10 Jahren. Ich muss auch Opioide deswegen nehmen. Ich will aber selber so wenig wie möglich nehmen und mein Arzt findet das auch sehr gut und unterstützt mich auch dabei. Aber ich bin auch nicht durch das Schmerzmittel ganz schmerzfrei. Ich könnte zwar die Dosis erhöhen, will das aber nicht, denn ich will nicht zugedröhnt durchs Leben gehen. Mit den Restschmerzen kann ich mich arrangieren und komme damit klar. Krankengymnastik, manuelle Therapie und Wärmeanwendungen helfen mir dabei sehr gut und können die Schmerzen weiter lindern. Auch progressive Muskelentspannung kann mir helfen (allerdings nicht immer). Und wenn ich dann doch mal zu starke Schmerzen habe, dann kann ich jederzeit auf ein Bedarfsschmerzmittel zurückgreifen.

Falls du der Meinung bist, dass gegen deine Schmerzen zu wenig getan wird, solltest du dir einen Schmerztherapeuten suchen, der dich vernünftig einstellt und dir weiterhelfen kann.

Alles Gute

Beeindruckend, wie du mit deinen Restschmerzen umgehst!! Ich komme mit jeglichem Schmerz überhaupt nicht zurecht, aber vielleicht ändert sich das mal irgendwann........

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@Monika85

Naja, was bleibt einem mit der Zeit über? Nach 10 Jahren? Wenn ich ständig über meine Schmerzen klagen würde, würde sich trotzdem nichts ändern. Und ich hätte ständig schlechte Laune und keiner hätte mehr Lust, sich mit mir zu treffen oder mit mir was zu unternehmen. Es hat auch einige Zeit gedauert, bis ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin, das ist nicht leicht. Aber mit der Zeit lernt man das. Man muss halt das Beste aus seiner Situation machen. Ich weiß auch genau, wenn ich dieses oder jenes mache, dann habe ich hinterher wieder stärkere Schmerzen. Aber manchmal muss man das einfach in Kauf nehmen, wenn man noch am Leben teilnehmen will!

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Nicht alle Schmerztherapeuten Anästhesisten) verschreiben gerne...... Opioide. Hier im Städtischen Klinikum wird man eingestellt und wieder zurück an den Hausarzt verwiesen. Ja und nur wenn sich etwas ändert bekommt man wieder einen Termin in der Schmerzambulanz ...). Die Frage wie kann ich ihnen helfen da mit sie besser mit der Situation zurecht kommen wurde nie gestellt. Der Hausarzt ist nun allerdings zugänglicher von dem bekomme ich Tramal, so das ich die Schmerzmittel reduzieren kann und trotzdem besser zurecht komme.

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@StephanZehnt

Die Frage wie kann ich ihnen helfen da mit sie besser mit der Situation zurecht kommen wurde nie gestellt

Naja, da muss man auch schonmal selber aktiv werden und den Arzt vielleicht mal fragen "was kann ich sonst noch tun?" Und nicht abwarten, ob der Arzt vielleicht mal von sich aus fragt. Hier ist auch Eigeninitiative gefragt! Du bist doch ein mündiger Patient!

Wenn du so schlechte Erfahrungen mit den Schmerztherapeuten an der Klinik gemacht hast, dann suche dir doch mal einen niedergelassenen Schmerztherapeuten. Diese haben dann nicht zusätzlich noch die stationären Patienten (und ggf. OPs) und haben nach meiner Erfahrung mehr Zeit, sich um die Patienten zu kümmern.

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Hallo Monika,

es gibt in Deutschland kaum eine gute Schmerzbehandlung. Nehmen wir einmal ein Beispiel. Ein Patient hat Wirbelsäulenfrakturen (Kompressionsfrakturen. Die Wirbel regelrecht zerstört haben. In der Klinik diskutiert man ab 50 Prozent wird operiert um dei Wirbelsäule zu stabilisieren... Der Patient wird entlassen mit 33 Prozent und einer Packung starker Schmerzmittel ohne Hinweis wenden sie sich an Klinik XY ... Ein weiter behandelnder Orthopäde verschreibt anfangs noch Valeron zwei Wochen später allerdings Diclofinac also ein Rheumamittel und ein Mittel für leichte bis mittelstarke Schmerzen.

Was evtl. bei einem Bandscheibenvorfall OK ist. Der Patient hat zum Schluss nicht nur chronische Schmerzen sondern auch einen Reizdarm (trotz Magenschutzmittel). Auf Deutsch der Patient mit seinen Schmerzen ist eigentlich von zweitrangigen Interesse. Eine reale Schmerzbehandlung gibt es kaum. Wenn man da im Sprechzimmer sitzt und es schon einmal eine Diskussion über das Budget gibt!

Man spricht darüber das Schmerzmittel auch abhängig machen kann - verschreibt aber Novalgin das 100 km weiter im Nachbarland (nicht nur da) verboten ist.
Man kümmert sich in der EU aber das die Gurken möglichst gerade sind zumindest war dies bisher so!

Also Monika man hätte die Mittel um chronische Schmerzen zu verhindern - hätte die Möglichkeit das die Schmerzen im Rahmen bleiben. Was tut man kaum etwas, auch nicht bei starken Schmerzen.... !

Das Problem geht aber noch weiter - es gibt immer mehr Single auch auf dem Land. Die Folge man ist auf das Auto angewiesen wenn zwei Mal am Tag ein Bus fährt. Im Beipackzettel steht aber der Satz das führen von Maschinen und Fahrzeugen ... .

Sicher bringt der Nachbar einmal ein Brot mit aber beim zweiten mal wird es schon schwierig.... Nun gibt es so eine Art Ausnahme in etwa wie bei den Diabetikern ....bei einem Unfall, wenn die Versicherung mitbekommt man ist Schmerzpatient ist die Versicherung knallhart auch wenn man nicht Schuld war. Es ist ein sehr schwieriges Thema bei leichten chronischen Schmerzen könnte man schon helfen - wenn der Wille dazu da wäre. Die Folge es verkriechen sich immer die eigentlich wirklich professionelle Hilfe brächten und den man sagt ja ihr Termin ist in 9 Monaten odgl.. Einige Wenige setzen alles Mögliche in Bewegung und bekommen Recht für die nächsten 6 Monate ... !

Ja und dann versteht man so ein Stück den Wahltext einer kleinen Partei - wir können nicht mehr alles bezahlen aber die chronisch Kranken bekommen Hilfe. usw. usw.!

Also Monika man hätte die Mittel um chronische Schmerzen zu verhindern - hätte die Möglichkeit das die Schmerzen im Rahmen bleiben. Was tut man kaum etwas, auch nicht bei starken Schmerzen.... !

Wenn das so ist, dann sollte man sich schnellstens einen anderen Arzt suchen, am besten einen speziellen Schmerztherapeuten!

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@Lexi77

Das Problem ist leider wenn man genau darauf eingehen will etwas sehr umfangreich. Stelle Dir einmal ein Unfallopfer vor das schwer verletzt ist und in der Akutklinik nicht entsprechend behandelt wird sondern schlicht in ein Bett gelegt wird und jeden Tag ein paar starke Schmerzmittel bekommt und für ca. 5-10 Minuten Physiotherapie im Bett.

Der Patient fährt nach Entlassung aus der Akutklinik in eine andere Klinik (Dr. Harms). Nun heißt es dort nachdem man trotz Termin sechs Stunden gewartet hat, das muss operiert werden. Den OP Termin bekommen sie von unserer Sekretärin irgendwann.. . Nun hängt der Patient mit Schmerzen über Monate..... die Schmerzen werden chronisch .... Man wendet sich also an eine Schmerzambulanz dafür fertigt man ein Schmerzprotokoll und bekommt ein Rezept für Schmerzmittel.

Mit dem man die Schmerzen im Rahmen halten kann, mehr nicht

Sicher wird man das Ideal nicht erreichen das man Schwerverletzte (z.B. mit Wirbelsäulenfrakturen) nach wenigen Monaten operiert.

Allerdings sind 9 Monate und mehr doch etwas zu viel. Dies sind nicht nur meine Eigenen Erfahrungen sondern auch anderer Patienten!

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