Frage von dodoG, 95

Ist mein Sohn schizophren?

Mein ältester Sohn ist heute 36. Schon als Kind kapselte er sich ab, war aggressiv und wenig motiviert. Die Schulausbildung verlief dementsprechend. Später kam noch Cannabiskonsum mit hin und wieder koksen hinzu. Er war nachtaktiv, d.h., er kletterte schon als Jugendlicher nachts aus dem Fenster und war die halbe Nacht unterwegs. Zur Zeit macht er eine Therapie, hauptsächlich wegen der Drogen. Was aber auffällt und schon immer auffiel ist, dass er Aussagen anderer völlig falsch auffasst und interpretiert. Man weiß meistens gar nicht mehr, wie man seine Sätze formulieren soll. Er denkt, alles ist persönlich gegen ihn gerichtet. Auch gut gemeinte Ratschläge prallen so an ihm ab. Im Gegenteil: Er wird dann äußerst aggressiv. Er selbst glaubt, andere ständig belehren zu müssen und in allem bestens Bescheid zu wissen. Nachbarn berichten, dass er laut in seiner Wohnung herumschreit. Einen richtigen Beruf hat er übrigens nicht. Er hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Er hatte bisher eine einzige Freundin. Diese Beziehung hielt ganze 3 Monate. Er sagt, er sei beziehungsgestört, weil ich die Familie verließ, als er 17 war. Was denkt Ihr über sein Verhalten?

Antwort
von evistie, 60

Ob Dein Sohn "schizophren" ist oder eine Psychose hat, kann Dir hier natürlich niemand beantworten. Eine solche Feststellung treffen Fachärzte, die darauf lange studiert haben - eine Laienplattform wie diese kann Dir da nicht weiter helfen.

Offenbar war Dein Sohn bereits von klein an ein "Problemkind" - wurde er in Kindheit und Jugend bereits psychotherapeutisch behandelt?

Schuldzuweisungen wie "Du bist schuld, weil..." solltest Du mit dem erforderlichen Abstand zur Kenntnis nehmen und Dich damit nicht zusätzlich belasten. Mit 17 kann ein "Kind" die Trennung der Eltern längst rational verarbeiten... und die diversen Schwierigkeiten mit Deinem Sohn haben ja auch weit früher angefangen.

Was im Leben Deines Sohnes tatsächlich schief gelaufen ist, inwieweit psychische Erkrankungen dabei eine Rolle gespielt haben bzw. spielen, das festzustellen ist, wie bereits gesagt, Sache entsprechender Fachärzte.

Wie schon Deine letzte Frage betr. langjährigem Drogenkonsum Deines Sohnes erkennen lässt, suchst Du hier weniger fachliche Information als vielmehr Trost und Zuspruch.

Wenn Dir das irgendwie hilft: Dein Sohn ist erwachsen und - wie es den Anschein hat - psychisch schwer erkrankt. Dafür kannst Du nichts, auch wenn die Anfänge bereits in der Kindheit und Jugend liegen mögen.

Ich bin überzeugt, dass Du immer versucht hast, Deinem Sohn zu helfen. Bitte realisiere, dass es auch Menschen gibt, denen man nicht helfen kann.

Dein Sohn ist jetzt in fachmännischen (und daher guten) Händen. Vertrau den Ärzten und gib die Hoffnung nicht auf, dass Dein Sohn die Chance auf ein besseres, weil drogenfreies Leben erkennt und bei der Therapie mitarbeitet.

Du fühlst Dich immer noch und immer wieder für Deinen Sohn verantwortlich. Aber die Verantwortung haben jetzt längst andere! Kümmere Dich daher bitte verstärkt um Dein eigenes Wohlergehen. Es nutzt Deinem Sohn nichts, wenn Du Deine eigene Gesundheit aus Sorge um ihn vernachlässigst.

Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute!


Antwort
von Braunbaer23, 31

Schizophren ... vielleicht paranoide Schizophrenie, wie du es beschreibst, aber die Definitionen der ICD10 sind sehr weich und fließend, man hat selten 1 Sache ... Komorbidität ist häufig. Kann ein Laie auch nicht gut feststellen ... können die meisten Psychotherapeuten nicht mal besonders gut ...

Antwort
von Senfbrot, 33

Was dein Sohn hat kann ich nicht sagen, aber was ich sagen kann ist, dass meistens nicht die Eltern schuld sind, falls einer an Schizophrenie erkrankt, ausser sie hätten ihn z.B. missbraucht oder dergleichen.

Die ganz genaue Ursache ist immer noch nicht gefunden, es gibt gewisse Dinge die es begünstigen z.B. genetische Veranlagung.

Du könntest dich auch mal mit Betroffenen austauschen, es gibt eigene Foren für Psychosekranke und deren Angehörige.

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