Ist Dysthymie eine Persönlichkeitsstörung?

4 Antworten

Ich kann meiner Vorrednerin in allem nur zustimmen!

Als Ergänzung: Die Diagnose "depressive Persönlichkeitsstörung" gibt es noch, sie ist aber nicht gleichzusetzen mit einer Dysthymie, die eine chronische depressive Erkrankung ist. Persönlichkeitsstörungen mit gleichzeitiger depressiver Symptomatik, sog. "Komorbiditäten" sind möglich und nicht selten.

Hallo Bro234,

um die Formen der Depression besser zu verstehen hilft das ICD-10: Jeder Arzt und Psychotherapeut benutzt zur Feststellung der Diagnose ein einheitliches Klassifikationssystem, das sog. ICD-10, die Internationale Klassifikation psychischer Störungen. Mit Hilfe des ICD-10 lassen sich die Beschwerden gemäß bestimmter Kriterien einordnen, sodass man bei einem depressiven Beschwerdebild z. B. verschiedene Arten und Ausprägungen unterscheiden kann. Es gibt also nicht nur eine einzige Depression. Depressionen gehören zu den so genannten „Affektiven Störungen“. Die jeweilige Diagnose kann mit Hilfe des ICD-10 mit einem Buchstaben am Anfang und einer Ziffernfolge verschlüsselt werden. Die verschiedenen affektiven Störungen haben die Ziffer F3. Nachfolgende Ziffern bezeichnen genau, um welche Depression es sich konkret handelt, ob sie einmalig auftritt, wiederholt oder dauerhaft besteht bzw., ob sie als leicht, mittelgradig oder als schwer einzuordnen ist.

Die wichtigsten Depressionsarten des ICD-10 sind: In dem ICD-10 unterscheidet man eine erstmals vorkommende depressive Episode von den wiederholt auftretenden depressiven Episoden. Eine erstmals auftretende Episode wird mit der Ziffer F32 kodiert. Wenn mehr als eine Krankheitsphase vorkommt, dann handelt es sich um eine sog. rezidivierende depressive Störung, die mit der Ziffer F33 verschlüsselt wird. Außerdem gibt es die dauerhaften leichten depressiven Stimmungsbilder, die nur selten stark genug ausgeprägt sind, um das Ausmaß einer abgegrenzten Episode zu erreichen. Diese Patienten sind in der Regel in der Lage, die alltäglichen Anforderungen des Lebens zu bewältigen. In dem ICD-10 werden sie als Dysthymia bezeichnet und mit der Ziffer F34.1 kodiert. Eine Dysthymia muss über mehrere Jahre vorliegen, um diese Diagnose zu stellen. In dieser Zeit kommen durchaus Perioden normaler Befindlichkeit vor. Gewöhnlich beginnt diese dauerhafte leichte Art der Depression bereits im frühen Erwachsenenalter. Eher selten kommt ein anderes Beschwerdebild vor: die sog. bipolare affektive Störung. Hier wechseln sich Episoden gehobener oder gereizter Stimmung mit depressiven Phasen ab. Bei der sog. unipolaren Depression leiden die Patienten ausschließlich unter abgrenzbaren depressiven Phasen.

Zum besseren Verständnis lege ich noch ein Bild bei.

Zu diesem Thema gibt es ein Interessantes Buch: Der Wegweiser durch die Depression - Der Wissens-Ratgeber

schau mal unter http://www.arps-verlag.de/wege-aus-der-depression.html


Depressionen die affektiven stoerungen - (Depression, Psychologie, Psychiatrie) Der Wegweiser durch die Depression - (Depression, Psychologie, Psychiatrie)

Nein, es ist eine chronifizierte Depression und zählt nicht zu den Persönlichkeitsstörungen.

Eine PS wird im DSMIV auf Achse II codiert, eine Depression oder Dysthymie auf Achse I, was ausschließt, dass es sich dabei um eine PS handelt (es ist einfach definiert, dass eine PS auf Achse II codiert ist).

Hier gibt es mehr Info dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Dysthymie

Danke für deine Antwort. Meine Frage kommt daher, weil auf der Wikipediaseite, welche du auch verlinkt hast, steht:  Der Begriff wurde von Robert L. Spitzer als ein Ersatz für den Ausdruck „depressive Persönlichkeit“ in den späten 1970ern eingeführt.[4]

Du sagst Depressionen usw. werden auf Achse I codiert. Gibt es Persönlichkeitsstörungen mit depressiven Symptomen ?

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@Bro234

Ja die gibt es, zB sind sehr viele Leute, die borderline haben auch depressiv 

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wie kann ich meine psychiaterin überzeugen, das medikament zu wechseln?

ich bekomme seit 2 jahren das neuroleptikum seroquel wegen verdacht auf borderline persönlichkeitsstörung (stimmungsschwankungen, svv) und depressionen (wobei es auf vor allem auf ersteres anspricht). ich habe es damals in der klinik bekommen und wurde damals sorgfältig ausgesucht (war das dritte medikament, die ersten zwei haben bei mir nicht richtig gewirkt). es wirkt stimmungsstabilisierend und beruhigend und war damals ein segen um einfach mal von meinem gefühlschaos runterzukommen. damals hatte ich 300 mg (Retardtabletten).

nach dem klinikaufenthalt bin ich nun in ambulanter psychotherapie in kombination mit psychopharmaka (seroquel). allerdings wirkt das medikament zu sehr sedierend und ich habe das gefühl, dass es mich in der entwicklung meiner therapie eher behindert, bzw. dass alles einfach bleibt wie es ist. ich habe zwar kaum stimmungsschwankungen mehr gehabt, allerdings oft eine sehr gedrückte stimmung. das habe ich meiner psychiaterin dann auch gesagt und sie meinte, wir sollten die dosis reduzieren. das haben wir dann auch gemacht und sind von 300 auf 200 runter. in den ersten tagen merkte ich, dass meine stimmung im schnitt weniger depressiv war, allerdings die stimmungsschwankungen wieder zurückkamen. nach ein paar wochen verflog der positive effekt allerdings wieder und es war wie vorher, nur mit zusätzlichen stimmungsschwankungen. bei weiteren reduktionsschritten ist genau das selbe passiert: nebenwirkungen blieben, eigentliche wirkung des medikamentens verschlechterte sich. mittlerweile bin ich bei 75 mg (25 mg Mittags, 50 Abends)

nun zu den eigentlichen fragen:

irgendwie finde ich, das bringt nichts mehr so weiter und habe das gefühl, dass es sinnvoll ist, das medikament zu wechseln. es soll zwar stabilisierend wirken, allerdings nicht sedierend, sondern eher stimmungsaufhellend. gibt es sowas?

wie kann ich meine psychiaterin überzeugen, dass ich ein anderes medikament will? sie tendiert meiner meinung nach mittelfristig gesehen eher zu absetzen, wovor ich allerdings grosse angst habe und ich glaube, dass es nicht klappen wird - noch nicht jetzt. ich will ihr eigentlich nicht einfach sagen: "ich möchte das medikament wechseln". vielleicht hat sie dann das gefühl, dass ich glaube, sie macht ihre arbeit nicht richtig. ich habe mich mit der medikation von psychopharmaka etwas eingelesen, habe mir ein paar bücher fachliteratur besorgt, da mich das thema irgendwie interessiert. ich weiss natürlich, dass diese entscheidungen meine ärztin zu treffen hat, allerdings finde ich einfach, seroquel ist nicht mehr das richtige medikament für mich. ich habe auch angst, dass sie mich nicht richtig ernst nimmt, da ich erst 16 bin. und noch die letzte frage: welche medikamentengruppe wäre für mich am ehesten geeignet? wenn ich ihr vielleicht einen vorschlag bringe, nimmt sie mich vielleicht eher ernst, da sie merkt, dass ich mich informiert habe und es mir wichtig ist.

vielleicht kann mir ja jmd. ein paar anregung für mich.

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