Inwiefern könnte eine Psychotherapie bei Adipositas helfen?

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Adipositas beruht in den allermeisten Fällen auf einer Eßstörung und ist insofern genau so psychotherapierbar wie Bulimie und Anorexie. In der Praxis dürfte es allerdings schwer sein, von der Krankenkasse eine reine Psychotherapie (ohne gleichzeitige drastische Änderung des Eßverhaltens unter Aufsicht) bezahlt zu bekommen. Ob eine Therapie klappt oder nicht, hängt immer damit zusammen, ob der Patient "mitarbeitet" oder nicht. Hier http://fressnet.de/blog/?p=699 fand ich noch eine interessante Betrachtung:

Psychotherapie bei Adipositas … ist ein Thema, das im Allgemeinen in der Versenkung bleibt - ein kleines Angebot, wenig Spezialisierung und wohl auch etliche Therapeuten, die dem Problem verständnislos gegenüberstehen. “Weniger Essen und mehr Bewegung” ist das verbreitete “Patentrezept”- Wie es um die Psychodynamik der Übergewichtigen steht - wer will das eigentlich wissen - oft genug doch noch nicht einmal die Betroffenen selbst. Psychodynamisch könnte man sagen, dass ein emotionaler Hunger mit Nahrung beantwortet wird und die Nahrungsaufnahme dafür verwendet wird, die Affekte zu regulieren. Dementsprechend sind auch Beziehungen überwiegend oral determiniert und Konflikte werden durch beständige Nahrungsaufnahme und Inaktivität gewissermaßen süchtig abgewehrt. Betroffene haben große Angst vor dem psychischen Verhungern. Psychische Befunde einer Adipositas: · Angst vor Enttäuschung und Zurückweisung · ausgeprägte Versorgungswünsche · Aggressionsgehemmtheit · Bereitschaft zur Anpassung und zur Zurückstellung der eigenen Bedürfnisse · anklammerndes oder kontaktvermeidendes Verhalten · Trennungsangst · Fortdauernde Sehnsucht nach einem versorgenden mütterlichen Objekt (süchtige Beziehungsstruktur) · versiegende Sexualität · große Einsamkeit

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