Ich kann viel schlechter auswendig lernen als früher - woran liegt das?

5 Antworten

Nicht verzweifeln, mit 30 J. ist das erstmal so, aber es ist Besserung in Sicht.

Es ist einfach so, dass das Hirn eines Kleinkindes->, Kindes->,Schülers->, Auszubildenden/Studenten in seinem bisherigen Leben nichts anderes gemacht hat, als Input zu sammeln. Die Hirnforschung weiss, dass dies nur durch spezielle neuronale Verknüpfungen im Hirn gut gelingt und diese Verknüpfungen sind von Kleinkindesbeinchchen an vorhanden.

Ist diese Lebensphase abgeschlossen, verändert sich unser Gehirn. Es verändert sich zu Gunsten der  Aufgaben, die jetzt  (neu) im Mittelpunkt des tagtäglichen Lebens stehen. Diese Veränderung ist sogar (MRT) bildlich darstellbar, die Formen des Hirns verändern sich.

Ändert sich nun Dein Leben dahingehend, dass nun wieder erneut das Lernen der Tagesmittelpunkt ist, dann muss das Gehirn sich wieder umbilden, im wahrsten Sinne des Wortes. Praktisch ausgedrückt, muss Dein Hirn wieder lernen, wie es optimiert lernt. Natürlich geht diese Umbildung nicht von heut auf gleich. Aber es kann und wird sich umbilden, nur Geduld. 

Vielleicht aber hilft es Dir schneller, eine andere Lernstrategie zu erproben. Nicht einfach dump auswendig lernen (so kommt es in Deinem Fragetext rüber), sondern das Behalten eines Textes, über den Umweg des Verstehens des Textinhaltes, zu erleichtern. Dann hast Du das Thema zwar noch nicht wortwörtlich im Kopf, aber dennoch hast Du das Thema drauf. Es ist das mMn tiefere Lernen.

Heutzutage wird in den Schulen mMn viel zu oberflächlich, zu wenig in die Tiefe gehend, gelernt. Hat zur Folge, dass die Kinder zwar rechtzeitig zur Klassenarbeit super auf den Punkt vorbereitet sind, fragst Du dieses Wissen aber nach drei Wochen nochmals ab, dann stehn die wie ein Ochs vorm Berge und wissen nichts mehr, - außer dass sie es mal wussten. "Ach ja,.... ähem ... och, ...ähhh...wie ging das doch nochgleich?", von meinen Söhnenzu hören war für mich fast an der Tagesordnung,  ich habe denen als alter Bock z. T. das Bruchrechnen beibringen müssen. Ich wusste z. B. noch wie man Brüche dividiert, und das 30 Jahre nach meiner 3. Klasse!

Später hat mein Älterer die Meisterschule besucht. Da ging das wieder von vorne los, das ich ihm div. Rechenarten erneut beibringen musste- uuuunglaublich. Aber das nur am Rande. Aber daher gründet mein Tipp, erst verstehen-, dann behalten, eines Textes.

Viel Erfolg

Guten Morgen,

ich vermute, dass du einfach aus dem Rhythmus bist. Dein Gehirn ist es nicht mehr gewohnt, wie früher in der Schule täglich trainiert zu werden und etwas Neues aufzunehmen. Du wirst sehen, dass das Lernen mit der Zeit und regelmäßiger Übung wieder besser und leichter gehen wird. 

Natürlich ist es durchaus so, dass Kinder und Jugendliche leichter Neues aufnehmen,verarbeiten und behalten können. Das heißt aber nicht, dass es sich nicht lohnt, mit fortschreitendem Alter etwas für seine geistige Fitness zu tun (z.B. Gehirnjogging).

Lass' dir Zeit und setz dich nicht so sehr unter Druck. 

Grüße

Das ist eigentlich ganz natürlich. Ich konnte früher auch immer sehr gut auswendig lernen, ein Gedicht habe ich einfach so nebenbei gelernt in ein paar Minuten. Jetzt fallen mir manchmal Begriffe nicht gleich ein oder Namen, besonders wenn ein ähnlicher Begriff in meinem Kopf schwirrt.

Du solltest nicht verzweifeln, sondern dir paar Eckpunkte oder Vergleiche schaffen, mit denen du besser reproduzieren kannst. Außerdem macht Übung den Meister. Wiederhole das Gelernte sooft als möglich in vielen Situationen, beim Einkaufen an der Kasse oder auch beim Spazierengehen.

Lerne nicht nur im Geist, sondern sprich es aus oder schreibe es noch einmal auf und immer mit dem Original vergleichen.

Ich war Fremdsprachenlehrerin und habe gelernt, dass Sehen, Lesen, Sprechen, Schreiben eine Einheit bilden, wenn man sich dauerhaft was merken will.

Eine gute Übung für einen beweglichen Geist ist übrigens Jonglieren und Training der Geschicklichkeit, mit Händen unterschiedliche Bewegungen, wie klopfen und reiben ausführen.

Du wirst es schon schaffen, glaube fest an dich!


Kennst Du die ABC-Listen nach Vera Birkenbihl? Gutes Spiel für zwischendurch! Sie schrieb Bücher wie "Stroh im Kopf" und "Trotz Schule lernen"...

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@Hooks

Nein, aber es gibt viele gute Mittel, wenn man danach sucht. Manchmal kommt auch manches unverhofft.

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Da gibt es mehrere Ursachen:

  • mangelndes Training ("Lernpfade" im Gehirn "wuchern zu") → Lernttraining wie z.B. ABC-Listen nach Vera Birkenbihl
  • Vitamin-B-Komplex-Mangel (mangelnde Versorgung der Nervenzellen, verstärkt durch Mehl (Nudeln, Reis), Zucker, Kaffee, Tee) → B-Komplex einnehmen, Nüsse essen, Vorsicht: Mandeln schwemmen Östrogen aus
  • Magnesiummangel (dann werden die B-Vitamine nicht richtig aktiviert, und 300 andere Enzymreaktion klappen nicht richtig) → Nüsse und Unkraut essen, am besten Mg in Kapselform einnehmen
  • Austrocknung (Wasserschäden sind enorm im Körper! 70 % sollte Wasser sein!) → 30 min vor und 2,5 Stunden nach dem Essen einen Viertelliter trinken, sowie frühmorgens und spätabends.
  • Vielleicht hat sich auch Dein Lernen geändert. Daß Du nun anders lernen mußt, also mehr mit Hören (auf Handy sprechen und abspielen), oder mit Sehen (Zettel an den Spiegel kleben oder dort, wo Du lange bist, Klo, Abwasch), oder mit Bewegen (Karteikarten zum Spazierengehen mitnehmen, dazu ist es nötig, die in kleine Einheiten runterzubrechen)...

Super Antwort, besonders de erste Punkt bringt es auf den Punkt. Das Hirn muss erst wieder lernen zu lernen. LG

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@Winherby

Beachte mal an der Kasse: die Eltern von Zweitklässlern sind da klar im Vorteil, wo es um Summen geht...

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@Winherby

... und sogar einigermaßen verständlich ;-)

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