Meine Oma hat Krebs. Wie soll ich damit umgehen?

5 Antworten

Du wirst sehr früh - zu früh - mit einer herzzerreißenden Lebenssituation konfrontiert: der Aussicht, einen geliebten Menschen zu verlieren und nichts, aber auch gar nichts dagegen tun zu können. Du siehst Deine Oma leiden und kannst ihr nicht helfen. Oder vielleicht doch, indem Du versuchst, so tapfer wie möglich zu sein. Glaub mir, Deine Oma hat mehr seelische Schmerzen als körperliche (denn letztere können die Ärzte ihr nehmen), denn sie sieht ja, wie traurig Ihr seid und wie Du leidest. Darum kann ich Dich nur darin bestärken, so oft wie möglich bei ihr zu sein, mit ihr zu sprechen, wenn sie sprechen will, oder auch mit ihr zu schweigen und ihr einfach durch Dein Da-Sein gut zu tun. Ehrlich gesagt, glaube ich gar nicht, dass Du rausgehen musst, wenn Dir die Tränen kommen - meinst Du nicht, Deine Oma merkt es trotzdem, dass Du geweint hast? Vielleicht ist ihr ja auch nach Weinen, und sie reißt sich nur Euch zuliebe zusammen?

Deiner Ausdrucksweise nach bist Du ein kluges und vernünftiges Mädchen. Darum möchte ich Dir keine falschen Hoffnungen machen, indem ich Dir suggeriere, man müsste Deine Oma nur "richtig" behandeln und in eine Reha schicken, und alles würde gut. Wegen der vielen Metastasen ist anzunehmen, dass sie den Kampf gegen den Krebs wohl verloren hat. Möglicherweise ließe sich ihre Lebenszeit durch weitere Operationen oder Chemotherapien verlängern, aber um welchen Preis? Das Leben soll doch auch "lebenswert" sein und nicht nur Qual und Leiden! Letztendlich kann aber nur Deine Oma entscheiden, was für sie noch "lebenswert" ist. Vielleicht würde sie für sich allein ganz andere Entscheidungen treffen? Aber sie denkt an Euch und wie wichtig sie für Euch ist, und dafür tut sie "es". Was meinst Du mit "es" - die Blasenoperation? Einen größeren Liebesbeweis gibt es nicht.

Dein Opa, Deine Mama, Deine Schwester und Du, Ihr könnt gemeinsam traurig sein und versuchen, einander zu trösten. Aber irgendwann wirst Du merken, dass jeder mit seinem Schmerz und seiner Trauer doch allein fertig werden muss - jeder auf seine Weise.

Für die kommende Zeit wünsche ich Dir ganz viel Kraft und Mut!

Ich danke dir dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, um mir zu schreiben. Ich habe vorher natürlich schon durch viele andere Foren geschnuppert, bei Menschen, die vom gleichen Schicksal betroffen sind und es wird immer wieder gesagt, man solle den betroffenden Personen Liebe schenken und mit ihr eine wundervolle Restzeit erleben, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass das nicht ausreicht. Das Thema ist sehr kompliziert. Das tat mir gut. Danke.

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@unknown1234

Eine besonders intensive Restzeit kann Dir ein Trost sein, der im Herzen bleibt. Aber Deine Oma wird Dir trotzdem sehr lange und immer wieder aufs Neue fehlen. Vielleicht kannst Du dann mit ihr eine Art Zwiesprache halten? Manchen Menschen hilft das, den geliebten Menschen im Herzen weiterleben zu lassen.

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Hallo,

ich kann es dir sehr nachfühlen, ich bin zwar schon wesentlich älter als du, aber auch meine Oma hat mich großgezogen, (wir wohnten im gleichen Haus, meine Eltern waren beide berufstätig).

So wie du es schilderst, hat deine Oma sehr viel Kraft und schöpft diese aus der Liebe zu euch.

Wartet jetzt einfach die Operation und die Weiterbehandlung ab.

Sei einfach für sie da, zeige ihr deine Liebe.

Liebe Grüße

Hallo unknown1234!

Krebserkrankungen sind in der 2. Lebenshälfte keine Seltenheit, da unser Immunsystem mit den Jahren schlechter wird. Auch Lebensumstände, Erbanlagen, Ernährung und Umwelt spielen eine Rolle.Deine Oma hat bereits jede Menge Behandlungen über sich ergehen lassen, bekam sie eine anschließende REHA? Wenn man nach konventionellen Behandlungen einfach entlassen wird, hat man keine großen Chancen, den Krebs zu besiegen.

Krebs sollte ganzheitlich behandelt werden. Deine Oma sollte in eine REHA Klinik, in der ihr Körper und ihr Immunsystem so aufgebaut wird, damit sie wieder zu Kräften kommt und gegen eventuell verbliebene Krebszellen anzukämpfen.Gezielte Immuninfusionen, Ernährungsumstellung, Bewegung für Krebskranke wären nur Beispiele.

Seid da für die Oma und unterstützt sie, lacht mit ihr und beschäftigt sie, das baut sie auf und gibt ihr Kraft.Alles Gute für euch!

Liebe unknown1234, ich habe mir deinen Text noch einmal durchgelesen und möchte dir noch ein paar Zeilen schreiben.

Einige Zeilen machten mich sehr fassungslos,z.B. "Die Ärzte reagierten nicht" oder "durch die Chemo hatte sie schlimme Schmerzen".

Weißt du, auch wenn ich mich mit dem Thema Krebs auskenne,so habe ich  selbst einen Krebsfall im engen Familienkreis erlebt und bin durch eine schlimme,aufwühlende Zeit gegangen. Nach den richtigen Kliniken suchen bis spät in die Nacht, die Sorgen und alles drum und dran haben mich fast selbst krank gemacht.

Aus Erfahrung kann ich dir aber sagen, dass ihr eines auf keinen Fall machen dürft: Nichts. Deine Oma ist erst 64 und damit noch recht jung.Sie möchte kämpfen und ihr solltet das unterstützen.

Du kennst doch das Sprichwort:Die Hoffnung stirbt zuletzt,nicht wahr? Genau so ist es. Es wäre auch taktlos, jetz von Trauer zu sprechen,schließlich lebt deine Oma doch und sie hat Lebenswillen. Bitte deine Mutter, etwas zu recherchieren über verschiedene Behandlungen. Mit Metastasen ist eine ganzheitliche Behandlung langwieriger, aber nicht hoffnungslos.Bei uns hat sich die ganze Mühe damals auch gelohnt, sie lebt heute noch und mit der richtigen Therapie ist es möglich.

Wenn es deine Oma trotz allem nicht schaffen sollte,könnt ihr wenigstens sagen,dass ihr aktiv alles getan habt und das ist sehr wichtig.

Ich sende dir (auch für deine Mutter)mal einen Link zu einem Forum:

http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=317

Alles Gute nochmal und schaut nach vorne! LG

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