Frage von heavy89, 17

Heftiger Durchfall seit einigen Tagen?

Hallo,

ich habe im Moment heftigen Durchfall. Aber mal von vorne: Wegen Angststörung/Depression habe ich begonnen Citalopram 20mg zu nehmen (am Anfang nur 1/2), ich fing Dienstags an. Donnerstags habe ich mich schon etwas krank gefühlt. Freitag früh hatte ich dann Fieber ~38,5, war total schlapp, lag den ganzen Tag im Bett, Übelkeit. Erbrechen (da ich nicht viel gegessen hatte war es meistens nur das Würgen), Abends dann ziemliche Kreislaufprobleme bis fast zum Umfallen, weshalb ein Rettungsdienst kam. EKG etc. waren aber ok, konnte auch zuhause bleiben. Samstag dann weiter Erbrechen, Übelkeit, Schlapp, Fieber bis max. 39,5°C. Seit Sonntag kam dann heftiger Durchfall dazu, was oben reingeht läuft quasi unten in wässriger Form direkt wieder raus (so kommt es mir jedenfalls vor). Dazu leichte Bauchschmerzen im Unterbauch. Meistens kommen die Schmerzen, dann der Durchfall die Schmerzen bleiben noch kurz und sind dann besser bis zum nächsten "Druck".....

Nun ist Mittwoch und ich habe immernoch Durchfall in der selben Konsistenz. Am Montag war das Fieber nur noch leicht erhöht, seit Dienstag war kein Fieber mehr messbar. Auch fühle ich mich (und wurde mir auch gesagt) deutlich vitaler. Zwar noch schlapp, aber am Wochenende war der Weg zum Klo schon zu viel. War Dienstag auch beim Arzt, sie hat kurz auf den Bauch getastet und meinte wohl kein Blinddarm, abwarten.

Allerdings liest man sonst überall bei wässrigem Durchfall mehr als 1-2 Tage sollte man unbedingt was machen, Dehydration, Infusionen, Elektrolytlösungen und was man nicht alles tun soll und muss. Ich habe das ganze nun den 4. Tag.... ich trinke zwar wirklich viel und esse auch (vorwiegend Brühe, Suppe aus pürrierten Möhren und Kartoffeln, Zwieback, Salzstangen), allerdings scheint ja alles so wieder hinten raus zu kommen zumindest die Flüssigkeit......

Muss man hier daher mehr machen? Sollte man wirklich erstmal "abwarten" bis es allein weggeht? Wann merkt man, dass man Flüssigkeitsmangel hat oder ähnliches? Ich habe halt vorallem Angst, dass es doch was ernsteres ist, zu einem "Notfall" wird etc. Warte quasi immer drauf unerträgliche Bauchschmerzen zu kriegen, Blutungen, Darmdurchbruch etc. (Folge der Angststörung......)

Kann man außer viel trinken noch was machen bzw. sinnvolle Hausmittel oder auch Medikamente?

Vielen Dank für Tipps.

Antwort
von Vendettina, 9

Also, die Symptome können entweder ein Magen-Darm-Infekt, Nebenwirkungen vom Medikament oder Wechselwirkungen mit einem anderem Medikament - manchmal auch Lebensmittel - sein, auf das sogenannte Serotoninsyndrom hinweisen, eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine andere Magen-Darm-Erkrankung oder selten auch eine andere Infektion oder andere Erkrankung sein. Ein Magen-Darm-Infekt sollte in der Regel innerhalb von 3-7 Tagen, manchmal aber auch bis zu 14 Tagen, überstanden sein. Nebenwirkungen treten ebenfalls in den ersten 14 Tagen (manchmal auch die ersten 28 Tagen) verstärkt und / oder häufiger auf und klingen dann ab oder werden zumindest schwächer. Wechselwirkungen mit Medikamenten und / oder Lebensmitteln können jederzeit, auch nach langer Behandlung, erstmalig auftreten und sollten unbedingt vermieden werden, denn vorallem mit (selektiven) Serotoninwiederaufnahmehemmern, wie Citalopram, kann das auch zum Serotoninsyndrom oder anderen Neben- und Wechselwirkungen kommen. Dies ist insbesondere z.B. bei Johanniskraut, Gerinnungshemmern, Tramadol, Metoclopramid (MCP), Triptane gegen Migräne (Sumatriptan, Naratriptan, Oxitriptan und Co.), Tryptophan (Serotoninvorstufe, unter Anderem in Kakao, Schokolade, in manchem Gemüse und Obst und evtl anderen Lebensmitteln und manchen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten) so. (ACHTUNG: Dies ist keine abschließende Aufzählung von Medikamenten und Lebensmitteln, die zu Wechselwirkungen bzw dem Serotoninsyndrom führen können! Dazu bitte die entsprechenden Packungsbeilagen aller deiner Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel aufmerksam lesen und dich über Lebensmittel (z.B. Obst und Gemüse) und Genussmittel (z.B. Schokolade, Weingummi, Lakritz) im Internet informieren und am Besten eine Ernährungsberatung (kann evtl vom Arzt verschrieben werden, um Neben- und Wechselwirkungen vom bzw mit deinem Medikament / deinen Medikamenten zu verhindern bzw falls bereits eingetreten, schneller abzumildern bzw abklingen zu lassen. Nun zum Serotoninsyndrom: Zuerst mal gesagt, es sollte ausgeschlossen werden, denn wenn dies zu lange besteht und nicht bzw falsch gehandelt bzw behandelt wird, kann es lebensgefährlich werden. Ich möchte dir natürlich keine Angst machen, aber gerade im Anfang einer Therapie mit (selektiven) Serotoninwiederaufnahmehemmern, muss sorgfältig darauf geachtet werden, und sollte es auftreten, möglichst schnell (egal wann es während der Therapie auftritt) behandelt werden. Mögliche Symptome, die nicht alle zusammen oder zur gleichen Zeit auftreten müssen, sind: - Hyperthermie, also erhöhte Temperatur bis Fieber - Muskelstarre, also die Beweglichkeit ist eingeschränkt oder evtl. ist es unmöglich sich selbst zu bewegen (deshalb empfehle ich, vorallem in der ersten Zeit - die ersten 14-28 Tage - nicht allein zu bleiben, mit einem/r guten Freund/in, der / die einen Notfallschlüssel besitzt, verabreden, dass man sich alle 2-3 Stunden spricht - und wenn es nur per Handy ist - und schaut, wie es Einem geht und wie gut man sich bewegen kann, damit im Notfall schnell Hilfe organisiert werden kann. Alternativ sollte zumindest immer ein Handy leicht erreichbar sein, also immer - auch beim Toilettengang - dabei sein, egal, wo du dich gerade in der Wohnung - oder auch unterwegs - befindet. - Statt Handy geht innerhalb der Wohnung auch ein normales Festnetztelefon. - Auch kannst du natürlich auch dir entweder ein/e Freund/in zu dir einladen / bitten, bzw zu ihm / ihr nach Hause gehen, damit du nicht allein bist. - Alternativ gehen natürlich auch die Eltern / andere Verwandte / andere Vertrauenspersonen deiner Wahl, ich werde sie jedoch der Einfachheit halber trotzdem einfach als Freund/in bezeichnen.) - Tremor, also Zittern von z.B. Händen / Fingern, ... - Myoklonien, also Muskelkrämpfe: entweder in Form von z.B. Wadenkrämpfen, die man selbst versuchsweise mit Magnesium behandeln kann, oder in Form von Krampfanfällen, bei denen der Rettungsdienst bzw Notarzt gerufen werden sollte. (Epileptiker sollten Citalopram nicht bzw nur unter sorgfältiger Überwachung, vorallem in der Einstellungsphase bzw bei Dosisänderung überwacht werden - evtl die ersten Tage im Krankenhaus. - mentale Veränderungen, z.B. Verwirrtheit, Reizbarkeit, z.T. Delirium oder Bewußtlosigkeit / Koma (auch hier ist es gut ein/e Freund/in in der Nähe zu haben) - die Vitalparameter, also Puls, Blutdruck, Atemtiefe und Atemfrequenz können stark schwanken (z.B. ist der Blutdruck zuerst sehr hoch mit einer niedrigen oder normalen Pulsfrequenz und normaler Atmung und im nächsten Augenblick kann der Blutdruck stark sinken und sich die Pulsfrequenz stark erhöhen mit einer ansteigenden Atemfrequenz, bei der die Atemtiefe immer flacher wird. Natürlich können die sich die Vitalparameter auch anderweitig verändern, dies ist nur ein Beispiel von Vielen. (Auch deshalb ist es sinnvoll nicht allein zu bleiben, denn die Vitalparameter könnten natürlich auch zu stark ansteigen oder bis zum Atemstillstand und / oder Herz-Kreislauf-Stillstand absinken und dann ist es sinnvoll, wenn eine Person helfen kann. WICHTIGE ANMERKUNG: Das Serotoninsyndrom ist zwar selten, kann aber gefährlich bzw lebensbedrohlich werden. Vorallem dann wenn andere Medikamente / Nahrungsergänzungsmittel / Lebensmittel zugeführt werden, die ebenfalls den Serotoninspiegel erhöhen (können). Aufgrund der Anfangsphase der Medikation und deiner Symptome, würde ich dir empfehlen, wenn möglich noch heute, ansonsten morgen, das Thema Serotoninsyndrom, bei deinem Arzt, der dir das Citalopram verschrieben hat, anzusprechen. Lieber ausschließen lassen und mit einen Magen-Darm-Infekt oder den Symptomen als "normale" Nebenwirkungen noch ein paar Tage die Toilette und einen Eimer "gern zu haben", als das Serotoninsyndrom und / oder wichtige Wechselwirkungen zu übersehen. Falls dich der Arzt / die Arzthelferin(nen) abwimmeln wollen, mit der Begründung, du hättest / hast keinen Termin, direkt auf das Serotoninsyndrom hinweisen, und dass du das Gefühl hast / hättest, dass sich das bei dir entwickelt, denn dann darf er / sie / dürfen sie dich nicht abweisen, denn, wie bereits geschrieben, kann das Serotoninsyndrom gefährlich werden, denn ansonsten machen die sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar machen. - Sollte es trotzdem zu einer Abweisung kommen, würde ich an deiner Stelle sofort das Handy zücken und die Polizei rufen, um mit Hilfe der Polizei das abzuklären, und zwar so, dass dir klar ist, dass es nicht das Serotoninsyndrom bzw wichtige Wechselwirkungen sind bzw Gegenmaßnahmen ergriffen wurden, im Zweifel evtl per Einweisung in ein Krankenhaus - auch wenn es nur zur Absicherung dienen soll - damit dein Arzt nicht belangt werden kann, aber besser als wenn der Arzt nix tut. Es kann dann zwar eine Einweisung in eine Psychiatrie werden, aber auch die können / müssen, wenn es so sein sollte, das Serotoninsyndrom erkennen können und können dich vielleicht auch besser einstellen, falls das Nebenwirkungen vom Medikament sein sollten und können dich direkt über wichtige Verhaltensweisen und zu vermeidende Medikamente und Co aufklären. Zu den weiteren, oben bereits angerissenen Themen, werde ich später noch Erläuterungen schreiben, denn jetzt muss ich erstmal noch etwas erledigen. (Evtl komme ich erst morgen oder in den nächsten Tagen dazu, bemühe mich aber, dass ich es bis zum Wochenende schaffe.)

Kommentar von farasi ,

ich fände es toll, wenn du den rest bitte gliedern könntest - so mit absätzen und so.

die thematik ist sehr interessant - aber so kann man es unmöglich lesen. ;-/

Kommentar von Tigerkater ,

....ich finde es sehr höflich von Dir, dass dies die einzige Kritik ist....!

Kommentar von farasi ,

pssst... ich auch...

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