Hat hier jemand Erfahrungen bzgl. einer OP, wo Verwachsungen am Darm entfernt werden?

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1 Antwort

Liebe Gerda!

Da ich ja (leider) hinreichend Erfahrungen mit schmerzhaften Verwachsungen und entsprechenden OPs habe, will ich dir das hier mal schildern.

Nach meiner Bauchfellentzündung hatte ich ca. 3 Monate später wieder starke Schmerzen im Bauch, aber immer nur an einer ganz bestimmten Stelle. Die konnte ich genau lokalisieren. Nach verschiedenen Untersuchungen (man dachte zuerst immer, das läge an der Sonde, die ich damals hatte) meinte der Chirurg, er würde auf Verwachsungen tippen. Die könne man zwar leider mit Hilfe der Bildgebung nicht nachweisen, aber es würde viel dafür sprechen und er riet mir zu einer OP. Er sagte aber auch gleich, dass er nicht garantieren könne, dass es danach besser ist, außerdem könne eine neue OP immer auch neue Verwachsungen hervorrufen. 

Ich hatte mich trotzdem für die OP entschieden und laut Arztbericht wurden auch massive Verwachsungen im Oberbauch entfernt. Nach der OP war ich auch erstmal schmerzfrei. Allerdings leider nur für ca. 4 Monate. Dann fingen die Schmerzen wieder an, wieder genau an derselben Stelle. Da ich zu der Zeit wegen einer anderen Sache in einem anderen Krankenhaus war, sah sich das dann auch ein anderer Chirurg an. Er meinte, dass es neue Verwachsungen sein könnten, war sich aber nicht sicher. Nach erneutem Ausschluss anderer Ursachen empfahl er mir eine diagnostische Laparoskopie. Da könne man dann sehen, ob es Verwachsungen oder was anderes wäre. Also wurde das gemacht und er sagte danach, er hätte keine großen Verwachsungen gesehen und auch nichts entfernt. Die Schmerzen blieben und steigerten sich in den folgenden Monaten noch gewaltig.

Letztendlich wurden sie so schlimm, dass ich eine 5wöchige Schmerztherapie machen musste und Opiate in Höchstdosis bekam. Die Schmerztherapeutin (am KH des zweiten Chirurgen) war letzendlich auch der Überzeugung, dass man wohl nochmal in den Bauch reinsehen müsste, außer erneuten Verwachsungen hätte sie auch keine Idee mehr. Sie sprach auch mehrfach mit Chirurg 2, aber der sah keine Indikation für einen erneuten Eingriff.

Daraufhin hat sie mich nach meiner Entlassung nochmal zu Chirurg 1 geschickt. Der meinte dann, dass es ziemlich sicher wieder Verwachsungen wären, aber ein erneuter Eingriff keine Garantie bieten würde, dass es dann besser wird. Da meine Schmerzen aber so schlimm waren, lies ich mich nochmal operieren. Wieder wurden laut Aussage des Chirurgen "massive Verwachsungen" entfernt. Und was soll ich sagen: nach Abheilung der OP-Folgen war ich endlich schmerzfrei! Und das bin ich jetzt schon fast 2 Jahre (*schnell auf Holz klopf*)!

Natürlich muss man sich, wenn man sich für eine OP entscheidet, immer darüber im klaren sein, dass es auch erfolglos sein kann. Und dass durch diese OP auch wieder neue Verwachsungen entstehen können. Aber ich bin heilfroh, dass ich mich auch noch zur 3. OP entschieden hatte. 

Ich glaube, das ist eine sehr individuelle Entscheidung, ob man mit den Schmerzen, die man durch die Verwachsungen hat, irgendwie einigermaßen leben kann, oder ob sie einen so einschränken, dass man sich zur OP entschließt.

Bei mir waren übrigens alle 3 OPs laparoskopische OPs, also minimalinvasiv, allerdings hat jeder Chirurg andere Zugangswege gewählt, so dass ich jetzt kleine Narben an verschiedenen Stellen habe (aber das ist für mich das geringste Problem). Ich glaube, das liegt auch ein bisschen daran, wo die Verwachsungen vermutet werden. 

Ich glaube nicht, dass diese OPs irgendwo ambulant durchgeführt werden. In der Regel ist ein kurzer stationärer Aufenthalt (ein paar Tage) notwendig.

Falls du noch weitere Fragen hast, immer her damit!

Liebe Grüße und alles Gute, Lexi

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gerdavh 08.03.2016, 12:52

Liebe Lexi, danke für Deine ausführliche Antwort. Ich war eben nur mal kurz einkaufen, ich halte es nicht mehr aus. Selbst normales Gehen ist äußerst schmerzhaft. Dabei habe ich heute bislang noch gar nichts gegessen,dann wird es in der Regel so schlimm, dass ich mich mehrere Stunden ins Bett legen muss.

Ich habe eben nochmal beim Gastroenterologen angerufen, bekomme meinen Befund, sowie die Ergebnisse der Histologie vorliegen (sie haben mir einen kleinen Polyp entfernt) und dann gehe ich zum Hausarzt meines Vertrauens und lasse mir eine Überweisung zum Chirurgen geben. Inzwischen bin ich soweit, dass ich mich auch 14 Tage ins Krankenhaus legen würde, Hauptsache, ich wäre die Schmerzen los und wenn es nur für ein paar Jahre ist. Der Gastroenterologe meinte, dass ich damit rechnen muss, dass ich in 5-6 Jahren wieder erneute Verwachsungen habe. Ist mir im Moment völlig egal.

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Lexi77 08.03.2016, 15:26
@gerdavh

Liebe Gerda, ich kann nur zu gut nachempfinden, wie es dir geht. Zuletzt, als ich in der Schmerztherapie war, konnte ich auch vor Schmerzen kaum noch laufen und habe immer nur gekrümmt im Bett gelegen. Trotz höchstmöglicher Schmerzmitteldosis. Ich drücke dir die Daumen, dass du einen Arzt findest, der dich operiert. 

Was nimmst du denn zur Zeit an Schmerzmitteln? Kann man da ggf. für die Zwischenzeit bis zur OP noch was erhöhen? Sprich doch mal deinen Arzt darauf an. Ist ja nur kurzzeitig.

Ich würde aber auch ohne Befund (von einer Magen- oder Darmspiegelung?) schon versuchen, einen Termin bei einem Chirurgen zu bekommen. Denn da haben die ja auch nicht von heute auf morgen Zeit. Ich musste auf meine ambulanten Termine meist so 2-3 Wochen warten und nach den ambulanten Untersuchungstermin beim Chirurgen immer nochmal ca. 2 Wochen, bis ich dann die OP hatte.

Berichte mal, wie es weiter geht! LG, Lexi

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gerdavh 09.03.2016, 11:52
@Lexi77

Ich nehme gar keine Schmerzmittel, das geht auch noch so. Ich muss mich halt öfters hinlegen, besonders nach dem Essen.

Ich habe mich jetzt entschieden. Mein Mann war mit seiner Bauch-OP in einem kleinen Krankenhaus in Heppenheim sehr zufrieden (bekam ein Netz wegen einer großen Hernie). Ich warte jetzt mal den Befund ab und damit gehe ich zum Hausarzt meines Mannes, der mich dann an den Chirurgen überweist. Den Befund habe ich bloß noch nicht, weil die noch auf den histologischen Befund meines entfernten Polypen warten. Haben mir gestern telef. zugesagt, sowie der da ist, geht der Befund an mich raus.

Das wurde bei der Sono festgestellt, nicht bei der hohen Darmspiegelung.

Und dann muss ich mal hören, was der Chirurg dazu zu sagen hat. Weißt ja, 2 Ärzte: 2 Meinungen.

Ich habe bald einen Termin bei meinem neuen Frauenarzt, vielleicht macht der ja mal eine 3D-Ultraschallaufnahme, dann sieht man das bestimmt noch besser, also bei einer üblichen Sono. Den Termin habe ich mir schon vor langer Hand gemacht, da ich dachte, ich hätte evtl. eine Gebärmuttersenkung, wäre ja auch möglich gewesen.

Ich würde mich ja gerne in den Osterferien operieren lassen, weil mein Mann da Urlaub hat, aber das kann ich wohl vergessen; ist zu kurzfristig. Notfalls muss er sich sich halt mal ein paar Tage Urlaub nehmen, ich gehe ja nun nicht davon aus, dass ich deshalb ewig im Krankenhaus liegen muss.

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