Hämochromatose - Aderlass ab welcher Eisenkonzentration?

3 Antworten

Hallo Lilii,

zuerst einmal die Normalwerte bei Ferritin

  • Männer 20 - 500 µg/l (es gibt da Abweichungen bei m/w von Labor zu Labor 30-400 µg/l)

  • Frauen 15 - 250 µg/l


  • Fe ( Eisen ) 14,3 - 26,9 qmol/l (Mann)

  • Fe ( Eisen ) 10,7 - 25,1 qmol/l (Frau)

http://www.patania.de/artikel/blutw.htm Blutnormwerte

Der Unterschied Ferretin und FE - Ferretin ist gebundenes Eisen und FE frei im Serum (Blut).

Wenn nun das Ferretin stark erhöht ist was z.T. über 1000 µg/l gehen kann greift man zum Aderlass. das heißt es wird ca. ein halber Liter Blut entnommen und man bekommt danach als Ausgleich eine NaCl. Lösung . Dies macht man aber nur befristet (Kosten). Es heißt dann man kann ja auch zur Blutspende gehen. Bei Schwerbehinderten nicht immer .......

Nun ein zu viel an Eisen kann schwere Schäden verursachen so z.B. Leberzirrhose was bis hin zum Leberzelltumor führen kann, mit unter mit tödlichen Ausgang!. Gelenkbeschwerden, Erschöpfungszustände oder Impotenz entwickeln

Da Frauen bei der Menstruation immer etwas Blut verlieren sind sie nicht ganz so extrem betroffen!

Nun 191 μg in 1 Deziliter wären doch extrem viel - obwohl 1200 μg / l auch schon gemessen worden sind!

VG Stephan

Hallo Stephan,

vielen Dank für deine Antwort – jetzt verstehe ich die Sache ein wenig besser. Aber nur um einige Begriffe noch mal klarzustellen: Das was im Befund als „Ferritin“ bezeichnet wird, ist gebundenes Eisen, soweit habe ich das verstanden. Und „Eisen“ ist das Eisen, das frei im Blut ist – entspricht dieser Wert dann dem was du als Transferrinsättigung / Serumferritinkonzentration bezeichnest oder ist das wieder etwas anderes?

Jedenfalls ist es bei mir so, dass Ferritin absolut im Normalbereich liegt, während nur Eisen erhöht ist (191 μg / dl). Wird in einem solchen Fall auch ein Aderlass gemacht? Weil, wenn es hier ohnehin keine Therapie gibt, kann ich mir den Weg zum Arzt eigentlich sparen und einfach für mich selbst auf eisenarme Ernährung achten um dem Ganzen zumindest ein wenig entgegenzuwirken?

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@Lilii

Hallo Lilii,

(Befund - Ferretin bzw. Transferetin (großes Blutbild)

also ich versuche es einmal es gibt das Transferrin/Transferrinsättigung hier ist das Eisen an ein Eiweiß gebunden Dieses Eisen wird dann über weitere Schritte von den Roten Blutkörperchen und dem Knochenmark aufgenommen. Im Blut dient es dann der Sauerstoffspeicherung und dem Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen. (Hämoglobin). Ferner ist es bedeutsam bei der Sauerstoffspeicherung in den Muskelzellen (Myoglobin) und Bestandteil von Enzymen (Biokatalysatoren). Es spielt eine Rolle bei der Produktion von Botenstoffen des Nervensystems, den Neurotransmittern, sowie von Thyroxin, einem Schilddrüsenhormon.

http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/Transferrin-Transferrinsaettig-1537.html


Befund FE sogenannte Serum-Eisen

Hier wird gemessen wie viel Eisen im Blut ist also Eisen was nicht an ein Eiweiss gebunden ist

Hier sind die Normwerte

  • Männer: 9-29 µmol/l also bei Männer: 60-160 µg/dl
  • Frauen: 9-27µmol/l nun bei Frauen: 40-150 µg/dl

Diese Serumwerte sind Altersabhängig und eigentlich nicht unbedingt Aussage kräftig So hat u.U. eine Insulinresistenz Einfluss auf den FE -Serumwert. Die FE- Serumwerte sind auch zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich hoch am Nachmittag am höchsten!


Mitunter steht noch ein dritter Wert im Zusammenhang mit Eisen auf den Befund

Hämatokrit - bezeichnet den Anteil der Erythrozyten am Volumen des Blutes dies entspricht in etwa 99 % der festen Bestandteile im Blut!

Also so in etwa ......

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Besteht der Verdacht auf eine Hämochromatose, ist die Bestimmung der Eisenmenge im Körper wegweisend. Der Arzt misst dazu den Eisenspiegel im Serum sowie die Transferrinsättigung (bzw. die ungesättigte Eisenbindungskapazität). Transferrin transportiert das Eisen im Blut. Außerdem bestimmt der Mediziner die Konzentration des Eisenspeichers Ferritin (Serumferritinkonzentration).

Ist die Transferrinsättigung über 60 Prozent und die Serumferritinkonzentration gleichzeitig über 300 µg/l (Mikrogramm pro Liter), so spricht das mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Hämochromatose.

Die Behandlung ist relativ einfach, kann aber für den einzelnen Patienten anstrengend sein. Durch wiederholte Aderlässe werden die überfüllten Eisenspeicher geleert.

Zu Beginn der Behandlung werden im ein- bis zweiwöchigen Rhythmus zirka 500 Milliliter Blut abgelassen – bis der Serumferritinwert < 50 µg/l liegt. Bei fortgeschrittener Krankheit oder später Diagnose kann das ein bis zwei Jahre dauern.

In der anschließenden Erhaltungsphase ist üblicherweise nur noch etwa alle drei Monate ein Aderlass notwendig, um den Zielbereich von 50 – 100 µg/l Ferritin zu halten. http://www.apotheken-umschau.de/Haemochromatose

Alternativ kann auch die sogenannte Erythrozyten-Apherese eingesetzt werden, die effektiver als der Aderlass, allerdings nicht überall verfügbar ist. Nur in den Fällen, in denen kein Aderlass möglich ist (zum Beispiel bei schwerer Blutarmut oder Herzschwäche) kommen Medikamente zum Einsatz, die Eisen binden können (Chelatbildner, zum Beispiel Deferoxamin oder das neue Medikament Deferasirox). Die Behandlung durch Aderlässe ist effektiver und nebenwirkungsärmer als die medikamentöse Therapie. Wird die Diagnose vor dem Eintreten von Organschäden gestellt, kann der Betroffene auch zur Blutspende zugelassen werden.

Gruß rulamann

Lieber Rulamann, wird es doch noch zu häufig gemacht ???? Da habe ich dann wieder was dazugelernt. Liebe Grüße S

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Nun als Laie würde ich schon einmal die Frage stellen was eine Erythrozyten-Apherese ist!

Das entnommene Blut wird aufbereitet! Nach der Entnahme der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) gibt man das Blut in den Kreislauf zurück. Was man nur bei sehr sehr hohen Werten macht. (Kosten).

Transferrinsättigung / Serumferritinkonzentration.............

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