Gibt es einen Unterschied bei der Abrechnung von Leistungen bei Privatversicherten und Selbstzahlern?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Abgerechnet wird nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte). Das macht keinen Unterschied, ob Privat oder Selbstzahler.

Ein H2-Atemtest (Laktoseintoleranz) wird nach Gebührenziffer A618 abgerechnet.

Kostenpunkt liegt bei 35,78 Euro für die Untersuchung

Mit welchem Steigerungsfaktor kommst Du auf diesen Betrag ??

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@Tigerkater

1,8

So wie es auch bei der Abrechnung üblich ist, sofern nicht explizit nur Basissatz abgerechnet werden darf (/soll)

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@xraynrw

Wenn natürlich jemand nach Basistarif abrechnen will, dann läuft das Ganze nur auf 19,88€ hinaus (Faktor 1,0)

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@xraynrw

Ich habe gefragt, weil nach meiner GOÄ ( allerdings aus dem Jahre 2001 )die Ziffer A 618 mit Steigerungsfaktor 1,7 mit 21,86 und dem 2,3 fachen mit 45,72 bewertet wird.

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@xraynrw

Danke, dann hat sich in den 15 Jahren finanziell ja kaum etwas zum Positiven entwickelt. Traurig !!!

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@Tigerkater

Wie immer. Und jedes Jahr wird groß getönt, die GOÄ wird überarbeitet und angepasst. Witz komm raus, Du bist umzingelt... ;) 

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@xraynrw

Da gebe ich Die völlig Recht. Bin froh, dass ich da raus bin !!!!

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Hallo,

der Arzt schreibt die Rechnung genauso, ob jemand Selbstzahler ist oder oder eine private Krankenversicherung hat. Oft weiß die Arztpraxis auch gar nicht, zu welcher Gruppe der Patient gehört. Bei den Patienten einer Arztpraxis gibt es nur 3 Gruppen:

- gesetzliche Krankenversicherung

- Privatpatienten (mit oder ohne Privatversicherung)

- Privatpatienten mit Basis- oder Standardtarif (-> geringeres Honorar für den Arzt)

Was die Privatversicherung nachher erstattet, hängt von dem gewählten Tarif ab. Nach den PKV-Musterbedingungen dürfen die Leistungen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

https://www.pkv.de/service/broschueren/musterbedingungen/mb-kk-2009/

-> § 5 Absatz 2

Gruß

RHW

Entgegen anderslautenden Aussagen hier gibt es sehr wohl Unterschiede in der Höhe der Abrechnungen, habe ich selbst so erlebt.

Ich war sehr lange selbstständig und dabei privat versichert, danach noch 15 Jahre angestellt und BEK-versichert.

Bei einer Augenärztin habe ich damals in der Zeit meiner Privatversicherung für eine Glaukomuntersuchung erheblich mehr bezahlt, wie als späterer BEK-Versicherter. Da hatte sie dann nur einen gemäßigten Satz von 20€ für genommen, da war es dann eine IGEL-Leistung.

Daher gehe ich mal davon aus, dass es sehr wohl Ärzte gibt, die bei Privatzahlern und Privatversicherten ganz klar Unterschiede machen, und bei Privatversicherten höhere Beträge in Rechnung stellen. Das ist jedem Arzt selbst überlassen, denke ich.

In meinem Beruf ist es auch weitgehend üblich, dass ein Praxisinhaber für gesetzlich Versicherte ermäßigte Preise anbietet, damit sich der "kleine Mann" auch mal eine Massage gönnen kann, weil Massagen von Ärzten fast nicht mehr verordnet werden. Bei den Privatpatienten  (Privatversicherten) werden dann aber die üblichen höheren Preise genommen. LG

Ein ermäßigter Satz wird nur dann verwendet (z.B. Post-B), wenn dies aufgrund der Versicherung notwendig ist. Nicht aber, weil einer als Selbstzahler auftritt.

Ansonsten wird standardmäßig  Faktor 2,3 für ärztliche, Faktor 1,8 für technische und Faktor 1,15 für Laborleistungen abgerechnet. Völlig gleich ob Selbstzahler oder Privatversichert.

Letztendlich trifft die Entscheidung der behandelnde Arzt. Der Vertrag kommt nicht zwischen Versicherung und Arzt zustande, sondern zwischen Arzt und Patient, sodass es primär überhaupt keine Rolle spielt, wo er versichert wäre (oder nicht).

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@xraynrw

Dein letzter Abschnitt ist genau die umfassend richtige Kernaussage. Und genau deshalb gibt es sehr wohl Unterschiede für die Preise zwischen Selbstzahlern und Privatversicherten, -alles reine Verhandlungssache. 

Selbst die ermäßigten Sätze der Beihilfe-Versicherten (z.B. Post B) sind nicht zwingend. Ich kenne etliche Praxen (Arzt und Physio), wo ein höherer Satz als die Beihilfe zahlt verlangt wird. Dann muss der Patient entscheiden, ob er die Differenz selbst trägt, oder ob er in eine andere Praxis geht, wo die Beihilfesätze erhoben werden. LG

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Ich bin jetzt etwas verwirrt. Bei der Frage ging's um die Unterschiede zw. privat Versicherten und Selbstzahlern. Wofür steht BEK? Ist das nicht eine gesetzliche Versicherung? Jetzt wo ich etwas mehr über das Thema gelesen habe dachte ich, dass Private/Selbstzahler eben nach GOÄ (höherer Satz) abgerechnet werden und Gesetzliche nach EBM (niedrigerer Satz). Wobei wahrscheinlich Satz + Materialkosten = Rechnungsbetrag. Materialkosten können ggf. variieren nach Hersteller. Oder sehe ich das jetzt komplett falsch?

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@sunnyflower

Zur Aufklärung:

EBM = Einheitlicher Bewertungsmaßstab

Der kommt ausschließlich bei der Abrechnung von Kassenfällen (Gesetzlich versicherte) zur Anwendung. Hier gibt es auch keinen Satz, sondern eine festgelegte Punktzahl. Wie viel der Wert ist, darüber sprechen wir mal besser nicht.

GOÄ = Gebührenordnung für Ärzte

Alle Patienten, die als Selbstzahler/Privatpatienten behandelt werden, werden nach dieser Gebührenordnung abgerechnet. Darunter fallen auch sogenannte IGeL-Leistungen, die nicht mit der Krankenversicherung abgerechnet werden können. Im Grunde alles, was privat liquidiert wird, wird anhand dieser Ordnung berechnet.

In dieser Gebührenordnung ist auch geregelt, dass der Behandler verschiedene Faktoren (z.b. 1,8; 2,3; 2,5; 3,5; ect.) anwenden kann. Der Faktor wird vom Behandler festgelegt und muss ab Überschreiten einer gewissen Grenze begründet werden.

Um zu erklären, was es mit diesem Faktor auf sich hat, mal folgendes Beispiel:

Abgerechnet wird z.B. eine Ultraschalluntersuchung des Bauches. Dafür gibt es die Ziffer 410. Da in der Regel im Rahmen der Untersuchung mehrere Organe intensiv angeschaut werden, stellt das ein erhöhter zeitlicher Aufwand dar, sodass hier mit einem Faktor von 3,5 abgerechnet werden kann.

Ziffer 410: Ultraschalluntersuchung eines Organs
Faktor 1,0 (Basis) = 11,66 €
Faktor 2,3 = 26,81 €
Faktor 3,5 (siehe oben) = 40,80 €

 

Im engeren Sinne gibt es also abrechnungstechnisch keinen nennenswerten Unterschied zwischen Selbstzahler und Privatpatienten.

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