Gibt es auch pflanzliche Psychopharmaka?

2 Antworten

Falsch angewendete Termini fördern nur Missverständnisse und Verwirrung. Mich stört an der Frage und an einigen Antworten der falsch angewendete Begiff chemisch, bzw. Chemie.

Chemie ist, wenn verschiedenartig Stoffe zusammenfließen und damit einen neuen Stoff bilden.

Beispiel: Leitungswasser + Kaffeepulver + Zucker + Milch ergeben zusammengefügt einen völlig neuen Stoff: Einen leckeren Milchkaffee, der ist somit reine Chemie.

Bei Medis sollte zwischen natürlichen, synthetisierten und synthetischen Pharmaka unterschieden werden.

Nimmt man die extrahierten wirksamen Auszüge z. B. des Johanniskrauts und füllt sie, zusammen mit Alkohol zur Konservierung und/oder Wasser zwecks Verdünnung ab, ohne dabei die Moleküle dieses pflanzlichen Wirkstoffes zu verändern, dann habe ich ein natürliches Psychopharmaka.

Fügen Chemiker die extrahierten Wirkstoffe mehrerer verschiedener Pflanzen zu einem neuen Wirkstoff zusammen, so wie es ihn natürlicherweise nirgends in der Natur gibt, dann habe ich ein synthetisiertes Phamaka.

Erfinden Chemiker völlig neue Molekülketten und fügen diese zu einem völlig neuartigen Wirkstoff, z. B. LSD zusammen, dann habe ich ein synthetisches Pharmaka.

Aber in allen drei der o. g. Fällen handelt es sich um reine Chemie! (Zusammenfluss)

Die in der Frage verwendete Formulierung "rein chemische Produkte", muss also sinnvollerweise ersetzt werden durch "rein syntetische Produkte" .

Es gibt auch pflanzliche Psychopharmaka, deren Wirkung und Grenzen hier beschrieben werden:

"Es gibt viele Heilpflanzen, deren Inhaltsstoffe die Psyche und das Nervensystem beruhigen und ausgleichen. Neben den vier Hauptgruppen der Arzneimittel (Neuroleptika, Antidepressiva, Tranquilizer, Lithium) haben pflanzliche Psychopharmaka eine große Bedeutung.
Ihr Vorteil ist, dass sie gut vertragen werden und sanft wirken. Letzteres ist aber auch ihr Nachteil: Bei schweren psychischen Erkrankungen sind sie zu schwach, um wirklich helfen zu können.

Es lohnt sich aber immer der Versuch, leichtere Unruhezustände, Schlafstörungen und vorübergehende depressive Verstimmungen mit einem pflanzlichen Präparat zu behandeln, bevor der Arzt klassische Psychopharmaka einsetzt.

  • Johanniskraut.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Johanniskraut (Inhaltsstoff Hypericin) bei depressiven Verstimmungen hilfreich ist.
Johanniskraut muss jedoch in relativ hoher Dosis in Tablettenform eingenommen werden, um die notwendige Dosis von 600 mg der Wirkstoffe (vor allem Hyperforin und Hypericin) zu erreichen. Mit nicht apothekenpflichtigen Tees und Kapseln aus Reformhäusern gelingt dies nicht. Auch tritt die stimmungsaufhellende Wirkung erst nach etwa zweiwöchiger, regelmäßiger Einnahme ein.
Ein anderer Nachteil: Bei vielen freiverkäuflichen Johanniskrautpräparaten ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht belegt. Deshalb raten Experten vom Kauf solcher Präparate ab.

  • Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume.

Auszüge (Extrakte) aus Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume werden traditionell zur Behandlung von Nervosität und angewendet (auch zur Behandlung von Schlafstörungen). Ihre Wirksamkeit ist bewiesen, aber nur für leichte Beschwerdeformen. Diese Mittel haben keine unerwünschten Nebenwirkungen, können jedoch die Fahrtüchtigkeit etwas herabsetzen.

http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/die-behandlung-psychischer-erkrankungen/#indexjump0

wie kann ich meine psychiaterin überzeugen, das medikament zu wechseln?

ich bekomme seit 2 jahren das neuroleptikum seroquel wegen verdacht auf borderline persönlichkeitsstörung (stimmungsschwankungen, svv) und depressionen (wobei es auf vor allem auf ersteres anspricht). ich habe es damals in der klinik bekommen und wurde damals sorgfältig ausgesucht (war das dritte medikament, die ersten zwei haben bei mir nicht richtig gewirkt). es wirkt stimmungsstabilisierend und beruhigend und war damals ein segen um einfach mal von meinem gefühlschaos runterzukommen. damals hatte ich 300 mg (Retardtabletten).

nach dem klinikaufenthalt bin ich nun in ambulanter psychotherapie in kombination mit psychopharmaka (seroquel). allerdings wirkt das medikament zu sehr sedierend und ich habe das gefühl, dass es mich in der entwicklung meiner therapie eher behindert, bzw. dass alles einfach bleibt wie es ist. ich habe zwar kaum stimmungsschwankungen mehr gehabt, allerdings oft eine sehr gedrückte stimmung. das habe ich meiner psychiaterin dann auch gesagt und sie meinte, wir sollten die dosis reduzieren. das haben wir dann auch gemacht und sind von 300 auf 200 runter. in den ersten tagen merkte ich, dass meine stimmung im schnitt weniger depressiv war, allerdings die stimmungsschwankungen wieder zurückkamen. nach ein paar wochen verflog der positive effekt allerdings wieder und es war wie vorher, nur mit zusätzlichen stimmungsschwankungen. bei weiteren reduktionsschritten ist genau das selbe passiert: nebenwirkungen blieben, eigentliche wirkung des medikamentens verschlechterte sich. mittlerweile bin ich bei 75 mg (25 mg Mittags, 50 Abends)

nun zu den eigentlichen fragen:

irgendwie finde ich, das bringt nichts mehr so weiter und habe das gefühl, dass es sinnvoll ist, das medikament zu wechseln. es soll zwar stabilisierend wirken, allerdings nicht sedierend, sondern eher stimmungsaufhellend. gibt es sowas?

wie kann ich meine psychiaterin überzeugen, dass ich ein anderes medikament will? sie tendiert meiner meinung nach mittelfristig gesehen eher zu absetzen, wovor ich allerdings grosse angst habe und ich glaube, dass es nicht klappen wird - noch nicht jetzt. ich will ihr eigentlich nicht einfach sagen: "ich möchte das medikament wechseln". vielleicht hat sie dann das gefühl, dass ich glaube, sie macht ihre arbeit nicht richtig. ich habe mich mit der medikation von psychopharmaka etwas eingelesen, habe mir ein paar bücher fachliteratur besorgt, da mich das thema irgendwie interessiert. ich weiss natürlich, dass diese entscheidungen meine ärztin zu treffen hat, allerdings finde ich einfach, seroquel ist nicht mehr das richtige medikament für mich. ich habe auch angst, dass sie mich nicht richtig ernst nimmt, da ich erst 16 bin. und noch die letzte frage: welche medikamentengruppe wäre für mich am ehesten geeignet? wenn ich ihr vielleicht einen vorschlag bringe, nimmt sie mich vielleicht eher ernst, da sie merkt, dass ich mich informiert habe und es mir wichtig ist.

vielleicht kann mir ja jmd. ein paar anregung für mich.

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