Gesunde Zähne bekommen/ habe so viel Karies..?

3 Antworten

Das entscheidende Momentum ist das Erbgut, also die genetische Voraussetzung, ob Du gute und gesunde oder kranke Zähne hast. Die Qualität und die Quantität des Zahnschmelzes ist eine Sache des Erbgutes (siehe Deine Eltern).

Die übliche Pflege spielt natürlich auch eine gewisse Rolle, aber nicht die Hauptrolle.

Aber dennoch gilt ein wichtiger Fakt für alle: Die Karieslöcher werden bekanntlich von Bakterien im Mundraum verursacht. Diese Bakterien leben haupsächlich von Zucker. Daher der immer gern gegebene Rat nichts Süßes zu essen und zu trinken. Oft heißt es, man solle nach dem Süßessen gleich besser mal die Zähne putzen, - ein fataler Fehler: Denn die Kariesbakterien leben zwar vom Zucker, aber der Zucker wird im Mund zu Säure umgebildet. Diese Säure wiederum macht den Zahnschmelz weich. Putzt sich der Mensch also direkt nach dem Süßgenuss die Zähne, rubbelt er sich den durch die Säure angeweichten Zahnschmelz runter, - gaaaaarnicht gut. Denn so haben die Bakterien freie Bahn in den Zahn, müssen sich erst garnicht nicht durch den Zahnschmelz arbeiten. Daher nach dem Süßeessen mind. eine halbe Stunde warten, dann erst noch mit klarem Wasser den Mund gründlich durchspülen, erst dann die Beisser schrubben.

Und jetzt kommt der Tipp schlechthin dazu: Nach dem Putzen der Zähne eine Mundspülung mit Xylitwasser durchführen. Xylit ist ein Süßstoff, der aus Birken, Buchen oder Mais gewonnen wird, - somit ein natürlicher Stoff, trotz des chemisch klingenden Namens. Der angenehmer klingende Name ist Birkenzucker. Mit diesem Xylit machst Du ein halbes Glas warmes Wasser süß, ein Teelöffel reicht, und damit gurgelst Du und spülst/ziehst es durch die Zähne. Warum? Was passiert?

Das Wasser mit Birkenzucker schmeckt süß, die (dummen) Bakterien stürzen sich auf die entsprechenden (süßen) Moleküle und futtern diese, in der (falschen) Annahme, sie würden Zucker essen und sich ernähren. Was die Bakterien eben nicht wissen ist, dieser Birkenzucker ist zwar lecker süß, aber er enthält trotzdem keine Kohlenhydrate. Dadurch werden die Bakterien zwar satt, aber trotzdem verhungern sie, - quasi bei vollem Bauch. Tja und verhungerte Kariesbakterien richten keinen Kariesschaden mehr an.

Wenn Du dies nach jedem Essen so (eine halbe Std. warten, dann mit klarem Wasser den Mund gut ausspülen, Zähne putzen, dann mit Birkenzuckerwasser nachspülen) machst, dann hungerst Du Deine Kariesbakterien aus und sie richten an Deinen Zähnen keinerlei Schäden mehr an.

Übrigens kannst Du / Deine Eltern dieses Xylit auch im Haushalt, anstelle des üblichen Kristallzuckers, einsetzen, ich nahm es lange Zeit in meinem Kaffee.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Die "natürlich weissen" Zähne könnten ein Problem sein. Gesunde Zähne sind nämlich gar nicht weiß, sondern leicht gelblich. Strahlend weisse Zähne sind schlecht verkalkt uns damit anfälliger für Karies.

Damit Karies entstehen kann, musst du im Mund -neben der notwendigen Schleimhautflora - bestimmte Bakterien haben, allen voran die Art Streptococcus mutans. Da bei einem Säugling vor der Geburt die Mundhöhle keimfrei ist, muss man sich mit den Bakterien anstecken. Das geschieht, wenn die Mutter den Schnuller oder beim Füttern den Löffel ableckt. Deswegen glaubte man früher, dass schlechte Zähne "vererbt" werden, wenn die Mütter schlechte Zähne hatten.

Eine Infektion mit Streptococcus mutans lässt sich nicht verhindern. Spätestens wenn man mit dem ersten Freund rumknutscht steckt man sich an. Aber je später dieser Zeitpunkt kommt , desto mehr "gute" Bakterien haben die Mundhöhle besiedelt, und das verhindert eine zu starke Vermehrung der "schlechten". Das erklärt, warum manche Menschen bis ins hohe Alter gesunde Zähne haben, obwohl sie nicht mehr putzen als andere.

Die Bakterien ernähren sich von Zucker, deswegen der Rat, auf Zucker bei der Ernährung zu verzichten. Aber: Die Verdauung beginnt schon im Mund mit einem Enzym, der Speichel- Amylase. Diese wandelt Stärke in Zucker um. Das heißt, auch alle Nahrungsmittel die Stärke enthalten, begünstigen die Entstehung von Karies. So viel zu dem Glauben, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung Karies verhindern kann.

Die "Mischung" aus Speichel, gelöstem Zucker und Bakterien bezeichnet man als "Plaque". Die lagert sich an den Zähnen an, besonders in den Rillen auf den Kauflächen der Backenzähne, und am Rand vom Zahnfleisch. Deswegen entsteht an diesen Stellen am häufigsten Karies. In diesem weissen Belag vermehren sich die Bakterien, ernähren sich von dem Zucker, und scheiden als Stoffwechselprodukt eine Säure aus. Diese Säure löst den Kalk aus dem Zahnschmelz, und das Endergebnis ist dann Karies.

Dreimal täglich Zähneputzen nach dem Essen ist also das mindeste, um die Plaque regelmässig zu entfernen. Da du unter 18 bist, bezahlt die Krankenkasse zweimal jährlich eine Individualprophylaxe. Hat dir das einer der Zahnärzte schon mal angeboten? Dabei werden die Zähne gründlich gereinigt, auch die Zahnzwischenräume, und sie werden mit einem fluoridhaltigen Lack versiegelt. Du selbst solltest deine Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme putzen. Mehr kann man leider nicht machen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Nicht jeder hat zwingend gesunde Zähne. Das hat auch nichts mit mangelnder Mundhygiene zu tun. Manchmal ist die Veranlagung einfach eine schlechtere, da kannst du nicht viel machen.
Evtl. kann dir der Zahnarzt noch ein paar Tips mitgeben, um die Zähne noch besser zu pflegen.

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