Frage zur manuellen Therapie

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Hallo Ingrid,

diese zu lösenden Blockaden entstehen nicht zuletzt durch Dysbalancen in den Muskelspannungen. Wird eine solche Blockade reponiert, dann beeinflusst dies zwangsläufig auch diese unterschiedlich stark verkrampften Muskeln. Dies kann sich dann aber sehr unterschiedlich äußern, von einer Erleichterung bis hin zu einem Empfinden das dem Muskelkater ähnelt. Der dadurch ausgelöste Bewegungsschmerz wird dann als "neue Blockade" gedeutet. Tatsächlich kann sich dabei aber keine neue B. bilden.

Ich rate Deiner Therapeutin eine andere Technik für die BWS zu nehmen. Der Pat. sitzt dabei erstmal auf der Liege und fasst sich mit beiden Händen an das gegenüberliegende Schulter-Arm-Gelenk. Die U.-Arme überkreuzen sich also dabei. Der Therapeut umfasst nun mit einem Arm den Pat. in Schulterhöhe und "legt" ihn dann rücklings langsam auf die Liege ab, positioniert dabei die Faust der freien anderen Hand unter der WS des Pat. an der nötigen Stelle. Seine Faust wird quasi zwischen Pat. und der Liege eingeklemmt. Im Prinzip macht er sich dabei das Eigengewicht des Pat. zu Nutze, denn der block. Wirbel wird durch den Druckpunkt "Faust" wieder reponiert. Für die LWS ist die einfachste Einrenkung eine spez Seitlage gut geeignet. Das obere Bein wird angewinkelt und vom Th. fixiert, während er den O.-Körper mit einer bestimmten Technik entgegengesetzt dreht. Das kennt die Th. aber auch schon.

Aber auch bei diesen Techniken gilt was ich eingangs schrieb: Es kann anschließend zu unangenehmen Reaktionen in der Muskulatur führen. Dies ist sogar bei der deutlich milderen Form des Reponierens möglich, nämlich bei der Manuellen Therapie.

Also, auch wenn´s weh tut, mach Dir keine Sorgen, das wird schon. Du kannst künftig den Blockaden aber selbst vorbeugen, indem Du Dir mal Gedanken machst, bei welchen Gelegenheiten sich diese stark unterschiedlichen Muskelverkrampfungen bilden. Sprich mit der Therapeutin mal darüber. Wenn Du/Ihr zu einem Ergebnis kommst, dann stell diese Ursache/n ab. Sollte die berufl. Arbeit der Auslöser sein, dann muss vom Cheffe über die Ergonomie am Arbeitsplatz nachgedacht werden.

LG, Winherby

Hallo Winherby,

vielen Dank für deine toll und umfassende Antwort! :)

Kennst du das denn auch von manchen Physiotherapeuten, dass sie die Wirbelsäule eines Patienten mobilsieren, wenn dieser mit dem Kopf zur Seite auf dem Bauch liegt? Kennst du das Gefühl, wenn man sich verlegen hat und dann am nächsten Tag seinen Kopf nicht mehr richtig in eine Richtung drehen kann, weil es blockiert ist durch ein Ziehen im Schulter/Nackenbereich? Genau so etwas habe ich jetzt von ihrem "Einruchsen" - und sie hat dies ja nicht oberhalb getan, sondern im LWS-Bereich und BWS. Ich finde es schon ärgerlich, dass ich jetzt mehr Beschwerden habe als vorher. Ich hoffe mal, dass es wirklich nur kurzzeitig ist und diese Beschwerde die vorangegangenen Behandlungen bei ihr nicht aufgehoben hat.

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@Ingrid1959

Hm, naja gut, ich kenne die Bänke ohne den Nasenschlitz noch aus den 70er und 80er Jahren. Die Dinger sind halt sehr haltbar und erscheinen zu schade zum Wegschmeißen wenn sie gut gepflegt sind. Bei einer Bank ohne Nasenschlitz würde ich dem Pat. immer ein gut stützendes Kissen unter den Brustbeinbereich platzieren, die Hände dabei flach unter die Stirn legen lassen. Kann aber sein, dass dann der Druck meiner Hände im Kissen "verpufft", statt die Wirbel zu richten. In dem Falle würd ich dann den Pat. ohne das Kissen so weit nach oben rutschen lassen, dass der Kopf knapp über den oberen Rand der Bank hinaus ragt und sich dabei mit dem Kinn an der Kante der Bank abstützt. Aber auch dies wäre nur eine Notlösung. An Stelle Deiner Therapeutin würde ich die Wirbel mit der Technik justieren, die ich oben in meiner Antwort zu beschreiben versucht habe. Eine weitere Technik geht im Sitzen. Der Pat. sitzt jetzt quer auf der Bank, oder steht vor dem Therapeuten, überkreuzt seine angewinkelten Arme ( wie oben in der Antwort ). Der Therapeut geht nun hinter den Pat, umfasst ihn so, dass er die Ellenbogen überkreuz zu fassen bekommt und zieht den Pat mit einer best. Technik kurz aber herzhaft nach oben. Ein weiterer Griff ist der Doppelnelson, geht auch im Sitzen oder Stehen. Die Beschreibung schenk ich mir jetzt mal, ist etwas kompliziert, aber Deine Th. sollte ihn kennen.

Es ist aber auch immer eine Frage welcher Art die WS-Beschwerden sind und welche der Techniken Erfolg versprechender erscheint und ob der Mensch zu dieser oder jenen Technik überhaupt fähig ist bei seinem Beschwerdebild.

Dazu kommt, dass der Th. körperlich in der Lage sein muss diese oder jene Technik anzuwenden. Gewicht und Körperlänge von Pat. und Th. müssen zueinander passen, sonst klappts nicht.

Dein Gefühl im Schulter-/Nackenbereich beschreibt wirklich eine Art Muskelkater oder evtl. wie man es von einer Zerrung kennt. Sollte nach 4-5 Tagen verschwunden sein. Die Wirbel der HWS können vom Renken nicht direkt betroffen sein, obwohl es sich von Dir so anfühlt. Alles Gute wünscht Winherby.

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@Winherby

Danke für den Stern. Lass mal wieder von Dir hören wie´s geworden ist, lG

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Hallo! Es kommt ja als erstes darauf an, an welchem Wirbelsäulenabschnitt die Blockaden gelöst werden sollen, also HWS oder BWS oder LWS.

Bei mir ist es eigentlich immer so, dass ich für die HWS auf dem Rücken liege, bei der BWS entweder auch Rückenlage oder im Sitzen.

Ich glaube aber nicht, dass du durch deine Liegeposition neue Blockierungen bekommst. Wenn diese Gefahr bestehen würde, würde deine Therapeutin das sicher nicht so machen. Ich glaube vielmehr, dass es ein muskuläres Problem ist. Durch die Blockierungen kommt es ja meist auch zu Fehlhaltungen/-belastungen. Und wenn die Blockierung dann weg ist, dann muss die Muskulatur sich auch erst darauf einstellen. Versuche doch einmal, Wärme, z.B. ein Körnerkissen, auf die schmerzende Stelle zu legen. Wenn es ein muskuläres Problem ist, dann sollte die Wärme die Muskulatur entspannen und die Schmerzen weniger werden.

Auf jeden Fall solltest du deiner Therapeutin aber beim nächsten Termin von deinen Schmerzen berichten. Und frag sie doch einfach mal, ob sie dir die Vorgänge im Körper bei/nach so einer Behandlung erklären kann. Meine macht das immer sehr gut.

Alles Gute! Lexi

Liebe Lexi,

vielen Dank für deine gute und ausführliche Antwort. Ich habe vorhin ausführlicher dazu geschrieben. Du findest die Frage unter neue Fragen von heute Mittag. Ich kann den Post hier auch sonst nochmal kopieren. Sie hat eher meine BWS und LWS eingerenkt. Wusste gar nicht ,dass das auch im Sitzen oder Rückenlage geht. Ich kopiere sonst nochmal meinen letzten Thread:

Meine Physiotherapeutin hat bereits zwei mal meine Wirbelsäule eingerenkt dh. ich sollte einatmen, dann ausatmen und dabei hat sie Druck auf die Wirbelsäule ausgeübt, wobei dann das bekannte Knacksen entstand (Blockaden wurden gelöst). Was mich dabei irritiert hat ist, dass sie sagte, dass ich den Kopf zur Seite legen solle. Ich hätte ihn aber lieber gerade gehabt dh. nach unten geguckt. Viele Liegen haben doch so ein Loch, wo man den Kopf dann hineinstecken kann. Bei dem ersten Einrenken hatte ich schon einen Tag später ein Ziehen zwischen Schulter und Nacken (ausgerechnet auf der Seite, zu der ich den Kopf gedreht habe). Sie ist der Meinung, dass man angespannter liegt, wenn der Kopf nach unten gerichtet ist... wenn man ihn zur Seite ablegt, sei angeblich nur eine Seite angespannt. Gestern hat sie nochmals Blockaden an der Wirbelsäule entfernt durch Knacksen und ich hatte den Kopf auf die rechte Seite gelegt... Nun heute morgen dann die "Überraschung": jetzt habe ich ein Ziehen, wenn ich nach rechts gucke. Also ist es eindeutig, dass es von der Liegeposition beim Einrenken kommt.

Bin jetzt natürlich unsicher, ob ich ihr vertrauen kann. Eigentlich hat sie einen guten Ruf und schon jahrelange Erfahrungen. Evtl. ist ihre Liege auch nicht so ausgelegt und hat kein Loch für den Kopf. Aber trotzdem ärgert mich das jetzt. Wie ist es bei euch, wenn eure Wirbelsäule eingerenkt wird bzw. ihr bei Patienten diese einrenkt?

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