Frage zu Fibromyalgie

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Alois' Antwort ist eigentlich nicht zu toppen. Wikipedia formuliert es etwas einfacher:

"Obwohl die Ursachen der Fibromyalgie bis heute unbekannt sind, haben Forscher einige Theorien gewonnen und dargelegt. Einige Wissenschaftler gehen von einer primären und sekundären Fibromyalgie aus, wobei bei der primären Fibromyalgie die Ursachen weitgehend unbekannt sind. Angenommen werden u. a. eine genetische Disposition (Fibromyalgie kommt häufig im Familien vor, Studien dazu sind in Vorbereitung), eine gestörte Schmerzverarbeitung und veränderte Schmerzwahrnehmung, hormonelle Störungen, eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse sowie des Wachstumshormon-Systems, Veränderungen des dopaminergen sowie des Serotoninsystems, psychische Faktoren sowie psychosozialer Stress und eventuell Veränderungen im Immunsystem. Bei der sekundären Fibromyalgie wird davon ausgegangen, dass eine andere Erkrankung voraus gegangen ist, welche die Fibromyalgie ausgelöst hat, z. B. durch eine Verletzung oder Operation, seelische oder körperliche Traumata und orthopädische Erkrankungen."

Hallo VirginEX0815,

""Die genaue Ursache des Fibromyalgie-Syndroms ist unklar; es gibt aber zunehmende Hinweise auf die Schmerzursachen und die Mechanismen der Schmerzverstärkung sowie Schmerzchronifizierung. Wichtig für eine gezielte Therapie ist die Abgrenzung von anderen Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatologie.

Es ist offenbar eine Kette von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren auf der Grundlage einer bestimmten Veranlagung am Zustandekommen des FMS beteiligt. Da die meisten der unten aufgeführten Untersuchungen nur an fortgeschritten Erkrankten gemacht werden (konnten), weiß man oft nicht, welche Veränderungen von vorne herein mitbestimmend für die Entstehung der Erkrankung waren und welche erst im Verlauf zustande kamen.

Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Es gibt ganz offenbar eine ererbte Veranlagung für FMS. Diese betrifft möglicherweise die an der Schmerzempfindung, der Schmerzleitung und Verarbeitung beteiligten Strukturen bzw. Botenstoffe und Mechanismen, aber evtl. auch den Muskelfaser-Stoffwechsel.

Ein "Teufelskreis", der bei der Fibromyalgie den Schmerz aufrechterhält und verstärkt: Der Zusammenhang zwischen Muskelverspannungen, Schmerz und psychischem Befinden.

.Wir haben zunehmend Hinweise auf konkrete Störungen von bestimmten Botenstoffen und Hormonen: Erniedrigte Spiegel von Serotonin und L-Tryptophan und Somatomedin C im Liquor (Flüssigkeit um Rückenmark und Gerhinanteile herum) sind mehrfach dokumentiert.

Serotonin (populär als ‚Glückshormon’ bekannt) ist ein Botenstoff des Nervensystems, hat aber auch wichtige Funktionen im Regulieren der Spannung in den (kleinen) Blutgefäßen (woher sein Name kommt, Tonus=Spannung) und der Darmtätigkeit.

Im Gehirn sind ganz spezifische Konzentrations-Unterschiede von Serotonin wichtig für die psychische Stimmung, die Synchronisierung (also das Steuern des gleichmäßigen Wechsels)der Schlafrhythmen und teils auch für die Steuerung der Sexualität.

Es gibt Studien, die zeigen dass zwischen dem Ausmaß des Druckschmerzes an den tender points und der Höhe des Serotoninspiegels enge Verbindungen (Korrelationen) bestehen. Auch Auto-Antikörper gegen Serotonin werden teilweise vermutet.

L-Tryptophan ist eine notwendige Vorstufe von Serotonin, die ausreichend konzentriert (im Gehirn) vorhanden sein muss. Dennoch kann man nicht automatisch von einem ausreichenden Serotoninspiegel ausgehen, wenn der Tryptophanspiegel stimmt.

Der chronische Schmerz bleibt nicht ohne Folgen, die ihrerseits Folgen hinterlassen. Der Teufelskreis setzt sich fort. Erhöhte Spiegel der Substanz P im Rückenmark sind beschrieben.

Die Substanz P ist ein wichtiger Botenstoff der Schmerz-Empfindungs-Weiterleitung von der Peripherie an die Zentrale, also an Rückenmark und Gehirn.

Untersuchungen zum so genannten Circadian-Rhythmus (Biorhythmus im Tagesverlauf für bestimmte Körperfunktionen, Hormonproduktionen usw.) zeigten Störungen im Melatonin (MSH) – Serotonin-Verhältnis.

Erniedrigte Schilddrüsenhormone sowie zu niedrige nächtliche Spiegel des Wachstumshormones und zu hohe nächtliche Cortisolspiegel wurden gefunden.

In der Aufzeichnung der verschiedenen Schlafphasen fanden sich Verminderungen bzw. Störungen des NON-REM-Tiefschlafes. Die REM-Phasen des Schlafes sind ja bekanntlich die Traumphasen. Dazwischen liegen die NON-REM-Phasen, die Tiefschlafphasen, welche den eigentlichen Erholungswert des Schlafes ausmachen. Bei FMS-Patienten fehlten im EEG die für den Tiefschlaf typischen (Delta-) Wellenmuster und waren ersetzt durch ein Wellenmuster, welches zum Wachzustand gehört. Hier liegt auch die logische Verbindung zum erniedrigten Somatomedin C, welches im Tiefschlaf produziert wird.

Bestimmte Phänomene, die auf eine chronische Stressreaktion schließen lassen, sind beschrieben: Produktionsstätten für ein bestimmtes übergeordnetes Hormon im Hypothalamus, also im Zwischenhirn, werden offenbar z.T. vermehrt aktiviert: Es handelt sich um das CRH (=Corticotropin releasing hormone). Das CRH ist am Spiegel einer Reihe von Hormonen und weiteren Botenstoffen maßgeblich beteiligt (Interleukin 1,4 und TNF-alpha). Erhöhte CRH-Aktivität steht auch in Verbindung mit ängstlichen Reaktionen und Depressionen.

Es gibt auch einzelne interessante Forschungsergebnisse zu Veränderungen an Muskelfasern. Im EMG fanden sich Hinweise auf eine fehlerhafte Muskelfaser-Reaktion bei der willkürlichen Beanspruchung, sozusagen einer paradoxen Reaktion, und zwar dahingehend, dass es zu einer Entspannung kommt im Moment der Anforderung, also der benötigten Anspannung. Muskelbiopsien selbst zeigen eher unspezifische Faser-Veränderungen.

In einzelnen Beobachtungen wurden auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit IGG-Antikörper-Nachweis mit dem Ausmaß der Beschwerden (sowohl der Schmerzen als auch der Begleitstörungen) in Verbindung gebracht – und bei entsprechenden Auslass-Diäten wurde dann in teils hohem Prozentsatz eine Linderung beobachtet.

Bestimmte Virusinfekte können fibromyalgie-ähnliche Beschwerden auslösen bzw. evtl. auch ein FMS ‚triggern’ können: so z.B. Borrelien, EBV=Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers und Coxsackie-Viren.

Schmerzhafte, nicht ausreichende therapierte oder nicht ausreichend therapierbare Erkrankungen anderer Art (wie z.B. Bandscheibenvorfälle, entzündlich-rheumatische Erkrankungen) können zu einem sekundären FMS führen. Hier wird, vor allem von Schmerzforschern, der Ausbildung eines übermäßigen Schmerzgedächtnisses bei entsprechender Veranlagung oder Konstellation eine wesentliche Rolle in der Entstehung des FMS zugesprochen.

Das Fibromyalgie-Syndrom hat auch erhebliche Auswirkungen auf das soziale Leben. Schmerz und Depression gehen mit einem zunehmenden sozialen Rückzug einher. Abbildung aus dem

In der Vorgeschichte von FMS-Betroffenen findet man häufig schwere familiäre / soziale Belastungs-Situationen, insbesondere beim Typ 4 der Somatoformen Schmerzstörung vom FMS-Typ. Missbrauch, emotionale Vernachlässigung und Gewalt während der Kindheit scheint eine Schlüsselrolle zumindest für diesen Typ 4 darzustellen.

In der weiteren Biographie von FMS-Betroffenen findet man oft ein besonders angepasstes, akkurates, perfektionistisches und sozial erwünschtes Verhalten, welches sich bis in die Kindheit zurückverfolgen lässt. Diese Kinder bekamen oft sehr früh übermäßige Pflichten und Verantwortung auferlegt.

Neben traumatischen Kindheitserlebnissen und früher Überforderung kommt auch im weiteren Erwachsenenleben oft eine anhaltend belastende Konstellation hinzu:

chronische berufliche und familiäre Überforderung, burn out, Fehlen wichtiger Bezugspersonen und das Fehlen belastbarer Partnerbeziehungen. Das sog. Helfer-Syndrom kommt des öfteren vor. Geradezu klassisch ist die Doppelbelastung mit Beruf, Familie und die zusätzliche Übernahme von zu pflegenden Angehörigen im Anschluss an die abgeschlossene Erziehung der eigenen Kinder.

Das ‚Sich-Nicht-Erlauben-Können’ von Faulheit und Abschalten, von echtem Genuss und von Entspannung wird von psychologischer Seite als wesentlicher Schlüssel angesehen, der auch den Verlauf der Erkrankung weiter negativ beeinflussen kann.

Autor: Primaria Dr. med. Gudrun Lind-Albrecht, Bad Gastein Stand: 20.06.2010""

Quelle:

http://www.rheuma-online.de/krankheitsbilder/fibromyalgie/ursache-des-fibromyalgie-syndroms.html

Liebe Grüße, Alois

Die genaue Ursache dieses Syndroms kennt man immer noch nicht, und deswegen sind sehr viele verschiedene Medikamente auf dem Markt, von der die Oma sicher zu berichten weiß.

Barrierefreier Umbau - wie gibt es Zuschüsse?

Meine Eltern wollen für meine Oma eventuell das Bad barrierefrei machen. Sie bekommt neue Hüftgelenke und ist eben nicht mehr so fit. Damit sie noch zu hause bleiben kann, soll das Bad umgebaut werden. Das ist aber teuer. Wir haben schonmal gehört, dass man günstige Finanzierungen oder so bekommt. Oder gibt es vielleicht Zuschüsse? Wohin muss man sich wenden? Wer kann da Tipps geben?

...zur Frage

Ab wann schadet Alkohol das Immunsystem spürbar?

Hi,

ich bitte ausdrücklich um überlegte (und somit ja für alle Benutzer auch brauchbare) Antworten. Der Volksglaube oder der Glaube eines einzelnen - beispielsweise "Alkohol = böse" / "Alkohol = toll" - sollte bitte jeder versuchen zurückzuhalten.

Alkohol in großen Mengen, indem schon ein spürbarer heftiger Rausch entsteht (je nach Mensch 6-10 Bier) blockiert unter anderen die Bildung von Fresszellen auf chemische Art und Weise, dadurch sollte das Immunsystem selbst nach dem Abbau des Alkohols noch bis zu einem Tag fast vollständig blockiert sein, das ist wissenschaftlich nachgewiesen, meine Frage:

Ab welcher täglichen Menge Bier muss man mit einer Beeinträchtigung des Immunsystems rechnen?

Können bereits 3 Bier täglich das Immunsystem eines gesunden Mannes (oder 1-2 Bier einer gesunden Frau) derart beeinträchtigen das beispielsweise die Fresszellen Probleme bekommen, Infektionskrankheiten zu bändigen?

Gibt es dort neue wissenschaftliche Erkenntnisse?

Im voraus vielen Dank und Liebe Grüße

antonio

...zur Frage

Hausarzt verschreibt mir plötzlich keinen Kassenrezept für Pangrol

Jahrelang habe ich Pangrol 40.000 für meine Bauchspeicheldrüse verschrieben bekommen. Seit einige Monate habe ich den Hausarzt gewechselt. Der neue Hausarzt hat mich heute überrascht :

" Dieser Medikament kann ich Ihnen nur privat verschreiben, weil für Kassenrezept er viel zu teuer ist."

Auf mein Hinweis, das ich ihm die internistische Befunde und Beschlüsse früher vorgelegt habe und immer dieser Medikament mit Kassenrezepten und auch stationär ohne Problem bekommen habe, hat er mir folgendes geantwortet:

" Trotz internistische Untersuchungen, habe ich über die Sinnigkeit zu entscheiden, weil ich, der Hausarzt, höher als Internisten bin."

Dabei hat er mich nicht einmal selbst untersucht, außer einen kleinen Blutbild.

Jetzt bin ich verblüfft, verwirrt und frage mich - Was ist denn los ? Habe ich vielleicht was in der Politik des Gesundheitssystem verpasst ? Bei sehr kurze Gesprächszeiten sind die Ärzte an Patienten überhaupt nicht interessiert, Oder meine Ansprüche sind zu hoch ?

Liebe Leser, für jeden Antwort bin ich in voraus dankbar

...zur Frage

neue Kniegelenke

Es müssen 2 neue Kniegelenke her. Beide Knie sind hin. Nun ist die Frage: Wie soll das gehen? Man kann doch nicht ein Bein belasten, wenn man solche Schmerzen hat. Gibt es da Möglichkeiten und wenn ja welche?

...zur Frage

Ist Fibromyalgie Einbildung?

Habe gelesen, dass Fibromyalgie viel mit der Psyche zu tun hat und dass die Betroffenen oft auch viel in sich hineinhorchen. Also bildet man sich so eine Erkrankung nur ein? Was meint ihr dazu?

...zur Frage

Augen zucken

Hallöchen zusammen ich stelle nun eine frage für meine Oma =) Die hat leider kein Inet und so auch nicht die chance sich selber hier zu äusern .

Undzwa geht es darum... Hin und wieder bekommt meine Oma ein zucken übern Auge oder neben ... Dieses Problem hatte ich auch mal gehabt aber das ist so selten ...

Meine Diagnosse wa vlt Bluthoch druck oder so etwas ..Dadrauf meinte sie sie hat wenn Blut unterdruck ? nent man das so ^^ ? jedenfalls kommt Bluthochdruck nicht in frage ... Das zucken übern oder neben dem Auge ist echt seltsamm . Infos zu meiner Oma. Raucht nicht , trinkt nicht isst sehr gesund. An was kann es also liegen bzw was ist das ? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen .

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?