Fortbestehende Beschwerden in Knie, Hüfte, Nacken. Viele Ärzte besucht. Was nun?

3 Antworten

Hallo, ich weiß nicht, ob diese Frage noch aktuell ist, aber ich steure noch einen Erfahrungsbericht bei. Vielleicht wurde das bereits abgeklärt, aber bei jüngeren Leuten denken nicht alle Ärzte daran: Rheuma. Davon gibt es auch Jugendformen, ich wurde zum Beispiel mit 11 Jahren diagnostiziert. Bei der juvenilen idiopathischen Polyarthritis sind zum Beispiel mehrere Gelenke betroffen, es werden vorsichtshalber regelmäßig die Augen überprüft (Ich hatte da nie ein Problem, deshalb weiß ich nicht wie sich das auswirken würde.), und im Blut nach Entzündungszeichen Ausschau gehalten.
Bei Rheuma wird Bewegung ohne Belastung empfohlen: Ruhige Lagerung fühlt sich meist besser an, aber dadurch werden die Gelenke steif und die Beschwerden im Endeffekt stärker. Zu viel Belastung führt aber meist zu Schmerzen und Schwellungen die sich durch Eisbeutel mildern lassen. (Eisbeutel immer nur 10 min. am Stück auflegen, zu kurz bringt nichts/ zu lang ist schädlich)
(Prinzipiell gilt: An den Extremitäten => Kälte. Am Torso, Hüften und Schultern inklusive => Wärme)

Was man auch nicht vergessen darf, ist die sogenannte Schonhaltung, diese nimmt man unbewusst ein um Schmerzen zu vermeiden. Wenn einem also ständig das linke Knie wehtut, wird man automatisch das rechte Bein mehr belasten als das Linke und dadurch entstehen dann Probleme an anderen Stellen. Belastet man zum Beispiel ständig ein Bein mehr als das andere, ist es sehr wahrscheinlich, dass man damit auch seine Beckenhaltung ändert, dies hat Auswirkungen auf die Wirbelsäule, wenn man diese nicht richtig hält/stützt, verspannt sich der Nacken und führt zu weiteren Beschwärden ...
Anhaltende Schmerzen führen zu Stress und dieser richtet noch mehr Unheil an.

Noch eine Anmerkung: Juvenile Arthritis = auf Deutsch Kinderrheuma, wird nicht zu erwachsenem Rheuma nur weil du älter wirst. Es gibt durchaus Unterschiede und eigene Ärzte dafür.
Es ist allerdings auch eine Autoimmunerkrankung.

Als ich diagnostiziert wurde habe ich eine Überweisung vom Orthopäden zu einer Spezialklinik in Garmisch-Partenkirchen (Deutschland) bekommen und die Behandlung dort war sehr erfolgreich.

So oder so, gute Besserung.

Das wird jetzt auch eine längere Antwort ;-)

Also dass die Ärzte sagen, HWS, Hüfte und Knie hängen nicht zusammen, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen. Natürlich hängt da alles zusammen.

Mir hat das mal ein sehr guter Manualtherapeut so erklärt: Die Wirbelsäule muss man sich vorstellen, wie eine Gliederkette. Wenn alle Glieder in der richtigen Stellung sind, ist die Kette schön geschmeidig und beweglich. Wenn aber bei der Kette zwei Glieder miteinander verhakt/blockiert sind, dann ist die Bewegung der gesamten Kette etwas gestört und eben nicht mehr so geschmeidig. Und genau so müsse man sich das bei der Wirbelsäule vom Kopf bis zum Steißbein vorstellen. Sind alle Wirbel in der richtigen Stellung ist alles super, wenn es aber in irgendeinem Bereich der Wirbelsäule hakt, also z.B. Blockierungen vorliegen, dann kann sich das auf den gesamten Verlauf der Wirbelsäule und sogar darüber hinaus z.B. bis in die Fußgelenke oder auch die Kiefergelenke auswirken.

Ich fand diese Erklärung total logisch und habe auch selber entsprechende Erfahrungen gemacht. Nach einem Unfall habe ich eine chronifizierte, da nicht erkannte, Verletzung in der oberen HWS. Dadurch immer wieder Fehlhaltung, Verspannungen, Blockierungen etc. Dies wirkt sich bei mir immer auch auf die BWS und die LWS aus. Teilweise habe ich dann sogar auch mit den Rippengelenken Probleme. Inzwischen sind auch - trotz regelmäßiger Behandlung - Probleme in der BWS und immer wiederkehrende Blockierungen mehr oder weniger chronisch geworden.

Letztens hat meine Manualtherapeutin/Physio festgestellt, dass ich meinen Ellenbogen gar nicht richtig gerade strecken kann (was mir nicht so aufgefallen war) und die Hand im Handgelenk nicht um 90° abwinkeln kann. Das schob ich immer auf eine OP, die ich 2002 an der Hand hatte. Sie hat dann bei einem Termin mal meinen Ellenbogen und das Handgelenk mit behandelt und siehe da, plötzlich wurden die Rückenschmerzen auch weniger und seitdem habe ich deutlich weniger Probleme mit der BWS. Dies nur mal als Beispiel, dass im Bereich der Wirbelsäule und sogar darüber hinaus doch viele Zusammenhänge gibt, die man evtl. auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde.

Du könntest dich auch mal unter dem Stichwort "craniomandibuläre Dysfunktion" erkundigen und das googeln. Du wirst staunen, welche Beschwerden alle durch eine Fehlfunktion/Fehlstellung in den Kiefergelenken ausgelöst oder verschlimmert werden können. Insofern würde ich den Zusammenhang zwischen der Schmerzminderung und den Weißheitszähnen gar nicht so von der Hand weisen.

Wenn dir vor mehreren Jahren bei den Problemen mit der HWS Osteopathie geholfen hat, dann könntest du das ja vielleicht nochmal ausprobieren. Vor allem wo du jetzt auch wieder HWS Probleme hast.

Mir persönlich haben bei meinen Wirbelsäulenproblemen immer Manualmediziner und Physiotherapeuten mit dem Schwerpunkt Manualtherapie am besten weiter geholfen. Ohne diese hätte ich nach meinem Unfall vielleicht nie eine Diagnose bekommen. Denn diese haben mich erst auf verschiedene Dinge hingewiesen, die dann erst nach 3 Jahren beim Arzt abgeklärt wurden und so eine Diagnose nach über 3 Jahren gestellt werden konnte.

Warst du evtl. auch nochmal beim Zahnarzt? Vielleicht hast du da irgendwo eine Fehlstellung, die sich negativ auf den Rest auswirkt?

Vielleicht ist ja gar nicht dein Knie das Hauptproblem, sondern es liegt ganz woanders?

Ich bin zwar nur Laie mit eigener leidvoller Erfahrung, aber wenn ich deine ganzen Schilderungen so lese, würde ich schon vermuten, dass es da zumindest teilweise Zusammenhänge gibt.

Ansonsten wäre evtl. tatsächlich ein Schmerztherapeut noch ein guter Ansprechpartner. Vielleicht ist dein Schmerz schon chronifiziert. Dann kann es sein, dass du immer noch Schmerzen hast, obwohl die Ursache, die einstmals die Schmerzen ausgelöst hat, gar nicht mehr vorhanden ist.

Weißt du noch, ob es ein bestimmtes Ereignis gab, wann oder wodurch der Schmerz angefangen hat? Vielleicht wäre da ja auch noch ein Ansatzpunkt.

Viel Erfolg!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – hab (leider) schon viel mit Schmerzen erlebt

Warst Du schon einmal bei einer Schmerzklinik?

Diese ist für chronische Schmerzpatienten, bei welchen die vorherigen Maßnahmen nicht oder nur unzureichend Abhilfe schafften. Das Konzept dahinter ist eine "multimodale Therapie", welche je nach Klinik z. B. so aussehen kann:

"Wesentliches Element in der erfolgreichen Behandlung chronischer Schmerzen ist die Zusammenarbeit sämtlicher beteiligter Fachdisziplinen, die zur gleichen Zeit, am selben Ort, in engem Austausch miteinander und mit den Betroffenen ein maßgeschneidertes Therapiekonzept entwickeln. Ein solches Konzept nennen wir „multimodale“ Schmerztherapie.

Unser Behandlungsteam setzt sich aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Krankenpflegekräften, medizinischen Fachangestellten, Ergo- und Musiktherapeuten sowie Sozialpädagogen zusammen."

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