Fibromyalgie - ja oder nein?

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Biene, Du hast bestimmt schon einen langen Leidensweg hinter Dir, bist in die Psychoschublade geschoben worden und warst froh, als Deine Schmerzen nun endlich einen Namen hatten. Ich kenne das.

Die Probleme hierbei sind folgende: FMS (Fibromyalgie-Syndrom) ist eine Ausschlußdiagnose. Also: erst, wenn man auf andere Ursachen (z. B. Arthrose, Rheuma, Bandscheibe, ...) untersucht und nichts gefunden hat, kann man an FMS denken. Ich vermute mal, daß das bei Dir bereits geschehen ist, ehe man Dich in die psychosomatische Klinik abgeschoben hat.

Das zweite Problem ist, daß über 20 Jahre, nachdem FMS eine offizielle Diagnose wurde, diese Erkrankung von vielen Ärzten immer noch belächelt und für eine "Verlegenheitsdiagnose" gehalten wird. Vielleicht ist ja Dein Orthopäde so einer.

Die einzige Bestätigung, daß es sich tatsächlich um FMS handelt, macht man an diesen Tenderpoints fest. Es kann durchaus sein, daß Dein Orthopäde an nicht exakt "den" Stellen gedrückt und/oder einen falschen Druck ausgeübt hat. Es muß nicht an Dir gelegen haben!

Mein Rat an Dich wäre: wenn andere Ursachen für Deine Schmerzen bereits ausgeschlossen sind, spricht vieles dafür, daß Du tatsächlich FMS hast. Wechsle den Arzt... geh zu einem Rheumatologen oder - noch besser - gleich zu einem Schmerztherapeuten, der Dich (und FMS!) ernst nimmt.

Leider ist FMS nicht heilbar, weil man die Ursachen immer noch nicht kennt. Das Gute an dieser Erkrankung ist, sie macht nichts kaputt (außer die Nerven). Es geht also im Grunde "nur" darum, Dir den Schmerz zu nehmen, damit Du wieder mehr Lebensqualität bekommst. Mit welchen Mitteln Dir geholfen werden kann, mußt Du mithilfe des Arztes oder Schmerztherapeuten leider selber herausfinden, denn nicht alles hilft bei jedem. Aber es lohnt sich!

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche nach einem Arzt, bei dem Du Dich gut aufgehoben fühlst!

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