Fango bei Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule?

2 Antworten

Hallo! Ich kann gut nachvollziehen, wie es deinem Mann / Euch geht. Ich habe selber seit fast 10 Jahren Probleme mit der HWS (zwar keinen Vorfall) und hatte eine Bandscheibenvorwölbung in der LWS.

Ich kann euch nur raten, einen Neurochirurgen aufzusuchen, der sich auf Wirbelsäule, besser noch Halswirbelsäule, spezialisiert hat. Allgemeinärzte meinen zwar oft, sie hätten viel Ahnung von allem, bei solchen speziellen Fragen wie die nach OP oder nicht würde ich mich aber lieber an den Fachmann wenden. Aber auch nicht an den Orthopäden. Denn die haben leider oft auch nicht allzu viel Ahnung von der HWS (weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung). Wie sagte mal ein Bekannter: Der Orthopäde kennt sich aus mit allem, was zwischen Schulter und Knöchel liegt, aber die HWS ist drüber...

Deswegen mein Rat, einen Neurochirurgen zu suchen. Ihn solltet ihr nochmal um Rat fragen. Natürlich würde man immer gerne ohne OP auskommen und in der Tat wird heute bei Bandscheibenvorfällen nur noch selten operiert. Aber im Fall deines Mannes wurden ja bereits verschiedene Behandlungsversuche unternommen - ohne Erfolg. Hat er eigentlich auch Infiltrationen bekommen? Das wäre sonst noch eine Idee.

Da es auch schon zu beginnenden Ausfallerscheinungen kommt (Hand wird kribbelig, Zeigefinger ist pelzig) solltet ihr auch nicht mehr allzu lange warten. Sonst kann es sein, dass eine mögliche OP zwar erfolgreich ist, sich diese Symptome aber dennoch nicht mehr zurückbilden, da die Nerven dann über einen zu langen Zeitraum gestört wurden.

Die Sache mit dem Jahresurlaub würde ich mir auch nochmal überlegen, selbst wenn es (noch) nicht zu einer OP kommt. Vor allem dann, wenn es weiter weg gehen soll (was ich bei Strand jetzt einfach mal vermute). Denn zum einen besteht immer die Gefahr, dass sich der Zustand deines Mannes akut verschlechtert und dann ist es wohl die denkbar schlechteste Alternative im Ausland irgendwo operiert werden zu müssen, wo man die Qualitäten des Arztes noch nicht mal kennt. Aber selbst wenn es soweit nicht kommen muss: ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man sich nicht sonderlich erholen kann, wenn man ständig starke Schmerzen hat. Natürlich geht das im Urlaub immer noch besser als zuhause, aber wirklich erholsam wie man es sich wünscht ist so ein Urlaub dann nicht.

Mir fällt auch gerade noch was ein: bekommt dein Mann eine vernünftige Schmerztherapie? Ich vermute fast nicht, da du schreibst, dass er starke Schmerzen hat. Dies wäre aber - ganz unabhängig von der OP-Frage - sehr wichtig. Denn zum einen nimmt man durch Schmerzen eine Schonhaltung ein, die dann sehr schnell zu Muskelverspannungen führen kann. Diese Verspannungen verursachen dann wieder neue Schmerzen, man nimmt wieder eine Schonhaltung ein und schon ist man in einem Teufelskreis. Diesen sollte man aber mit geeigneten Mitteln so früh wie möglich unterbrechen. Außerdem können sich länger andauernde Schmerzen relativ schnell chronifizieren und verselbständigen. Das würde dann bedeuten, dass Schmerzen auch dann noch da sein können, wenn die Ursache längst beseitigt ist. Man spricht dann auch von der Schmerzkrankheit. Damit es nicht soweit kommt, sollte dein Mann sich gute Schmerzmittel verschreiben lassen (auch wenn man vielleicht Hemmungen hat, auch stärkere Schmerzmittel zu nehmen). Das wäre noch wichtig.

Ich hoffe, ich habe an alles gedacht.

Ich drücke euch die Daumen! Alles Gute und gute Besserung für deinen Mann!

Vielen Dank für die Antwort. So ganz kann ich mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, keinen Urlaub zu machen.. Der Urlaub wäre 6 Std. Autofahrt (Kroatien).. Aber natürlich geht die Gesundheit vor. Nur dieses ständige Auf und Ab macht mich fertig..Mein Mann macht jetzt eine Schmerztherapie beim Osteopaten und bei der Krankengymnastik und zusätzlich geht er noch zum Psychologen wegen der ständigen Anspannungen...Mit den Spritzen haben wir noch nix probiert, aber das werden wir vielleicht noch in Betracht ziehen. Infiltrationen kenn ich nicht, da muß ich gleich mal googeln... Also, nochmal ganz herzlichen Dank und auch Euch alles Gute.

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Erst kürzlich kam im Fernsehen ein längerer Bericht über Operationen bei Bandscheibenvorfällen. Es wurden Bilder gezeigt und Betroffene gehört, die eindeutig von solchen Operationen abraten. Die meisten OPs bei Bandscheibenvorfällen wären nicht nur überflüssig sondern regelrecht unnütz. Sie würden lediglich den operierenden Ärzten helfen, sonst niemandem. Wärme ist bei Entzündungen wirklich nicht so gut, da wäre eine Spritze besser. Die Spritze kommt in HWL Bereich und wird auf mehrere Einstichstellen verteilt. Die Entzündung wird durch das injizierte Medikament gelindert und die Schmerzen verschwinden, auch wegen der fehlenden Verkrampfung des Patienten. Wenn die Entzündung weg ist ist es Zeit mit der Physiotherapie zu beginnen. Auch regelmäßige Gymnastikübungen zur Stärkung der Wirbelsäule ist wichtig. So kann mit etwas Aufwand zwar, aber immerhin, eine OP vermeiden. Alles Gute.

Das hab ich auch schon gehört. Vielleicht schaun wir uns da nochmal um. Zumindest wäre es noch einen Versuch wert. Herzlichen Dank für die Antwort und alles Gute:-)

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