Extreme Angst vor Krebs ist zurück. Was soll ich tun?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Warum sollte hier jemand Dein Anliegen nicht ernst nehmen?! Zum einen sind Krankheitsphobien leider recht häufig, zum anderen hast Du uns Deine Ängste ja sehr glaubhaft geschildert.

Wenn ich solche aus der Luft gegriffenen Behauptungen lese wie "Jeder zweite bekommt Krebs", dann würde ich am liebsten zur "Großen Zeitschriftenverbrennung" aufrufen! Zwecks Auflagenstärkung werden irgend welche erschreckenden Behauptungen aufgestellt, die Unruhe und Ängste verbreiten (so wie bei Dir), die dann aber keiner Nachprüfung standhalten. Mit verlässlichen Zahlen wartet der Krebsinformationsdienst auf, und da ist keine Rede von "Jeder Zweite...". Aber schau selbst:

https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php#inhalt2

Kommen wir jetzt zu Dir. Dass Deine Ängste krankhaft und damit völlig unangemessen sind, weißt Du selbst. Wurdest Du deswegen bereits therapiert, oder worauf ist es zurückzuführen, dass Du diese Ängste in den letzten zwei Jahren nicht oder kaum spürbar hattest? Wenn Du bereits deswegen in Therapie warst - versuche, neue Termine bei Deinem Therapeuten zu bekommen. Warst Du bisher noch nicht in Therapie, sprich bitte zunächst Deinen Hausarzt an und versuche, über ihn eine Therapie zu erhalten. Denn diese Deine Ängste machen Dich womöglich bald auch körperlich krank!

Was könntest Du tun, bis Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen kannst?

Der Gedanke mit den 50:50 lässt Dich eh nicht los, da könnten wir uns hier die Finger fusselig tippen. Also geh doch einfach mal von der anderen Seite an diese (falsche!!) Behauptung ran. 50:50 hieße doch auch, dass jeder Zweite in seinem Leben keinen Krebs bekommt! Nun sag mir einen vernünftigen Grund, warum Du nicht eine von denen sein könntest, die keinen Krebs bekommen?! Übergewicht ist schon mal kein Grund...

Hilfreich könnte für Dich auch sein, Dich mit Deinem "Feind", der Angst, näher zu befassen. Woher kommt diese Angst, wie äußert sie sich bei mir (und anderen!), wie kann ich sie überwinden? Du lieferst Dich damit nicht länger hilflos der Angst aus, sondern Du schaust ihr erstmals tapfer ins Auge - und erkennst:

Nicht die Situation als solche ist das Problem, sondern unsere Bewertung, die der Situation nicht angemessen ist.

Dies und mehr hier: https://www.palverlag.de/Phobien.html

Du wirst um fachmännische therapeutische Hilfe nicht herumkommen, da Deine Ängste tief verwurzelt erscheinen. Aber Du könntest die Zeit bis dahin sinnvoll füllen, indem Du Dich mit dem "Problem Angst" intensiv auseinandersetzt und damit agierst (also handelst) statt re-agierst (mit Panik, Herzklopfen, erhöhtem Blutdruck, Schweißausbrüchen, keinen-klaren-Gedanken-mehr-fassen-können, sich-hilflos-ausgeliefert-fühlen, u. a.). Ich wünsche Dir alles Gute!

PS. Vergiss nicht, die Zeitschrift, in der Du das gelesen hast, zum Müll zu bringen! Dort gehört sie nämlich hin...

Danke für deine sehr gute Antwort. Diese Behauptungen soll das RKI aufgestellt haben, habe ich bei N24 gelesen. Und zur Sachen mit der Therapie: Ich habe keine Therapie gehabt, ich habe auf eigene Faust die Sache angepackt und unter echt schwierigen Bedingungen mich von der Phobie abgelenkt. Aber der Bericht heute hat alles irgendwie schwerwiegender und schlimmer zurück gebracht, was ich mir in all den Monaten schwer erarbeitet hatte. Ich kann auch sagen, wovon die Angst kommt. In meiner Familie gibt es leider viele schwer kranke. 2 meiner Onkel haben Lungenkrebs einer ist vorletztes Jahr an einem Hirntumor gestorben. Meine Tante hatte einen Bauchspeicheldrüsenkrebs dem sie im September 2013 erlag. Und eine andere Tante liegt seit 4 Jahren (da begann die Angst vor dem Tod etc.) schwer pflegebedürftig (nett ausgedrückt) im Bett, da sie an ALS leidet. Also bin ich eigentlich so oft von dem Leid des Krebses und anderen Krankheiten umgeben, dass ich eine "katastrophale" Angst vor lebensbedrohlichen Krankheiten habe. Sorry für soviel Text, aber hier hat man wenigstens Leute, die einem zuhören und ernst nehmen. Nicht wie meine Eltern oder Freude. Und danke nochmals! :) 

1
@TheTK98

Mit der Quelle des 50:50 meinst Du vermutlich dies hier: http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2015/krebs_in_deutschland_2015.pdf?__blob=publicationFile  Das muss ich mir erst einmal in Ruhe durchlesen, bevor ich dazu etwas sagen kann.

Deine Ängste sind mehr als verständlich, sie dürfen dennoch nicht Dein Leben beherrschen! Aber das weißt Du ja selbst.

Deine "Selbsttherapie" ist ein gutes Beispiel dafür, dass solche Ängste zwar durch "nicht dran denken" und/oder Ablenkung erfolgreich in den Hinter- oder meinethalben auch Untergrund verdrängt werden können, aber deshalb nicht aus Deinem Leben verschwinden, sondern jederzeit wieder präsent sein können. Deshalb wiederhole ich meinen Rat, Dir ärztliche Hilfe zu holen, um Dich von diesen Ängsten heilen zu lassen.

4
@evistie

Danke für alles. Ich nehme es mir wirklich mal ans Herz und vereinbare ein Termin sobald ich kann. Versprochen! Danke:-) Wahrscheinlich würde ich erstmal zum Hausarzt wie du schon sagtest:) Und ich bin ein Fragesteller, männlich :-) weil du im anderen Kommentar geschrieben hast, Fragestellerin. Aber nicht schlimm:)

0

Hallo TheTK98,

Dein Beitrag ist schon ziemlich alt, aber wollte trotzdem mal schreiben.

Ich finde es mittlerweile schon normal, dass man Angst bekommt, wenn man irgendwelchen Artikel liest. Denn heutzutage sind sogar die Lebensmittel Krebserregend... Darum verstehe ich dich wirklich sehr gut.

Man weiss ja nicht mehr, was gesund ist und was nicht... Auch das Gemüse und die Früchte haben heutzutage sehr viel chemische Stoffe - LEIDER!

Und Bio Lebensmittel sind überteuert... Da muss man schon fast an Krebs oder sonst irgendwelche Krankheiten denken...

Du könntest versuchen mit einer Gesprächstherapie gegen die Angst vorzugehen. Ganz wegbekommen wirst du sie nie, schließlich lebt jeder ein wenig damit.

schließlich lebt jeder ein wenig damit.

Das sehe ich anders. Der seelisch gesunde Mensch kann selbst entscheiden, ob er irrationale Ängste in sein Leben lässt. Ängste zu haben, ist kein Schicksal - man kann etwas dagegen tun!

4
@evistie

Die Angst irgendwann an Krebs zu erkranken ist nicht irrational und jeder lebt damit. Wer etwas anderes behauptet, lügt ganz einfach. Es ist nur einfach so, dass die Angst normalerweise keinen großen Raum einnimmt und nicht an den Tag tritt, wenn man nicht darüber nachdenkt. 

0
@Drusba

Unter "irrationalen Ängsten" verstehe ich nicht die Angst vor Krebs, sondern überbordende Ängste (= Phobien) ganz allgemein. Man muss auch zwischen Angst und Furcht unterscheiden! Die Furcht (= Realangst) vor Krebs hat wohl jeder, das ist richtig. Man sollte sich der Furcht durchaus stellen ("darüber nachdenken"), denn sie kann positive Auswirkungen haben, indem man beispielsweise deswegen gesünder lebt, Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nimmt, o. a. Aber wenn sie derart das Leben beherrscht wie bei der Fragestellerin, dann ist sie zur Phobie geworden und sollte therapiert werden!

4

Was möchtest Du wissen?