Frage von Dux88, 26

Essstörung, Ernährung, Übertraining?

Hallo, Es wird sicher ein längerer Text. Es find so an, ich habe letztes Jahr das Programm von Daniel Aminati "machdichkrass" begonnen. Eigentlich war ich nicht zu dick. Habe mich aber nicht wohl gefühlt vorm Spiegel. Es lief alles super, ich hatte immer Spaß an den Workouts. Es war so vorgeschrieben das man 3 Workouts pro Woche macht. In dem Plan ist es so, dass man einen Cheatday pro Woche hat. Den habe ich auch genutzt und es ging mir immer sehr gut. Unter der Woche habe ich mich clean ernährt und am Samstag habe ich dann mal das gegessen worauf ich Lust hatte. Ich habe das auch so beibehalten, bis ich an einem Cheatday mal etwas mehr gegessen habe. Dann fing ich an 5 mal die Woche Mo-Fr zu trainieren und am Wochenende zusätzlich noch Rad zu fahren und habe alles mögliche gemacht um mich zu bewegen (Holz gesägt, etc..). Ich bin dann zusätzlich zu den Workouts raus gegangen und bin zügig gegangen, meistens so 4-5 km. Dann habe ich vor 5 Monaten angefangen meine Kalorien zu zählen, was ich zu beginn und während des "machdichkrass" Programms nicht gemacht habe. Ich bin dann wöchentlich immer weiter runter gegangen mit den Kalorien und habe jeden Tag mein Frühstück auf den ganzen Tag verteilt gegessen und wenn ich Hunger hatte, einfach einen Kaugummi gekaut. Abends habe ich dann von Mo-Fr nur noch Salat mit Hähnchen gegessen. So bin ich auf ca. 1000-1200 Kalorien gekommen. Bis vor 2 Monaten habe ich mir dann meistens Mittwoch ein Rezept außerhalb des vom Programm vorgegeben Rezepte zubereitet. Aber auch Low Carb. Mittlerweile habe ich auch das weg gelassen wegen den Kalorien und esse dann eben 5 mal Salat mit Hähnchen. Dann fing es vor 3 Wochen an das ich auch an dem "Cheatday" zumindest geschaut habe was ich esse, also anstatt normal mit meinen Eltern Mittag zu essen habe ich mir Gnocchi mit einer fettarmen Soße gemacht. Zum Kaffee aß ich letzte Woche Samstag ein Stück Kuchen und fühlte mich danach so elend. Mittlerweile habe ich auch keine große Lust mehr auf Rad fahren und trainiere auch nicht mehr 5 mal. Meistens weil ich mich schlapp fühle. Wenn ich morgens aufstehe drehen sich meine Gedanken nur ums essen, ich darf nicht zu viel essen, sonst kann ich am Samstag nicht soviel essen, was mache ich wenn ich Hunger bekomme, was wenn ich wieder zu nehme. Ich weis gar nicht wann ich zuletzt mal gelacht habe. Samstag Abend bin ich dann meistens mit Kumpels zu einer Party gegangen, aber ich kann die Zeit gar nicht genießen, ich denke immer daran wann ich mich das nächste mal bewege und Kalorien verbrenne. Ich habe keine Freude am Leben mehr. Habe ständig diese Gedanken im Kopf. Anfang letzten Jahres habe ich mir eine Apple Watch zugelegt. Diese zeichnet meine Aktivitätskalorien auf, wenn diese für meine Begriffe zu niedrig sind, dann muss ich mich unbedingt bewegen und etwas machen. Es ist immer ein so großer Druck. Ich weis nicht wie lange ich dem noch standhalte. Ich will wieder Freude am Leben haben und Spaß am Sport.

Antwort
von dinska, 6

Wenn du wieder Freude am Leben haben willst, dann lass allen Zwang weg und schaffe dir einen Rahmen, in dem du dich wohlfühlen kannst. Sich auf ein bestimmtes Gewicht festzulegen scheitert meist, weil das Gewicht immer mal schwankt, von der Nahrungsaufnahme oft unabhängig.

Höre auf Kalorien zu zählen. Iss was dir schmeckt und was dir bekommt und gesund ist, aber alles in Maßen und achte darauf, dass dein Körper alles bekommt, was er braucht, an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien.

Du kannst mal mehr essen und dann wieder einhalten, aber iss regelmäßig. Dein Körper hortet sonst alles, was er bekommt und sorgt so für Notzeiten vor und du gerätst in einen Teufelskreislauf, der deinem Körper großen Schaden zufügen kann.

Man hat inzwischen festgestellt, dass Menschen mit ein paar kg Übergewicht gesünder sind, als mit Untergewicht, das von mangelnder Nahrungsaufnahme stammt.

Man nimmt 80% von Ernährung zu und Sport hat auf das Gewicht nur 20% Einfluss.

Sport ist wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten und die Fitness. Auch auf den Stoffwechsel und Durchblutung hat er eine positive Wirkung. Ein Zuviel ist aber auch hier ungesund und schadet dem Körper mehr, als es nutzt. Es muss immer einen Wechsel von An- und Entspannung geben!


Antwort
von WosIsLos, 16

Den eigenen Körper mit Kaugummi zu betrügen, heißt, sich selbst zu betrügen.

Bis täglich 1200 Kalorien ist zu wenig.

Weg mit der Apple Uhr.

Wenn du Sport treibst, braucht dein Körper viel mehr Mineralien und Spurenelemente, als sich in unserer Nahrung vorfinden und dann kommt der dauernde Hunger und später eine Unzahl an Krankheiten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community