Erste Hilfe - Man soll nicht mehr beatmen?!

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5 Antworten

Ja das hab ich auch schon gehört. Japanische Forscher glaub ich haben rausgefunden, dass die Mund-zu-Mund Beatmung die Überlebenschancen des Patienten sogar verschlechtern können. Eine Herzmassage allein soll viel effektiver sein, als die Kombination zwischen Massage und Beatmung.

Eine Herzmassage bei einem schlagenden Herzen ist mit Sicherheit nicht überlebensfördernd, wenn es dem Betroffenen doch an Sauerstoff fehlt.

Wie kann die Beatmung die Überlebensschancen eines nicht atmenden Menschen wohl verschlechtern?

Bevor man etwas gehörtes oder gelesenes kolportiert, sollte man lieber erst einmal seinen Verstand einschalten, nicht wahr

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Wenn man tatsächlich in eine Situation kommt, dass man erste Hilfe leisten muss, dann muss man zu aller erst einen kühlen Kopf bewahren. Die Gesamtsituation grob einschätzen, und dann in dieser Reihenfolge:

  1. Betroffenen aus der Gefahrenzone schaffen
  2. Professionelle Hilfe (Rettungswagen anfordern)
  3. Ansprechbar? - wenn nicht - Untersuchen
  4. kein Herzschlag - Herzdruckmassage (auch wenn dabei Rippen brechen)
  5. keine Atmung - Beatmen (besser schlecht oder so gut es geht, als gar nicht)
  6. Weiterhin bewusstlos? In stabile Seitenlage bringen
  7. Stark blutende Verletzung mit verletzter Arterie - Abbinden und die Urzeit merken.
  8. Während der nächsten Schritte immer wieder einmal auf Ansprechbarkeit prüfen
  9. offene oder blutende Wunden - verbinden oder zumindest steril abdecken
  10. Knochenbrüche - zum Ruhigstellen fixieren
  11. Betroffenen vor Wärmeverlust schützen und bei ihm bleiben
  12. Rettungsdienst über alle vorgenommenen Maßnahmen informieren

Mit der Übergabe an den Rettungsdienst ist die Erste Hilfe Leistung abgeschossen und man gibt seine Verantwortung für den Betroffenen damit ab.

Es gilt immer die Devise, was immer notwendig ist, sollte auch getan oder zumindest ernsthaft versucht werden. Immer daran denken, man könnte auch selbst da liegen.

Wer hier in bester Absicht Fehler gemacht hat, weitere Verletzungen verursacht hat wie z.B. Blutergüsse, gebrochene Rippen durch Herzdruckmassage usw. weil er es nicht besser wusste oder konnte, kann und darf auch später dafür nicht belangt werden. Die Rettung von Leib und Leben ist in diesem Fall das höhere Rechtsgut (wie es im Fachchinesisch der Juristen heißt).

Hab ich auch neulich irgendwo aufgegriffen. Ich habe vor 3 Jahren beim Erste-Hilfe-Kurs zum Führerschein allerdings auch noch mit Beatmung gelernt.

so soll es ja auch sein . oder möchtest du wegen unterlassener hilfeleistung einsitzen ?

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Das stimmt nicht. Du fängst mit 30x Druckmassage an, dann 2x beatmen, wieder 30x Druckmassage, 2x beatmen etc.

Die einzige Aussage, die neu ist: Wenn man die Beatmung nicht kann oder sich dazu nicht in der Lage fühlt (wegen Erbrochenem etc.), soll man durchgängig nur Druckmassagen machen.

Das stimmt schon. Bei Ersthelfern wird nur noch die HDM empfohlen.

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@francis1505

Empfohlen von wem? Es gibt verschiedene Organisationen, die Richtlinien herausgeben. Ich gehe von ERC2010, was in Europa gemeinhin als Standard gilt aus, und da wird noch beatmet.

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@myslife

Alle Helfer, ob ausgebildet oder nicht, sollen bei Patienten mit Kreislaufstillstand Herzdruckmassagen durchführen. Besonders wichtig ist, dass die Herzdruckmassagen qualitativ hochwertig ausgeführt werden. Es sollen eine Drucktiefe von mindestens 5 cm und eine Druckfrequenz von mindestens 100 Herzdruckmassagen/min erzielt werden. Nach jeder Herzdruckmassage ist der Brustkorb vollständig zu entlasten, und die Unterbrechungen der Herzdruckmassagen sind auf ein Minimum zu reduzieren. Geschulte Helfer sollen auch Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.

Wenn die Helfer vor Ort nicht in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet sind, sollen sie telefonisch zur Wiederbelebung aufgefordert und angeleitet werden; hierbei reduzieren sich die Maßnahmen dann auf die ununterbrochenen Herzdruckmassage.

http://www.springerlink.com/content/nlr22146w7573341/fulltext.pdf

Das entspricht wohl einem Gros der Laienreanimationen, weil ein Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen für den Erwerb des Führerscheins wohl nicht vergleichbar sind mit einer notfallmedizinischen Ausbildung.

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@francis1505

Diese Formulierung kenne ich. Meine Interpretation ist aber, dass jeder, der es gelernt hat, beatmen soll. Lernen tut man dies bereits im Erste Hilfe Kurs und auch bei den Sofortmaßnahmen. Mir wäre zumindest nicht bekannt, dass die Hilfsorganisationen die Beatmung da rausgenommen hätten. Falls doch, korrigiert mich bitte. Ich halte es aber durchaus für möglich, dass die Beatmung da in den nächsten Jahren wegfällt.

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@myslife

Meine Auslegung ist, dass ein bisschen Drücken und Pusten an einer Gummipuppe nochmal was anderes ist als an einem echten Menschen.

Klar, jeder Führerscheinneuling durfte mal, aber nach nem halben Jahr ist das vergessen. Und dann ist es wiederum ein Laie. Überleg doch mal, wie oft du den Defi-Schein neu machen musst. Ich kenne das einmal pro Jahr.

Eine anständige HDM ist mehr wert als ein bisschen hiervon und ein bisschen davon.

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30 X ist unsinn 5 x lautet die korrekte antwort . an deiner stelle würde ich deine erste hilfe kenntnisse ganz schnell auffrischen

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Das ist richtig, ja.

Zum einen steigt bei vielen die Hemmschwelle wenn sie jemand Wildfremden beatmen müssten, der möglicherweise irgendwelche ansteckenden Krankheiten oder erbrochen hat.

Zum anderen geht man derzeit davon aus, dass der Sauerstoff, den eine Person mit Kreislaufstillstand noch im Blut hat, ausreicht, bis der Rettungsdienst da ist. Vorausgesetzt es wird zügig nach dem Kollaps damit begonnen.

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