Frage von Patientnumeruno, 74

Eisenmangel ohne Ursache?

Hi zusammen. Ich brauche DRINGEND eure Hilfe. Und zwar: seit Mai leide ich unter einem Eisenmangel. Zur Info: ich bin 18, männlich, esse normal (auch Fleisch) und bin sportlich aktiv. Bei mir wurde der Stuhl untersucht, ein Eisenresorptionstest durchgeführt und ich unterzog mich kürzlich einer Magen- und einer Dickdarmspiegelung. Alles ohne Befund, es wurde lediglich eine kleine Magenschleimhautentzündung festgestellt, die laut Arzt nicht die Ursache für meinen Eisenmangel sein kann. Was noch wichtig zu erwähnen ist, ist, dass bei mir KEINE Blutarmut besteht, nur der Ferritin-Wert ist zu niedrig. Der Arzt hat nun vorgeschlagen in 3 Monaten das Blut nochmals zu untersuchen und bis dahin erstmal nichts weiter vorzunehmen. Sollte der Ferritin-Wert dann immer noch zu niedrig sein, müsste ich mich als nächstes einer Dünndarmspiegelung unterziehen.

Mir geht das aber alles viel zu lange, ich würde gerne jetzt schon die Untersuchung machen lassen oder was meint ihr? Ist es tendentiell eher richtig nochmals abzuwarten oder ist das falsch? Ich freue mich auf eure Einschätzungen :)

Antwort
von GeraldF, 52

Ihre Frage zielt darauf ab, ob man in der Zwischenzeit "etwas verpasst" und in 3 Monaten womöglich eingeschränktere Therapieoptionen bestehen, als es jetzt der Fall wäre. Die einzige Krankheitsgruppe, bei der das so wäre, sind Tumorerkrankungen.

Tumorerkrankungen im Dünndarm (Karzinoide oder Lymphome) sind extrem selten und machen sich auch meist nicht durch eine Blutung (und damit Ferritinerniedrigung) bemerkbar. Zudem wachsen sie extrem langsam. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas bei einem 18 jährigen gefunden wird, geht fast gegen 0. Viel wahrscheinlicher als Blutungsquelle sind Angiodysplasien oder ein sogenanntes Meckel-Divertikel. Letzteres würde man auch noch in 3 Monaten unverändert finden, die Angiodysplasien findet man häufig gar nicht. Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Dünndarmendoskopie einen Befund anzutreffen, der eine therapeutische Konsequenz nach sich zieht, ist also ohnehin nur sehr gering.

Ich finde das Konzept Ihres Doktors gut, erstmal abzuwarten. Bedenken Sie: Sie sind beschwerdefrei, haben nicht mal eine Anämie als Folge des Ferritinmangels und Ausgangspunkt der Diagnostik ist ein pathologischer Laborwert. Wenn der in 3 Monaten wieder normal sein sollte, kann man sich Diagnostik sparen.

Antwort
von Tigerkater, 46

Ohne Ursache würde ich so schnell nicht in den Raum stellen.

Wie ich Deiner Frage entnehme, ist bisher nur nach möglichen Ursachen für Blutverluste gesucht worden.

Bei einem Ferritinmangel sollte man aber auch an eine Eisenresorptionsstörung  durch z.B. Sprue oder Morbus Crohn denken.

Auch an einem Transferrinmangel bei bestimmten Nierenerkrankungen sollte man denken.

Wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, sollte man bei Deiner vorliegenden Beschwerdefreiheit durchaus abwarten, ohne dass es später größere Probleme geben könnte.

Kommentar von Patientnumeruno ,

Wie oben bereits erwähnt, wurde schon ein Eisenresorptionstest durchgeführt. Eine Eisenresorptionsstörung wurde also bereits ausgeschlossen. Trotzdem vielen Dank für deine Hilfe.

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