Frage von Taigar, 46

Eingriff durchführen trotz bescheidene Erfolgsaussichten?

Ich habe derzeit innerlich einen Konflikt, und zwar geht es um einen erneuten Herzkathetereingriff der bald stattfinden soll. Der letzte Eingriff erfolgte anfang des Jahres, da wurde in einer Herzklinik eine erneute Elektrophysiologische Untersuchung sowie eine Pulmonalvenenisolation durchgeführt. Insgesamt hatte ich aber schon viele Herzkathetereingriffe.

Bei der Auswertung meines implantierten Event Recorder wurden wieder auffällige Aufzeichnungen entdeckt. Es handelten sich dabei um atriale Tachykardien (aber kein Vorhofflimmern). Die Klinik setzte daraufhin eine erneute EPU / PVI an.

Ich war dbzgl. noch bei meinem Niedergelassenen Kardiologe um seine Meinung zu erfragen. Er sowie der Oberarzt aus einem anderen Krankenhaus der sonst immer mein Event Recorder ausliest sind der Meinung dass mein Herz mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr sehr kleine Schäden haben muss welche für meine Probleme verantwortlich sind. Weitergehend meinen sie dass diese via Herzkatheter / Ultraschall aber gar nicht bzw. sehr sehr sehr schwer lokalisierbar wären trotz des heutigen Stand der Medizin und der Gerätschaften.

Mein niedergelassener Kardiologe sprach sich auch für einen weiteren Eingriff aus.

Ich bin allerdings sehr Zwiegespalten, es gab bei 2 Herzkathetereingriffe ernste (zum Teil sehr ernste) Komplikationen und da es zwar Routineeingriffe sind, aber dennoch Risiken birgen sagt mir mein Inneres irgendwie "Tu es nicht nochmal". Zumal die bisherigen Eingriffe bis auf das letzte mal (allerdings nur wenige Monate) keine positive Veränderungen gebracht haben.

Allerdings steht auf der anderen Seite dass mein Puls trotz Betablocker Momentan bei 100~/Min ist und ohne Betablocker bei 130~/min. Sport nur bedingt möglich ist und mir häufig Schwindelig ist.

Folgendes wurde bereits Dokumentiert: - Extremes Hochsymptomatisches paroxysmales Vorhofflimmern. - Episodenhaftes Vorhofflattern - Atriale Tachykardien - Tachyarrhitmyia Absoluta - Supraventrikuläre Tachykardien - Schmalkomplex Tachykardien - Ausgeprägte Sinustachykardien

Ich weiß einfach nicht ob ich das Risiko erneut eingehen soll oder einfach weiter mit den Problemen lebe und hoffe dass nichts schlimmes passiert. Wobei ich noch relativ Jung bin (Unter 30) und nicht weiß wie mein Körper die nächsten Jahrzehnte auf die Dauerhafte Einnahme von Betablockern reagiert.

Ich schätze die Meinung meiner Ärzte sehr und hab bisher immer bedenkenlos "machen lassen". Aber seit den Komplikationen beim letzten mal (wofür die Ärzte nichts können) und dem Aufenthalt auf der Intensiv Station bin ich Nachdenklich geworden.

Habt ihr Rat für mich?

Antwort
von abbel, 29

Die Frage ist doch, was die Ärzte dir für eine Lösung anbieten können. Ein Verdacht auf "viele kleine Schäden am Herzen" impliziert dann welchen Behandlungsansatz? Da würde ich zunächst einmal genauer nachfragen..

Bei Vorhofflimmern gibt es beispielsweise die Möglichkeit einer Katheter-Ablation, bei der Gewebe abgetragen wird, das falsche elektrische Impulse sendet. Das wäre also eine Möglichkeit, wenn es bei dir denn in Richtung VHF geht. Wichtiger wäre für mich persönlich die Ursachen dafür heraus zu finden. Ich würde mich vor so einem (weiteren) Eingriff auf jeden Fall naturheilkundlich untersuchen und ggf. behandeln lassen. Alles Gute für Dich!

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