Frage von Frage80, 4.618

Depression und Erschöpfungszustände - krankschreiben lassen oder weiter zur Arbeit gehen?

Hallo,

ich benötige einen Rat. Ich habe mehrmals am Tag starke depressive Phasen, die sich mit Phasen, in denen ich voll Zuversicht und Hoffnung bin, abwechseln. Die depressiven Phasen, in denen ich ohne jegliche Hoffnung und voll mit Gedanken von Verzweiflung und einem sinnlosen Leben bis hin zum Suizidgedanken bin, nehmen immer mehr zu. Waren es früher nur mal die Abendstunden, wenn ich von der Arbeit erschöpft war, so ziehen sich depressive Phasen inzwischen durch den ganzen Tag. Manchmal kommen sie bereits morgens zwei Stunden nach dem Aufwachen, dann vormittags und inzwischen bin ich so verzweifelt. Immer, wenn ich den Entschluss fasse, zum Arzt zu gehen, kommt auch eine gute Phase, in der ich keine Notwendigkeit verspüre. Ist eine depressive Phase dann wieder da, dann will ich aufgeben und habe nur noch den Wunsch nach Ruhe. Inzwischen weiß ich nicht mehr weiter, ob es richtig ist, dass ich zum Arzt gehe und mich krankschreiben lasse oder ob die Arbeit (die frustriert mich zurzeit arg) als Abwechslung und weiterhin als Methode nutze, um nicht den ganzen Tag durchzuhängen. Ich wollte bis heute immer wieder alles probieren, um alleine aus den depressiven Phasen zu kommen, aber irgendwie werden die immer schlimmer und immer mehr. Ich habe Angst, wenn ich einmal aus der Arbeit durch eine Krankschreibung raus bin, dass ich nie mehr ins normale Leben zurückfinde. Hat jemand Erfahrung damit, wie es nach der Krankschreibung weitergeht und gibt es jemanden, der gute Erfahrungen mit einer Auszeit bei starken Depressionen gemacht hat?

Vielen Dank für Antworten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AlmaHoppe, 3.904

Hallo...

Du solltest mit dem Arzt Deinen jetzigen Zustand besprechen und klipp und klar darlegen das Du den alltäglichen Belastungen in all Deinen Lebensphasen nicht mehr gewachsen bist!

Damit Du aus diesem Loch wieder heraus kommst ,denke ich ,wäre es sinnvoll eine psychosomatische Reha in Erwägung zu ziehen.

Die Hoffnung alleine diese Situation zu bewältigen kannst Du Dir(es tut mir leid mich so ausdrücken zu müssen) abschminken !!! Dir müssen Wege und Ziele gezeigt werden damit Du erkennst was mit Dir eigentlich im Moment geschieht!Das kann nur unter therapeutischer Behandlung erfolgen!

Und keine Sorgen um die Arbeit hinterher.nach einer längeren Arbeitsauszeit durch eine Krankheit bedingt gibt es ein Wiedereingliederungsmodell.Damit wirst Du stufenweise wieder in/an das vorherige Arbeitsleben (beim gleichen Arbeitgeber)herangeführt!

Also,denke erst einmal an Dich und mache den ersten Schritt...gehe zum Arzt und öffne Dich!

Und für den Arbeitgeber bist Du erstmal nur krank(keine Rechenschaft ablegen)!

Ich wünsche Dir alles Gute dabei,

AH

Kommentar von AlmaHoppe ,

Danke für das * !!!

AH

Antwort
von StephanZehnt, 2.842

Hallo F..,

in der Regel dauert es ziemlich lange ehe man sich Fremden anvertraut und auf Hilfe hofft. In der Situation solltest Du unbedingt einmal ganz offen über Dein Befinden mit einem Arzt sprechen. Du schreibst.

  • Gedanken von Verzweiflung
  • Suizidgedanken
  • depressive Phasen über den Tag verteilt usw..
  • Essstörungen (Magersucht oder Ess- Brech -Sucht ...?)

In dem Fall bleibt Dir nichts anderes als zu einem Arzt zu gehen und Dich krank schreiben zu lassen. Nun weis ich nicht was Du für Medikamente neben der Pille nimmst? Es gibt zum Beispiel den Wirkstoff Isotretinoin der z.B. bei Akne (Tabletten) eingesetzt wird und als Nebenwirkung Suizid.... hat.

Nun ich weis nicht wie Deine Lage sonst ist ob die Möglichkeit besteht finanziell einem Hobby nachzugehen odgl. . dann solltest Du versuchen Dich abzulenken neben der Behandlung. Wenn Du zufällig aus Süddeutschland kommst gibt es z.B. solch eine Möglichkeit http://www.date-click.de/ wo man die Wahl hat einen Partner zu finden oder auch Jemand für die Freizeit. Falls nicht zufällig in der Nähe der Verein XY ist wo Du schon lange...

Also auf Deutsch nicht nur Therapie und Medikamente sondern auch etwas selbst tun. Allerdings auch hier nicht gleich jeden trauen. Nicht das dann noch andere Probleme dazu kommen.

VG Stephan

Kommentar von Frage80 ,

Vielen lieben Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort. Beim Arzt war ich vergangene Woche und nun versuche ich mit Tagesplan und einigen Unternehmungen der Depression keine Chance zu lassen bzw. mich nicht unterkriegen zu lassen. Heute ist wieder ein schwieriger Tag und es ist sehr mühsam, dagegen anzugehen. Dieses dumpfe Gefühl der Einsamkeit, Leere und Trauer ist manchmal einfach stärker und ich versuche trotzdem irgendwie zu denken, dass es, wenn es bergab geht, auch irgendwann wieder bergauf geht :-) wie meine Ärztin schon sagte "weitermachen" :-)

Antwort
von KrankerSchlumpf, 2.792

Also diese "Depressionen" und Erschöpfungszustände können und haben vermutlich ganz plausibel erklärbare Ursachen, die überhaupt nicht auf eine psychische Störung oder ähnliches zurückzuführen sind. Die Wahrscheinlichkeit allerdings, dass dies richtig diagnostiziert wrid, sehe ich bei unter 10 %. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst Du als geisteskrank diagnostiziert werden ( hauptsächlich wenn man schon selbst das Wort Depression in den Mund nimmt ). Von daher ist die Angst, "nicht mehr ins normale Leben" zurückzufinden sicher nicht unberechtigt, da bei den vermeintlichen Geisteskrankheiten oftmals eine wahre , meistens nutzlose Tortur aus Klinikaufenthalten, zahllosen Psychotherapien und evtl. die Nebenwirkungen aus Psychopharmaka usw. usw. entsteht. Und nach ggf. Jahren "draußen" wird das zurück sehr schwer. Aber dem kann man entgegenwirken : Von vorne herein gleich Diagnose "irgendeine psychische Erkrankung" den Riegel vorschieben ! Aus einer kurzen Krankschreibung von 2 oder 3 Wochen, einfach um zu sehen, ob sich der Körper dadurch wieder selbst erholt, sehe ich keinen potentiellen Schaden für die berufliche Zukunft und eigentlich auch nicht für das Arbeitsverhältnis. ( Sollte so eine kurze Krankschreibung schon in der Firma zu Problemen führen, liegt da eh soviel im Argen, dass nur noch ein Arbeitsplatzwechsel hilft ).

Ein Arztbesuch ist auf jeden Fall empfehlenswert, genauso wie eine gründliche körperliche Untersuchung. Und dann sieht man weiter. Und immer dran denken : Einen frustrierenden Job kann kein Therapeut der Welt "wegtherapieren" und keine Droge äh Psychopharma der Welt "in Luft auflösen".

Antwort
von Lizzkrueger, 2.255

Also ich würde mich an deiner Stellen Krank schreiben lassen oder deinen Chef mal erklären was los ist. Du brauchst auf alle Fälle eine Therapie denn es ist einfach sehr schwer aus diesen Kreislauf raus zu kommen. Und das braucht auch seine Zeit. So schnell wirst du nicht gekündigt du hast ja einen guten Grund. Hast du eine Ahnung woher die Depressionen kommen könnten? Dann solltest du diese erst einmal beseitigen. Sprich mit deinen Hausarzt und lass dir eine überweisung zum Psychologen geben. Alles gute

Kommentar von Frage80 ,

Vielen lieben Dank. Die Depressionen sind einhergehend mit einer seit nunmehr 17 Jahren bestehenden Essstörung und ich denke, das Untergewicht und die Mangelernährung tragen auch dazu bei, dass die Depressionen immer schlimmer werden. Zudem hat sich in den letzten Monaten mein Leben so stark verändert, dass das auch zu einem dauernden Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Erschöpfung geführt hat. Fast nichts mehr macht mir Freude. Morgens noch total motiviert, ist zwei Stunden nach dem Aufwachen jegliche Energie verflogen und ich empfinde mein ganzes Leben als sinnlos und wünsche oft, dass ich gar nicht geboren worden wäre. Und ich denke, ich werde tatsächlich nicht drumrum kommen, wenn ich endlich wieder Freude empfinden und mein Leben genießen können will, einen Arzt aufzusuchen.

Lieben Dank nochmals für Deine Antwort und einen sonnigen Sonntag

Kommentar von whoisthedoc ,

"deinen Chef mal erklären was los ist. "

Davon würde ich abraten, die können das meist auch als Kündigungsgrund ansehen! LEIDER

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community