Demenz - was nun?

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Ich kann Dir gerne ein paar Tipps geben, befürchte aber, sie landen bei Dir in einer Sackgasse. Denn es ist für mich nur schwer vorstellbar, dass Deine Bekannte nicht bereits reichlich Ratschläge erhalten hat, was sie tun sollte, aber - aus welchem Grund auch immer - davor zurückscheut.

Der erste Schritt wäre, den Hausarzt mit ins Boot zu holen. Er sollte den Zustand des Patienten kennen und wissen, was zu tun ist. Deine Bekannte hat Verantwortung nicht nur für ihren Mann, sondern auch gegenüber ihren Kindern und ihrer Familie! Ihr muss daher klar sein (klar gemacht werden müssen via Hausarzt oder sonstiger Vertrauensperson), dass es so nicht weitergehen kann. Wenn sie erst zusammengebrochen ist, kann sie nichts mehr für ihren Mann noch die jüngste Tochter tun.

Ihr muss weiterhin klar gemacht werden, dass ihr Mann schwer krank ist und professionelle Hilfe benötigt. Mit "gut gemeint, aber unzureichend gemacht" ist weder ihr noch ihrem Mann geholfen. Die Aggressivität ist Teil seiner Krankheit, sie kann medikamentös gemildert werden, ohne den Mann komplett "ruhig zu stellen" - das würde Druck und Spannung von allen Beteiligten mindern!

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen: die Pflege eines dementen Menschen, der bereits Pflegestufe 2 hat, ist im Alleingang und auch mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes auf Dauer nicht zu bewältigen. Wie bei den eigenen Kindern, muss man auch für einen dementen Menschen manchmal Entscheidungen "über seinen Kopf" hinweg treffen, wenn es das Beste für ihn ist. Hat Deine Bekannte denn schon die Amtliche Betreuung durch sie beantragt? Das erleichtert formell einiges.

Am besten hilfst Du Deiner Bekannten, wenn Du deren Sichtweise behutsam zu korrigieren versuchst. Sie ist keine "Rabenfrau", nur weil sie ihn in professionelle Pflege gibt! Auch ich habe das lernen müssen. Und es ist gut so.

Hallo evistie, vielen lieben Dank für die schnelle Antwort, welche ich gleich an meine Bekannte weiter geleitet habe.

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Demenz, Alzheimer oder etwas ganz anderes.

Mein Großvater (72 Jahre) ist vor etwa einem Jahr eine Treppe hinunter gestürzt, hat sich dabei eine Platzwude am Hinterkopf zugezogen und war auch kurz bewusstlos. Im Krankenhaus wurde damals der Schädel geröntgt und eine CT gemacht. Gefunden wurde damals nichts. Zu einer Nachuntersuchung mit einer weiteren CT ist er nicht gegangen, weil er grundsätzlich nichts von Ärzten hält. Seit dem Vorfall hat er geistig extrem nachgelassen. Er wirkt oft teilnahmslos, vergisst Namen, redet manchmal anderen nach, hat Stimmungsschwankungen, schließt ohne Grund Türen ab und vergisst wo er den Schlüssel hingetan hat, ist in der Nacht inkontinent und redet immer wieder davon, wie sinnlos doch alles ist. Außerdem ist er sehr unsicher auf den Beinen, hat Diabetes Typ 2 und manchmal erhöhten Blutdruck. Wir fragen uns jetzt, ob das einfach Demenz oder Alzheimer sein kann oder in irgendeiner Weise mit dem Sturz zusammenhängt? Er lässt sich derzeit von einem Urologen untersuchen, verweigert aber bereits jetzt einen Besuch beim Neurologen.

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