Darf ich die Gesprächsnotizen meiner Therapeutin einsehen?

3 Antworten

Warum willst du dir die Notizen überhaupt ansehen? Die Therapeutin schreibt alles mit, damit sie sich an deinen Fall bei der nächsten Sitzung erinnern kann. Sie kann sich ja nicht alles merken. Ich dennke nicht, dass es Sinn machen würde, wenn du die Notizen anfordern würdest.

Ja, Du kannst die Notizen einsehen, Du hast Akteneinsichtsrecht. Allerdings machen manche Therapeuten "doppelte Buchführung", eine für sich, eine für die Akte, sodass Du dann nur einen gekürzten Teil zu Gesicht bekommen würdest. Ich finde auch die Frage interessant, warum Du das sehen möchtest, hast Du einen speziellen Grund dafür? Misstraust Du der Therapeutin in irgendeiner Form, oder hast Du das Gefühl, dass die Therapie nicht richtig läuft? Dann solltest Du das unbedingt mit ihr besprechen! Die Therapeutin muss natürlich mitschreiben, erstens um sich zu erinnern, was ihr besprochen und gemacht habt und später, z.B. in der nächsten Sitzung, darauf zurückkommen zu können, zweitens um eine Eigenkontrolle über den Therapieprozess zu haben (Läuft es in die richtige Richtung, im Sinne der Zielsetzung, fehlt vielleicht noch etwas? usw.), und drittens ist die Therapeutin gesetzlich zur Dokumentation der Therapie verpflichtet. Diese Notizen müssen 10 Jahre in der Praxis verbleiben; theoretisch dürfte die Kassenärztliche Vereinigung sie einsehen, z.B. um zu überprüfen, ob ein Therapeut vernünftig arbeitet (Qualitätsmanagement). Das passiert in der Praxis aber meines Wissens nicht. Die Krankenkasse hat keinerlei Zugriff auf diese Notizen, sie unterliegen der Schweigepflicht. Der Kontakt mit der Krankenkasse beschränkt sich auf den formalen Ablauf: Die Antragstellung (von der Du ja weißt, hast Du unterschrieben) und Bewilligung, und die Therapeutin meldet ihr die Beendigung der Therapie, nach wieviel Sitzungen und ob mit Erfolg beendet oder abgebrochen. Das ist in der Regel alles. Die Abrechnung läuft über die Kassenärztliche Vereinigung. Ansonsten entsteht ein Kontakt bestenfalls über spezielle Fragen der Krankenkasse, z.B. über die Einschätzung der Therapeutin der Arbeitsfähigkeit des Patienten, aber die Therapeutin darf nichts Inhaltliches der Krankenkasse mitteilen ohne eine Entbindung der Schweigepflicht von Dir. Also würdest Du davon hören, wenn die Krankenkasse irgendeine Anfrage an die Therapeutin gestellt hat und müsstest zustimmen, damit sie antworten darf.

Diese ärztlichen Aufzeichnungen müssen auch nach Abschluss der Behandlung grundsätzlich zehn Jahre aufbewahrt werden (§ 10 Abs. 4 BOÄK).

Die Unterlagen gehen nicht an die Krankenkasse. Für die Abrechnung wird der KK nur mitgeteilt, in welchem Zeitraum wie viele Therapiestunden angefallen sind, ob Sie Erfolge erreicht haben, oder nicht, und nicht mehr.

Ihr Therapeut steht mit Ihrer KK nur im Zusammenhang mit der Abrechnung seiner Leistung in Kontakt. Auch Ihrem Hausarzt z.B. dürfte er nur Auskunft erteilen, wenn Sie vorher der Aufhebung seiner Schweigepflicht zugestimmt haben.

Vieles in diesen Aufzeichnungen wäre wohl sehr kryptisch und für einen Laien eher "Fachchinesisch". Ob es Ihnen tatsächlich von Nutzen ist, die Aufzeichnungen des Therapeuten von einzelnen Therapiestunden im Nachhinein einzusehen, ist doch eher zweifelhaft. Was wird es Ihnen geben, oder wäre es überhaupt ratsam?

Es gibt ein Psychotherapeutengesetz, an dass sich alle halten müssen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapeutengesetz<

EMDR Therapie, Psychotherapie

Hallo,

entschuldigt das ich so lange nicht on war, leider ich befinde mich im Augenblick in einer schweren Zeit. Doch da ich mit Google nicht weiter komme hoffe ich hier einen Rat bekommen zu können. Meine Therapeutin macht im Augenblick EMDR mit mir. Da ich meine eigenen Gefühle, aber nur die, die mich persönlich betreffen, total abgespalten habe, ist es für sie nicht leicht einen Zugang zu finden.

Sie sagte, dass sie mit einem der leichteren Trauma anfangen möchte.

Da sie beim letzten Mal erst gar nicht weiter kam, sprach sie etwas an, fragte wo in der Sache mein Problem liegt und ob ich das ändern möchte. Klar möchte ich das. Dann sagte sie mir, dass ich mir die Situation vorstellen soll und gab mir einen Bogen mit verschiedenen Aussagen drauf. Ich sollte sagen, welche Aussage für mich auf die Situation zutrifft. Ich verbinde es mit Todesangst, Angst zu sterben.

Diese EMDR Sitzung ist leider gründlich daneben gegangen. :( In der Sitzung stand ich nur noch unter Hochspannung, spürte meinen Körper kaum noch und immer wieder habe ich seitdem die Sitzungssituation vor Augen. Aktives Kopfkino, Herzrasen, Panikattacken, Dissoziationen .....

Ich traue mich im Augenblick nicht mehr zu ihr hin. Auch wenn mein Verstand sagt das sie mir nichts tut, nichts tun darf u.s.w., ich bekomme es nicht hin. Jetzt habe ich überlegt ob überhaupt noch Sinn macht die Therapie bei ihr weiter zu machen.

Die Krankenkasse bewilligt ja maximal 80 Stunden, 56 habe ich verbraucht. 4 habe ich bei ihr noch offen. Mit 20 Sitzungen, die ich eventl. noch genehmigt bekomme brauche ich gar nicht über einen Therapeutenwechsel nachdenken. Jetzt habe ich gegoogelt ob es vielleicht eine Ausnahmeregelung gibt. Doch gefunden habe ich nichts. Ein Telefonat mit der Krankenkasse hat mich auch nicht weiter gebracht. Ich soll mich beruhigen, das wird schon wieder. Klasse! Damit ist mir jetzt nicht geholfen.

Ich weiß das ich an der Situation teilweise selber Schuld bin. Leichtes Trauma und die Einschätzung das die Situation für mich Todesangst bedeutet passen nicht zusammen. Aber soweit konnte ich in dem Moment nicht denken. Dafür hatte ich das zu sehr vor Augen.

Weiß jemand von Euch ob es da irgendeine Ausnahmeregel gibt oder wo man online die Richtlinien einsehen kann?

Schon mal Danke im vorraus und ein schönes drittes Adventswochenende.

kathy09

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Hallo. Ist es eigentlich möglich die Krankengeschichte bis zur Geburt ausfindig zu machen? Beispielsweise war ich seit meiner Geburt bei ca. 4 verschiedenen Hausärzten. Fast nie wurde glaube ich meine Krankenakte weitergegeben. Sprich der neue Arzt hat eine neue Akte angelegt als wär ich zuvor nie krank gewesen. Klar fragt der Arzt die Anamnese ab, aber da ist ja auch nicht alles vollständig und ausführlich. Kann man also meine Krankengeschichte noch ausfindig machen, abgesehen von der Geschichte seitdem ich bei meinem aktuellen Hausarzt bin? Abgesehen von der Aufbewahrungspflicht, da diese wohl auch schon erloschen ist. Es muss ja irgendwie möglich sein, ansonsten könnte man ja beispielsweise ganz einfach trotz schwerer Erkrankungen in der Vergangenheit zB eine Berfufsunfähigkeitsversicherunh o.ä. abschließen und die Versicherung würde im Versicherungsfall diese Erkrankung nicht nachverflogen können, da Krankenakte beim Hausarzt und nicht vollständig.

Grüße!

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