Cortison bei Schlaganfall?

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Ein Schlaganfall entsteht entweder durch ein verstopftes Blutgefäß oder eine Blutung durch ein geplatztes Blutgefäß. Sammelt sich Blut innerhalb der engen Räume im ZNS, übt es Druck auf das Gehirn aus. Cortison ist ein Entzündungshemmer, es macht wenig Sinn, Cortison zu geben, weil es sich um keine Entzündung im eigentlichen Sinn handelt. Bei einem Schalganfall führt man im Akutfall(also innerhalb von 48 Stunden) eine Lyse durch, um das Gerinsel, dass die Arterie verstopft, aufzulösen. Oder man legt Drainagen oder operiert, um dem Hirndruck entgegenzuwirken. Nach einer Lyse werden weiterhin Statine und Marcumar zu Blutverdünnung gegeben, um einen erneuten Verschluss einer Arterie vorzubeugen.

Naja, die Cortisongabe wurde tatsächlich diskutiert! Aber eine Studie hat gezeigt, dass Kortikosteroide (oder Kortison) nicht wirksam sind um das ischämische Ödem zu verhindern, dass bei einem schweren Schlaganfall entsteht. An sich ist es ein guter Gedanke finde ich. Siehe hier: "Bisher konnte kein positiver Effekt von Kortikosteroiden in der Behandlung bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall nachgewiesen werden (). Sie erhöhen das Risiko für gastrointestinale Blutungen, Infekte und Blutzuckerentgleisungen (Qizilbash et al. 2002). Die Anwendung zur akuten Schlaganfalltherapie wird nicht empfohlen. Seltene Ausnahmen stellen Patienten mit einer Vaskulitis dar; auf die entsprechende Leitlinie wird verwiesen" (Quelle: http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_023.pdf)

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