BOTOX auch bei Parkinson?

1 Antwort

Ich nur was in Essen gefunden. Du könntest dort anrufen, es ist auch noch ein Linik für Parkinson dabei. http://www.uni-due.de/neurologie/krankheit_bewegungsstoerungen.html

Anmeldung für alle Sprechstunden bitte unter der Telefonnummer 0201-723-2368.

Parkinson-Syndrome Den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit liegt eine Störung in einem kleinen, eng begrenzten Gebiet tief im Innern des Gehirns zugrunde. Es wird "schwarze Substanz" (Substantia nigra) genannt und hat viele Verbindungen zu anderen Hirngebieten. Diese sind an der Kontrolle und Steuerung von Bewegungen maßgeblich beteiligt. Bei der Parkinson-Krankheit entsteht ein Dopamin-Mangel und ein hieraus resultierendes Ungleichgewicht mit anderen Überträgerstoffen des Gehirns (vor allem mit Acetylcholin und Glutamat). Die harmonische Steuerung der Bewegungen ist gestört, es kommt zu den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit: Akinese (Verlangsamung aller Bewegungsabläufe), Rigor (Erhöhte Muskelspannung oder -steifheit), Tremor (Zittern). Zudem können Veränderungen in Mimik und Sprache, Haltungsinstabilitäten sowie eine Reihe von vegetativen und psychischen Symptomen auftreten.

Was ist Botulinumtoxin?

Seit mehr als 150 Jahren ist bekannt, dass Botulinumtoxin der Verursacher des Botulismus, einer Nahrungsmittelinfektion, ist. 1897 entdeckte der belgische Mikrobiologe von Ermengen das Clostridium botulinum, den Erreger des Botulismus. Dieser Erreger produziert das als Neurotoxin wirksame "Gift". 1817-1822 beschrieb Kerner die Symptomatik als "Wurstvergiftung".

Zu medizinischen Zwecken wurde es erstmalig 1980 von dem Augenarzt A. Scott in Kalifornien eingesetzt. Er behandelte zunächst das Schielen (Strabismus), dann den Lidkrampf (Blepharospasmus) mit Botulinumtoxin. Heute wird Botulinumtoxin mit großem Erfolg bei verschiedenen Dystonien wie Torticollis (Schiefhals) oder Schreibkrampf, aber auch bei der Spastik von Armen oder Beinen eingesetzt.

Sieben verschiedene Varianten (sog. Serotypen) sind bekannt. Die chemische Struktur ist jeweils etwas verschieden. Diese Serotypen werden von 4 verschiedenen Stämmen des Clostridium botulinum gebildet. Das Neurotoxin besteht aus einer leichten und einer schweren Kette, die durch Schwefelbrücken (Disulfidbrücken) miteinander in Verbindung sind

Wirkungsmechanismus

  1. Botulinumtoxin wird in den Muskel (intramuskulär) oder unter die Haut (subcutan) appliziert. Nach Verteilung im Gewebe bindet es mit Hilfe der schweren Kette an Rezeptoren der präsynaptischen Membran.
  1. Die Aufnahme in die Synapse erfolgt durch Endozytose (Internalisierung)

  2. In der Zelle trennen sich beide Ketten voneinander. Der Fusionskomplex vermittelt die Bindung der Azetylcholinvesikel an die präsynaptische Membran. Die Folge ist eine Hemmung der Azetylcholinfreisetzung. Daraus folgt eine Blockade der neuromuskulären Übertragung. Eine klinische Wirksamkeit kann nach 3 bis 5 Tagen beobachtet werden.

  3. Das Toxin selbst wird von zelleigenen Eiweiss-Enzymen, sog. Proteasen, gespalten. Nach ca. 7 Tagen beginnt das sogenannte "sprouting". Dabei kommt nun es zum Aussprießen neuer Nervenendigungen und zur Wiederherstellung der neuromuskulären Verbindung.

  4. Dieser Prozess ist nach 3 – 4 Monaten abgeschlossen, so dass die aus der Injektion resultierende teilweise Muskellähmung wieder aufgehoben wird und eine erneute Injektion vorgenommen werden muss.

Therapie

Durch die Botulinumtoxininjektion können die Symptome von Dystonie und Spastik wie Verkrampfungen, Schmerzen und Fehlstellungen gebessert werden.

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