Bin ich vielleicht psychisch krank?

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3 Antworten

Liebe Capricorne,

Deine Worte gehen mir richtig zu Herzen, weil ich weiß, wie es ist, sich so wie Du zu fühlen. Inzwischen habe ich es aber überwunden und weiß auch, dass es ganz vielen Menschen leider so geht.

Anscheinend greift das Symptom 'Einsamkeit' wie eine 'neue Pest' um sich. Immer mehr Menschen bleiben für sich, vermissen zurecht Anerkennung und Zuwendung. Bei Dir kommt leider wie bei mir damals noch hinzu, dass Du zu den empathischen und sensiblen Menschen zählst, die gerne helfen.

Und damit gehören wir in dieser leistungsorientierten, oft gefühlsarmen und von Egoismus geprägten Welt zu einer Art 'Exoten' werden, zu denen man greift, wenn man sie braucht und dann schnell wieder vergißt, weil sie ja durch ihre Hilfe die schwache oder dunkle Seite in dem Menschen, dem sie geholfen haben, gesehen haben. Vor lauter Scham und Peinlichkeit wendet man sich dann lieber wieder ab.

Aber Du kannst etwas daran ändern, indem Du anfängst, Dich selbst zu lieben, zu achten und wertzuschätzen, denn dazu hast Du wirklich allen Grund! Nehme Dich an, wie Du bist. Du bist gut, genauso wie Du bist :-)

Weiterhin erwarte bitte künftig keinen Dank oder eine Anerkennung von anderen, denn damit machst Du Dich selbst klein, abhängig von anderen und gehst weiterhin von einer Enttäuschung zur nächsten.

Wenn Du wieder jemandem geholfen hast, danke Dir selbst, dass Du helfen konntest, durftest und auch getan hast.

Bitte suche Dir auch Menschen, die Dir guttun. Es gibt viele von 'unserer Art', Du wirst sie auch finden. Sei es über ein Hobby, ein gemeinsames Interesse oder eine Plattform, wie z. B. 'spin.de', wo man kostenlos und unverbindlich interessante Leute kennenlernen kann. Es gibt auch viele gute Gruppen dort.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Liebe und Gute und:

bitte bleibe am Leben, die Welt braucht Menschen wie Dich :-)

Buddhishi

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Kommentar von Buddhishi
04.06.2016, 21:53

Vielen Dank für den Stern :-) Ich hoffe, es geht Dir inzwischen besser. LG

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ich glaube nicht, dass Du psychisch krank bist. Ganz in Gegenteil, von dem was Du schreibst: Bewundernswert!

Der von Dir geschilderte Zustand werden viele gehabt haben bzw. haben es aktuell, was nicht zuletzt dem giftigen "Cocktailmix" in dem wir uns verfangen geschuldet ist.

Es gibt bekanntlich immer mehr Single. Die Bekanntschaften oder gar Freundschaften sind oft oberflächlich.
Wenn Du etwas sensibler bist als die Menschen in Deinem Umfeld fühlst Du Dich öfter nicht verstanden, ausgegrenzt... Ist Dein jetziges Umfeld gut für Dich? Lohnt sich vielleicht ein Wechsel? Auch wenn es schwer fallen mag: "Wenn der Schuh Dir nicht passt, dann ist das nicht Dein Schuh..."

Von „psychisch krank“ zu reden ist verkehrt, höchstens hast Du eine depressive Stimmung. Sollte Dein Zustand länger andauern und Dir sorgen machen, gebe es die Möglichkeit einer Gesprächstherapie (gibt es auch Kurzzeittherapie) bei einem "Psychologischen Psychotherapeuten" Deines Vertrautes vor Ort. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, sofern der Therapeut einen Bedarf sieht.

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Kommentar von TimoW
27.05.2016, 20:04

Vielleicht hast du auch einen Vitamin D Mangel, welcher auch Depressionen oder auch Burnout verursacht. Ist übrigens weit verbreitet.

Lass deinen Vitamin D Spiegel mal untersuchen.

Ein Super Buch über Vitamin D Mangel geschrieben von

Eberhard J. Wörner / Vitamin D

Aber wenn du ihn auch nicht haben solltest. Mach dir nicht zu viele Gedanken. :-) Es geht immer weiter. Egal wie. ;-) Und wenn den passenden Mann mal gefunden hast, dann wird er dir gerne zuhören. Auch wenn manche Männer das erst erlernen müssen. :-)

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Hallo Capricorne

Um wirklich sagen zu können, ob das eine sog. "depressive Episode" oder eine "Depression" ist, fehlen ein paar Informationen. Sei's drum. Es scheint jedoch eher eine von mehreren depressiven Episoden - also keine seelische Erkrankung - zu sein.

Erstens: Ratschlag? Ratschläge haben so was brutales. Wieso sollte ich dich mit einem Rat verprügeln? Tipps oder "Eigenerfahrungsberichte" sind da besser :-) Und nu im Ernst: Jemandem einen Ratschlag geben bringt meiner Erfahrung nach nichts. Denn mit einer großen Wahrscheinlichkeit hat der Ratschlag zwar dem Geber geholfen, aber dem Nehmer muss das nu in keinster Weise was bringen.

Zweitens: Du sprichts mehrere Dinge gleichzeitig an:
- Gutes Herz / Gutmütigkeit + Enttäuschung / Ernüchterung
- Einsamkeit / Partnerwunsch (damit verbunden: Idealvorstellung, die verkleidet als "Normalität" propagiert wird)
- Sich schneiden (geht in Richtung Selbstbestrafung) -> Bei sich selbst die Schuld suchen

oder

- Sich schneiden, damit man überhaupt noch etwas fühlt (Hinweis auf Borderline -> dann ist dringend eine Therapie nötig! Borderline kann mörderisch sein.)
- Sterbewunsch: Einer der Faktoren auf eine Depression... aber eben nur einer.
- Last but not least: Angst, dass du direkter über Selbsttötung nachdenken könntest -> Dies ist tatsächlich alarmierend, denn dabei bereitet sich dein Unterbewusstsein genau darauf vor, "reeler" über eine Selbsttötung nachzudenken.

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Du siehst: Es würde einen Roman füllen, das alles in einem kleinen Post zu beantworten.

Meine Erfahrung:
Ich habe seit etwa dem 15. Jebensjahr selbst Depressionen. Auch diese haben ein Auf und Ab wie jede Stimmungen. In den besten Tagen ging es mir sogar ziemlich normal, in den schlimmsten habe ich Selbsttötungsversuche unternommen. Seit dem 15. Lj habe ich ständig mit Depressionen gelebt. Ich habe ein "chronische Depression 2. Grades" -> mit Tabletten behandlungsbedürftig. Inzwischen lerne ich, meine Depression ersten "zu mir gehörend" also auch als positives Grundkonzept zu akzeptieren und zu nutzen. Inzwischen bin ich ja auch nahe an die 50 Jahre alt.

Gesundheit definiert sich aus Körper, Geist und Umfeld - also physisch, psychisch und sozial. Zu physisch kann ich hier nichts sagen, da veweise ich auf den folgenden Tipp. Zu psychisch: Eindeutig negativ! Du weißt zwar noch nicht wie, aber du kannst da Vieles tun. Zu sozial: Das war ja eigentlich deine wirkliche Frage: Wenn du dich selbst als "Nicht Existent" siehst, gibst du diese Info unmerklich und dir unbewusst andauernd nach außen ab. Folglich wird deine Umgebung "deinen Erwartungen entsprechend" genauso reagieren, als wärest du nicht da. Das ist keine Frage von "Schuld oder nicht", sondern ein ganz einfacher Fakt... so wie 2 + 2 = 4 ist. Was ich damit meine: Die Außenwelt hat dich mal schlecht behandelt und irgendwann hast du geglaubt, dass "sie" recht hätten. Haben sie aber nicht! Es ist nur dumm gelaufen, dass du daraus einen ganzen "Glaubenssatz" gemacht hast, den dein Unterbewusstsein nun ständig "zu erfüllen" versucht. Eigentlich will dein Unterbewussstsein dir nur einen Gefallen tun... Es ist dieser Gedanke, der geändert werden muss! Und genau dafür sind z.B. Psychotherapeuten da! Die behandeln nicht nur Irre, sondern auch Normalos, bei denen einfach gerade was schief läuft. (Übrigens helfen da evtl. auch Pfarrer / Pastoren - auch wenn ich mit dem christlichen Glauben nur gar nix am Hut habe.)

Mein Tipp:
Geh' als erstes mal zu deinem Hausarzt - wenn du ihm vertraust! - und rede mit ihm über deine Probleme ganz offen. Er hat nämlich das Wissen, wie man methodisch nachprüfen kann, ob du nu unter einer von mehreren depressiven Episoden oder unter einer Depression leidest.

Mein Tipp 2:
Suche dir (möglichst professionelle) Hilfe. Bei deinen Problemen hilft schreiben nur bedingt. Da aber beim Reden viel mehr Informationen "übertragen" werden, brauchst du dringend jemanden, mit dem du reden kannst.

Gruß Rawir

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